Nachdem mich Kettcar im Ringlokschuppen
ja begeistert haben
war ich natürlich auch motiviert
mir Tomte zu geben. Unglücklich-
er Weise hörte ich einen Tag vor
dem Konzert erstmals "Buch-
staben über der Stadt", das aktuelle
Album der Band: Mir hat die
aktuelle Nr.24 der deutschen Charts mächtig
die Lust auf das Kon-
zert verdorben, ganz gemütlich schlief
ich beim Genuss dieser lah-
men Platte auf meinem Sofa ein... Mal
schauen was live so geht!
Nach langer Zeit verpasste ich mal wieder
eine Vorband, so dass
ich um 21.00 Uhr kurz vor dem Auftritt
von Tomte ins Konzertge-
schehen eintauchte. Hier und da tauchten
Bekannte, klischeehaft
vornehmlich StudentInnen, auf und es gab
den ein oder anderen
Smalltalk bevor es dann tatsächlich
losging...
Die Bühne war fein im "Buchstaben
über der Stadt" Design her-
gerichtet, als Tomte um 21.15 Uhr
mit "So soll es sein" eröffneten.
Gleich einer meiner absoluten Hasssong
auf der Platte, aber: Li-
ve wirklich in Ordnung. Der Sound war
mit bedeutend sympathi-
scher als auf der Platte und auch das
Tempo war angenehmer.
Mit "Endlich Einmal" folgte ein Song über
den mittlerweile toten
Hund von Gitarrist und Sänger Thees,
bevor mit "Norden der Welt"
ein Hit vom neuen Album folgte.
Das Publikum im Ringlokschuppen war begeistert
und textsicher,
und mit den ersten Ansagen gewann die
Band gleich gehörig Sym-
pathiepunkte bei mir: Das klang nicht
auswendiggelernt und lang-
weilig, sondern spontan und sehr unterhaltsam
wenn Thees über
Ereignisse des Nachmittags sprach oder
auf Zwischenrufe aus
dem Publikum einging. Dann wurde die Akustikgitarre
gegen die
E-Klampfe eingetauscht und es ging mit
Songs wie "Schreit den
Namen meiner Mutter", dem hochgelobten
"New York" und "Wil-
helm, das war nichts" weiter.
Mir gefiel soweit eigentlich alles ganz
gut, auf jeden Fall bedeu-
tend besser als auf Platte, mich störte
lediglich, dass es sich bei
Tomte Konzerten um diese sogenannte
"rumsteh-Konzerte" han-
delt, was auf Dauer ganz schön im
Rücken wehtut...
Im weiteren Verlauf warfen Leute Demo-CD's
und eine Sponge-
bob Maske auf die Bühne, was Sänger
Thees spontan mit in seine
Ansagen einfließen ließ und
maskiert mit dem Publikum "Sponge-
bob - Schwammkopf" Sprechchöre einstudierte.
Vom neuen Al-
bum folgten noch "Warum ich hier stehe",
"Walter und Gail", so-
wie etwas später "Ich sang die ganze
Zeit von dir" und " Was den
Himmel erhellt" mit der titelgebenden
Textzeile "Buchstabeb über
der Stadt".
Das offizielle Set endete mit dem Hit "Korn
und Sprite", dann folg-
re der "offizielle" Zugabenblock mit "Eine
sonnige Nacht" und "Gei-
gen bei Wonderful World", mal wieder vom
neuen Album. Die er-
sten Leute machte sich auf den Hause,
der Mischer begann abzu-
bauen, als Tomte nocheinmal mit
einer weiteren Zugabe für ihr "bis-
her größtes Hallenkonzert"
zurückkamen. Es gab noch " Schönheit
der Chance", dann war wirklich Schluss.
Fazit:
Tomte sind eine 100% professionelle
Band, die aber auf der Bühne
nicht auf Spontanität verzichtet.
Nette Ansagen und eine ungeplan-
te Zugabe machen die Band sympathisch.
Musikalisch fand ich die
Grand Hotel Van Cleef Band bedeutend
besser als auf der Schei-
be, ich muss jedoch auch sagen, dass ich
das Konzert ganz schön
anstrengend fand, weil die Musik der Jungs
nicht vielmehr Bewe-
gung als Kopfnicken zulässt und langes
Rumstehen ja bekanntlich
in den Rücken geht (boah, alter Mann!).
Ich wünschte ich könnte
die Song so wie sie von Tomte vorgetragen
wurden auf meinem
Sofa genießen, ein Live-Album wäre
bei dieser Band mit Sicher-
heit eine feine Sache. Alles in allem
muss ich aber sagen, dass
ich Kettcar doch noch um einiges
besser finde.
Basti
Zurück zur Startseite