Terrorgruppe, Muff Potter, Movement, Trend
25.12.04 - Münster / Skaters Palace

Schon wieder Skaters Palace, ich glaube ich bin zu oft in Münster...
aber was soll man machen, wer will schon Weihnachten zuhause
rumhängen? Also auf zur "Rohe Weihnachten - Indoor Festival Tour"!

Pünktlich um 19 Uhr betraten anscheinend Trend die Bühne, als wir
um 19.20 Uhr den noch nicht übermässig gefüllten Skaters Palace
betraten waren die jedenfalls schon ordentlich am rocken. Die hoch-
gelobten Newcomer konnten mich nicht sonderlich überzeugeen, mag
daran liegen, dass ich nicht mehr viel von der Band mitbekam, kann
aber auch daran liegen, dass der Sound einfach nicht eingängig war
und einfach an mir vorbeilief.

Um 19.45 Uhr betraten dann The Movement die Bühne des schon
etwas gefüllteren Skaters Palace. Die Kopenhagener in Anzug konn-
ten mit ihrem ModSkaPunk mal wieder überzeugen. Zu Hits wie "Wai-
ting" und "Loosing you" wurde gut getanzt, am besten kam "Control
your Temper" beim Münsteraner Publikum an. Neben den bekannten
Hits von ihrem Debüt-Album "Move" spielten die Dänen auch zwei neue
Songs, von denen man sagen kann, dass sie Lust auf mehr machen.
Zugaberufe nach dem Auftritt konnten die Jungs leider nicht wieder
auf die Bühne zurückholen.

Dann war es an der Reihe für den ersten Headliner des Abends: Muff
Potter begannen ihr Heimspiel mit dem grandiosen "100 Kilo Herz"
und hatten damit gleich bei mir gewonnen. Im weiteren Set spielten
sich die Jungs kreuz und quer durch die beiden letzten Alben "Heute
wird gewonnen, bitte." und "Boardsteinkantengeschichten". "Take a
run at the Sun" wurde schon relativ früh verbraten und heizte die Stim-
mung weiter an. Einen Gruß an einen anderen Club in Münster sen-
deten die Wahlmünsteraner mit "22 Gleise später", einem von zwei
neuen Songs im Set. Auch "Sgt. Mangelkrämer" wurde gespielt und
natürlich mussten die Jungs nach 50 Minuten Spielzeit noch einmal
zurückkommen. Im Zugabeblock gab es, mit Gruß an 7 Seconds,
"Young until I die" und mit "Unkaputtbar" den traditionell letzten Song
im Set der Jungs. Ein wirklich guter Auftritt, hat mir super gefallen, die
Jungs sind live einfach stark. Die beiden neuen Songs kann ich nach
der Live-Präsentation noch nicht wirklich einschätzen, einer war ein
ziemliches Gemetzel, da heißt es auf das Album warten. Schade fand
ich nur, dass die Jungs nicht den ein oder anderen alten Hit gespielt
haben, aber man kann ja nicht alles haben.

Der mittlerweile volle, wenn auch nicht ausverkaufte, Skaters Palace
wartete jetzt nur noch auf eine Band. Aus den Boxen ertönte ein Intro
das "The Final Countdown" verhackstückelte, glücklicherweise gab
es keinen Commander Starfuck, dann legte die Terrorgruppe auch
gleich richtig los: Als Opener gab es das Intro von "Russenhitler", das
direkt in "Gestorben auf dem Weg zur Arbeit" überging. Gleich ein
hammermässiger Auftakt und das Publikum drehte einfach nur am Rad.
Archi präsentierte sich in neuem, punkigen Bühnenoutfit: Blonder Iro
und Militärhemd mit Aufnähern. Die Jungs spielten jede Menge alte Hits,
wie z.B. "Ich bin ein Punk" und "Schöner Strand", und redeten ersteinmal
garnicht von Abschied. Einen besonders fröhlichen Eindruck machte
Johnny Bottrop, der mit "Adolf Hitler (dem sein Bart)" und "Ozonloch-
Lied" sogar seine beiden Solo-Auftritte im Set hatte. Wirklich stark war
auch, dass erstmals die B-Seite "Politiker-Lied" sowie der Jazz-Hit "5
Kilo" mit im Set waren. Auf die neue Single "Fischer-Technik" wurde
glücklicher Weise auch verzichtet, so dass man tatsächlich den ganzen
Abend von Commander Starfuck verschont blieb. Das Publikum war
begeistert und natürlich durften die Berliner nicht ohne Zugabe gehen.
Der Zugabenblock war dann der Oberhammer: Den Anfang machte
"Blitzkrieg Bop" von den Ramones und ich kann euch sagen, das klingt
von der Terrorgruppe mindestens 1000mal so gut wie von den Misfits,
die ich, mit Marky Ramone am Schlagzeug, ja vor ein paar Wochen im
Skaters Palace gesehen hatte. Weiter ging es mit "Hey Ho Let's Go"
diesmal jedoch im Terrorgruppe-Song "Amerika". Es  folgte endlich mal
wieder die legendäre Punkrock-Karaoke: Zwei Mädels aus dem Publi-
kum versuchten sich an "Deutschland" von Slime. Textlich gesehen
kannten sie zwar nur den Refrain, doch das reichte dem Publikum um
völlig auszurasten. Dann sprachen die Jungs den bevorstehenden Büh-
nen-Abschied an und verabschiedeten sich mit "Wir müssen raus".
Wie schon auf der letzten Tour kamen die Jungs nach ca. 5 Minuten je-
doch nocheinmal auf die Bühne, um für den harten Kern noch einen Song
zu spielen: In bester Hip Hop Manier und mit Klo-Rollen-Panflöte wurde
"Scheisslied" zum Abschied performt, danach verteilte Steve noch aller-
hand Schlagzeug-Utensilien an die verblieben Leute und vorbei war es.
Definitiv einer der besten, wenn nicht der beste Terrorgruppe Auftritt den
ich je gesehen hab: Ein geniales Set, super Songauswahl! Die Aggro-
popper dürfen einfach nicht aufhören...

18 Euro ist natürlich schon ein happiger Preis, doch man bekam einiges
geboten für sein Geld: Die Auftritte von Muff Potter und besonders der
Terrorgruppe waren einfach nur stark! Besser hätte ich mir mein letztes
Punkrock-Konzert für dieses Jahr nicht vorstellen können.

BB