Mal wieder Visions-Party, mal wieder Anwesenheitspflicht:
Mit Schrottgrenze, die ja gerade
einen Majordeal eingeheimst haben, und
Waterdown, die sich ja mit Zacken einen Sänger
aus hiesigen Gefilden angelacht haben,
gab es gleich zwei interessante Bands an einem
Abend.
Nach einigen stillosen Bieren aus der Plastikflasche
machten wir uns auf den Weg zum Fo-
rum, wo man sich als Engeraner natürlich
immer Wohl fühlt. Als wir ankamen waren Came-
ron, die wir leider komplett verpasst
hatten, gerade fertig und Schrottgrenze begannen mit
dem Umbau.
Kurze Zeit später legten die Hamburger
mit neuer Besetzung los: Sänger Alex, der früher an
den Drums war, machte sich nun mit blauem
Hemd und Sacko als Frontmann an der Gitar-
re zu schaffen, dafür übernahm
Caddy, der früher bei den Wohlstandskindern getrommelt
hat, den Platz hinter der Schießbude.
Als Opener gab es direkt „Eine Stadt aus Klebstoff“
vom tagszuvor erschienen Album „Château
Schrottgrenze“, mit „Nichts einsamer als das,
„Am gleichen Meer“, „Fotolabor“ und „Mann
am Punkt“ folgten zum Unverständnis des Pub-
likums ebenfalls neue Songs. Es gab fast
nur neue Songs, nur dem Publikum noch unbe-
kanntes Material, nur braven Indie-Pop.
Leute die sich auf alte Songs bzw. einen bunten Mix
aus altem und neuem Material gefreut hatten
kamen sich ziemlich verarscht vor, Schrottgren-
ze haben sich konsequent von ihren
Wurzeln gelöst: Bis auf „Fernglas“, „Feige und Allein“
und „Belladonna“ spielten die Jungs keine
alten Songs. Ich gehöre ja nicht zu den Musikfan
s die sich gegen jegliche Form der Weiterentwickung
ihrer Bands stellen, nach diesen Auf-
tritt war ich jedoch super enttäuscht,
genau wie viele andere. Zwar gab es nach jedem Stück
freundlichen Applaus, etwas Stimmung kam
aber höchstens bei den alten Songs auf. Ge-
wöhnungsbedürftig ist besonders
Alex, der an der Gitarre stellenweise noch etwas unbehol-
fen wirkt, andererseits aber durch seine
neue Rolle, sein Outfit und seine klischeehaft stil-
vollen „Indie-Rock-Bewegungen“ (da kann
sich jetzt bestimmt niemand was drunter vorstel-
len, mir fällt aber auch nichts besseres
ein) besonders das neue Bild der Band prägt. Nach
diesem Auftritt fragt man sich, warum
sich die Band nicht gleich umbenannt hat, unter dem
Namen „Tomte 2“ hätte jeder gewußt
was ihn erwartet und ich hätte den Auftritt vielleicht ok
gefunden. So aber bleibt mir nur ein Fazit:
Das Cover des neuen Albums sagt alles, Schrott-
grenze haben ihr Gesicht verloren!
Anschließend versammelte sich die
vornehmlich mit schwarzen Kaputzenjacken bekleidete
Fraktion vor der Bühne um auf Waterdown
zu warten. Die auf Victory Records beheimateten
Niedersachsen legten mit „Disassembled“
los und legten gleich darauf mit „One Thing“ nach.
Als die Jungs bald darauf schon ihren
Hit „Impress Me“ spielten wurde der Pit vor der Bühne
etwas größer, es folgten Songs
wie „Moshpit Etiquette“ vom neuen Album „All Riot“ oder „Bul-
letproof“. Die Jungs machten eine
nette Show und wirkten dank viel Konfetti und freundlichen
Ansagen nicht zwanghaft böse, wie
man es von Bands dieser Art ja zu häufig zu sehen be-
kommt. Das Ende des Sets bildete
„Sleep Well“, bevor im Zugabenpart mit „Round Two“ und
„My Hopelessness And Me“ nochmal zwei
absolute Hits angestimmt wurden, die auch vom
Publikum ordentlich abgefeiert und mitgesungen
wurden. Fazit: Auch wenn Waterdown mit
Sicherheit nie eine meiner absoluten Lieblingsbands
werden, so hat mir der Auftritt doch ge-
fallen; Zacken macht seinen Job in jedem
Fall gut! Waterdown sind weiterhin eine Konstante,
was einen Sound auf der Grenze zwischen
Hardcore, Metal und Emo angeht.
Auf der anschließenden Visions-Party
wurde noch bis in die Morgenstunden gefeiert; ein ver-
söhnliches Ende für mein wahrscheinlich
letztes Schrottgrenze Konzert.
Tschau,
Basti
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