Tomte
10.03.06 - Bielefeld / Ringlokschuppen

Nachdem mich Kettcar im Ringlokschuppen ja begeistert haben
war ich natürlich auch motiviert mir Tomte zu geben. Unglücklich-
er Weise hörte ich einen Tag vor dem Konzert erstmals "Buch-
staben über der Stadt", das aktuelle Album der Band: Mir hat die
aktuelle Nr.24 der deutschen Charts mächtig die Lust auf das Kon-
zert verdorben, ganz gemütlich schlief ich beim Genuss dieser lah-
men Platte auf meinem Sofa ein... Mal schauen was live so geht!

Nach langer Zeit verpasste ich mal wieder eine Vorband, so dass
ich um 21.00 Uhr kurz vor dem Auftritt von Tomte ins Konzertge-
schehen eintauchte. Hier und da tauchten Bekannte, klischeehaft
vornehmlich StudentInnen, auf und es gab den ein oder anderen
Smalltalk bevor es dann tatsächlich losging...

Die Bühne war fein im "Buchstaben über der Stadt" Design her-
gerichtet, als Tomte um 21.15 Uhr mit "So soll es sein" eröffneten.
Gleich einer meiner absoluten Hasssong auf der Platte, aber: Li-
ve wirklich in Ordnung. Der Sound war mit bedeutend sympathi-
scher als auf der Platte und auch das Tempo war angenehmer.
Mit "Endlich Einmal" folgte ein Song über den mittlerweile toten
Hund von Gitarrist und Sänger Thees, bevor mit "Norden der Welt"
ein Hit vom neuen Album folgte.

Das Publikum im Ringlokschuppen war begeistert und textsicher,
und mit den ersten Ansagen gewann die Band gleich gehörig Sym-
pathiepunkte bei mir: Das klang nicht auswendiggelernt und lang-
weilig, sondern spontan und sehr unterhaltsam wenn Thees über
Ereignisse des Nachmittags sprach oder auf Zwischenrufe aus
dem Publikum einging. Dann wurde die Akustikgitarre gegen die
E-Klampfe eingetauscht und es ging mit Songs wie "Schreit den
Namen meiner Mutter", dem hochgelobten "New York" und "Wil-
helm, das war nichts" weiter.

Mir gefiel soweit eigentlich alles ganz gut, auf jeden Fall bedeu-
tend besser als auf Platte, mich störte lediglich, dass es sich bei
Tomte Konzerten um diese sogenannte "rumsteh-Konzerte" han-
delt, was auf Dauer ganz schön im Rücken wehtut...

Im weiteren Verlauf warfen Leute Demo-CD's und eine Sponge-
bob Maske auf die Bühne, was Sänger Thees spontan mit in seine
Ansagen einfließen ließ und maskiert mit dem Publikum "Sponge-
bob - Schwammkopf" Sprechchöre einstudierte. Vom neuen Al-
bum folgten noch "Warum ich hier stehe", "Walter und Gail", so-
wie etwas später "Ich sang die ganze Zeit von dir" und " Was den
Himmel erhellt" mit der titelgebenden Textzeile "Buchstabeb über
der Stadt".

Das offizielle Set endete mit dem Hit "Korn und Sprite", dann folg-
re der "offizielle" Zugabenblock mit "Eine sonnige Nacht" und "Gei-
gen bei Wonderful World", mal wieder vom neuen Album. Die er-
sten Leute machte sich auf den Hause, der Mischer begann abzu-
bauen, als Tomte nocheinmal mit einer weiteren Zugabe für ihr "bis-
her größtes Hallenkonzert" zurückkamen. Es gab noch " Schönheit
der Chance", dann war wirklich Schluss.

Fazit:
Tomte sind eine 100% professionelle Band, die aber auf der Bühne
nicht auf Spontanität verzichtet. Nette Ansagen und eine ungeplan-
te Zugabe machen die Band sympathisch. Musikalisch fand ich die
Grand Hotel Van Cleef Band bedeutend besser als auf der Schei-
be, ich muss jedoch auch sagen, dass ich das Konzert ganz schön
anstrengend fand, weil die Musik der Jungs nicht vielmehr Bewe-
gung als Kopfnicken zulässt und langes Rumstehen ja bekanntlich
in den Rücken geht (boah, alter Mann!). Ich wünschte ich könnte
die Song so wie sie von Tomte vorgetragen wurden auf meinem
Sofa genießen, ein Live-Album wäre bei dieser Band mit Sicher-
heit eine feine Sache. Alles in allem muss ich aber sagen, dass
ich Kettcar doch noch um einiges besser finde.

Basti

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