Taste Of Chaos Tour 2005
17.11.05 - Bielefeld / Ringlokschuppen

Bielefelds größter Club hatte die große Taste Of Chaos Tour an Land gezogen, da
durfte ich natürlich nicht fehlen. Und damit sind wir gleich beim Thema: Fehlen.

Aufgrund universitärer Verpflichtungen konnte ich erst um 20 Uhr am Ringlokschup-
pen sein. Ich traf einen ganzen Haufen bekannter Gesichter und stellt verdutzt fest,
dass man das Wort Zeitplan hier wirklich groß schreibt: Die erste Band begann um
18.45 Uhr und schon eine Stunde später hatte ich die ersten vier Band verpasst.

Den Auftakt machten Days In Grief auf der Hauptbühne. Alle Leute die ich nachher
gesprochen haben waren begeistert und meinten, dass die Jungs für den undankba-
ren Openjob einiges gerissen haben.

Die meisten Leute hatten noch garnicht gemerkt, dass links von der Bühne noch eine
super kleine Bühne stand, als dann auf der Hauptbühne der Umbau für die nächste
Band begann wurde der Spot auf die kleine Bühne gerichtet und End Of The Line leg-
ten los. Auch hier hörte ich durchweg positives. Keine wunder, wer die local Heroes
schon mal gesehen hat, weiss dass sie es live drauf haben.

Und auch Funeral For A Friend verpasste ich leider. Hier überschlugen sich quasi die
Kommentare nachher: Pure Begeisterung und erste Schürfwunden konnten ausfindig
gemacht werden.

Von My Adorable bekam ich dann wenigstens noch den letzten Song mit. Die Jungs
passten musikalisch natürlich wirklich super in den Abend und bekamen auch viel Zu-
spruch. Als letzten Song gab es leider eine Instrumentalnummer, ich hätte die Jungs
ja gerne mit Gesang im Ringlokschuppen erlebt.

Dann war es an der Zeit für Story Of The Year. Es zog viele BesucherInnen nach
ganz vorne und von Anfang an ging es ganz gut ab. Ich war von den Jungs nicht ganz
so begeistert, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass die Band die meiste Probe-
zeit nutzt um zu üben wie man auf der Bühne am besten aussieht. Dementsprech-
end sah dann auch die Show aus. Sänger Dan Marsala nahm gerne mal ein Bad in
der Menge, natürlich ohne dabei einen Ton schief zu singen und die beiden Gitarristen
Ryan Phillips und Philip Sneed sprangen überall runter, wo man runterspringen kann,
mal mit einem Rückwertssalto vom eigenen Verstärker, dann von einer über zwei Me-
ter hohen Box. Ich schätze in zwei Jahren sind die Kniee der beiden komplett im
Arsch. Mir war die Performance einfach zu einstudiert und übertrieben, aber vielen
gefiel vielleicht gerade das. Musikalisch gab es an den Jungs nicht viel auszusetzen
und so wurden sie wirklich gut abgefeiert.

Und dann war es endlich so weit: Rise Against! Ich hatte die Jungs noch nie live ge-
sehen und war echt gespannt, weil die Chicagoer in den letzten Wochen einfach nicht
aus meinem CD-Player raus kommen. "Like The Angel", "State Of The Union", "Last
Chance Blueprint", "Rumors Of My Demise", "Life Less Frightening" und "To Them
These Streets Belong", die Jungs haben in ihr Set wirklich alle Hits gepackt, die man
in einer halben Stunde so durchkriegen kann. Dazu gab's eine sympathische Bühnen-
show, die sehr energisch, aber im Gegensatz zu Story Of The Year kein Stück über-
trieben, sondern eher bodenständig war. Natürlich durfte auch "Give It All" nicht fehlen,
am Ende war ich begeistert und die meisten anderen ebenfalls.
Es folgten Bleed The Dream auf der kleinen Bühne, ich vertrieb mir am Rise Against
Merch die Zeit, obwohl man echt sagen muss, dass die Jungs aus L.A. eigentlich sehr
gut gerockt haben.

Dann war abschalten angesagt: Killswitch Engage kamen und obwohl ich schon vor-
her wußte, dass die Jungs nichts für mich sind, schaute ich mir die Show an. Gefiel
mir wirklich überhaupt nicht was die Jungs da machten, da konnte selbst die zwischen-
zeitliche Unterstützung von Bert McCracken nichts retten. Ich bin ja allgemein kein Me-
talfan, muss aber sagen, dass es hier in der Region Metal- und Metalcorebands gibt,
die mir bedeutend besser gefallen.

Pünktlich um 23 Uhr begannen dann auch die "Headliner" The Used. Es gab Emocore
der mir soweit ganz gut gefiel. Sänger Bert Mc Cracken polarisierte mal wieder ein biß-
chen: während die einen sagten "Was ist das denn für eine beschissene Mischung aus
Penner und Junkie?", sah die Mehrheit der Leute in ihm einfach einen Rock'n'Roller. Die
Jungs wurden natürlich ebenfalls gut abgefeiertund nach 30 Minuten war dann mit "Me-
mories" Schluss. Die Band ist echt der Beweis, dass nicht jede Band die irgendwas
mit Emo macht auch komplett so aussehen muss.
 

Fazit:
Wenn auch nicht alles nach meinem Geschmack war, so doch eine gelungene Festival-
tournee: Ganz coole Bands (auch wenn mich nur Rise Against 100% überzeugen konn-
ten), viele bekannte Gesichter. Sehr lobenswert ist übrigens die Tatsache, dass lokale
Bands mit einbezogen wurden und diese nicht ganz am Anfang spielen mussten. Auch
die Autogrammstunden fand ich sympathisch. Ich freue mich auf's nächste Jahr.

BB
 

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