Villa Bandfestival: The Melones, TorpedoGirl,
Lärmbelästigung, Jimmy Slick, Inspul
16.05.03 Herford / Fla Fla

Die Villa-Leute hatten zum Soli-Konzert geladen und ca. 150 Menschen
folgten der Einladung. Auch wenn es sich um ein Soli-Konzert handelte,
kann ich sagen, dass der Eintrittspreis von 6 Euro ziemlich überzogen
war.
Um ca. 20 Uhr gingen dann auch INSPUL auf die Bühne. Es war noch nicht
wirklich was los, doch die Jungs hatten ihre eigenen Groupies dabei,
bei denen sie sich auch prompt mit einem doch sehr ruhigen Song be-
dankten. Ansonsten kann man den Sound von Inspul wohl als grunge-rock
bezeichnen, zwischendurch gibt's aber auch mal Punkrock. So wirklich
meine Musik machen die Jungs ja nicht, da fehlt mir teilweise ein
bischen das Feuer, trotzdem war der Auftritt ganz cool. Lustige Dia-
loge mit dem Publikum und ein Geburtstagskind auf der Bühne...
Als zweite Band gingen JIMMY SLICK auf die Bühne und ich kann nur
sagen: Wer die Toten Hosen mag, mag wahrscheinlich auch Jimmy Slick.
Die Jungs sehen teilweise aus wie die Hosen, bewegen sich wie die Hosen
und klingen auch wie die Hosen vor 15 Jahren. Die CD der Jungs heißt
"Heimspiel" und in dem gleichnamigen Song geht es darum, dass sie zum
"Heimspiel nach Düsseldorf" fahren und dort "bis zum bitteren Ende"
feiern. Die Texte im allgemeinen handeln vom Saufen und Feiern, sind
aber auch mal sozialkritisch. Einen eigenen Stil haben die Jungs mit
sicherheit nicht kreiert, aber wer damit Leben kann, dem dürfte die
Musik gefallen. In welcher Partei die Freundin des Schlagzeugers ist
sagen wir mal lieber nicht, denn ich glaube die meisten Leser dieses
Fanzines mögen die CDU nicht so sehr.
Dritte Band des Abends waren  THE TORPEDO GIRL. Ich würde die Musik
bezeichnen als THE HIVES in 5 Stufen härter! Der Gesang erinnerte
mich ein bischen an Arnim von den Beatsteaks. Die Band war der ab-
solute Knaller, ich hab noch nie eine Band erlebt, die einen solchen
Sound im Fla hingekriegt hat. Das sah auch das Publikum ähnlich:
Applaus ohne Ende. Ich hörte Sprüche wie "Das nenne ich Punkrock,
endlich kriege ich mal wieder sowas zu hören!" usw. es mussten dann
natürlich auch nach Ende des Sets noch Zugaben her.  Kann die Band
nur empfehlen.
Es folgten die Headliner des Abends: THE MELONES. Wer die Ramones liebt
und nie die Chance hatte sie live zu erleben muss einfach mal auf
einen Melones-Konzert gewesen sein. The Melones sind wohl eine der
besten Ramones-Coverbands die es gibt, da stimmte einfach alles:
der Sound, die Instrumente, das Aussehen, sogar das "Gabba Gabba Hey"
Schild war dabei. Das Publikum rastete von Anfang an aus und konnte
fast jeden Song mitsingen. Es gab so ziemlich alle Highlights von
"Blitzkrieg Bop" über "California Sun" bis hin zu "I believe in
Miracles". Sensationell. Auch hier mussten Zugaben gespielt werden
und zwar ohne Ende!
So kam es auch das LÄRMBELÄSTIGUNG erst gegen 1.30 Uhr auf die Bühne
durften. Schade für die Jungs: Ihr erstes Konzerte mussten die her-
forder Deutschpunks vor verbliebenen knappen 30 Gästen spielen.
Ich hatte ja vorher die Hoffnung, dass ich mit Lärmbelästigung endlich
mal eine Band sehe, bei der der Gitarrist schlechter spielt als ich,
doch wieder nichts! Schon beim Soundcheck sah ich, dass Sascha es
verdammt raus hat. Und ich fragte mich "Ist das noch Punkrock?".
Nach langer Umbaupause ging's dann los und die Jungs rockten die
letzten Schnapsleichen. Mal gesellschaftskritisch, dann gegen den
Krieg und auch mal lustig, so coverten sie z.B. "Der Plumpssack".
Ich war echt überrascht, die hatten musikalisch echt mehr drauf
als ich gedacht hab. Wenn Jonas jetzt noch lernt auf der Bühne
richtig abzugehen bin ich zufrieden. Aber mal in Ernst:
Jungs, wenn ihr Geld verdienen wollte, dann macht Metal! Jonas
hat die Stimme dafür und Sascha kann's an der Gitarre. Ich hoffe
mal, dass ihr kein Geld verdienen wollt!!!
Soweit so gut, hoffen wir mal gemeinsam, dass die Villa bald wieder
ein neues Zuhause hat. KEIN TAG OHNE AUTONOMES ZENTRUM!
 BB