Seit einiger Zeit veranstaltet F&R
Entertainment regelmässig Konzerte im
Bielefelder Movie. Vielen Bielefelder
StudentInnen dürfte der kleine Laden
vor allem wegen den Alternativepartys
am Mittwoch bekannt sein, am
Wochenende tummelt sich hier eher älteres
Publikum. Umso überrasch-
ter waren viele, als sie erstmals auf
Flyern und Plakate lesen konnten,
das hier nun Bands wie Agnostic Front,
Napalm Death, Ignite, etc. auf der
Bühne stehen sollten. Ich habe es
in den letzten Monaten zu keinem dieser
Konzerte geschafft, so war die Show von
Strike
Anywhere, The Loved
Ones und The Kind That Kills
mein allererstes Konzert im Movie.
Und das begann dann auch direkt am Eingang
mit einer positiven Überra-
schung: Rauchverbot! Ich liebe Showas
ohne blauen Dunst. Wunderbar:
Frische Luft statt Zigarettenmafia und
Lungenkrebs!
Familiär ging es im Kneipenbereich
des Clubs weiter. Nicht nur dass man
die üblichen Verdächtigen sah,
nein auch die Bands tummelten sich hier.
Strike Anywhere Frontmann Thomas
Barnett, der ja früher zusammen
mit heutigen Mitgliedern von Ann Beretta
und River City High die erst jüngst
wieder in Erinnerung gerufenen Inquisition
geformt hat, unterhielt sich an-
geregt mit den Fans, The Kind That
Kills hielten Ausschau nach Schlafplätz-
en.
Um 20.30 Uhr legten die Schweden dann auch
los. The Kind That Kills ha-
ben sich dem "true Sound of Hardcore"
verschrieben und gingen dement-
sprechend brachial ans Werk. Mehr als
Kopfnicken war beim verschlafe-
nen Bielefelder Publikum allerdings noch
nicht drin und auch mit konnte
die Band nicht vollends überzeugen:
manchen Songs fehlte einfach etwas
Tempo und Arschtritt, die Vocals lagen
nicht ganz auf meiner Linie. Äu-
ßerst amüsant wirkte die Gestik
des Sängers, nach 30 Minuten war dann
Feierabend.
Kurze Umbaupause, dann legte die erste
Fatwreck
Band des Abends los.
The Loves Ones sind für mich
nach Smoke Or Fire dieheißeste Entdek-
kung des kalifornischen Labels um Nofx
Frontman Fat Mike. Kein wunder
also, dass es sich vor der Bühne
sichtlich füllte, im immer noch herrlich
unverpesteten Movie. Die Melodicpunks
boten natürlich alle Hits ihres De-
bütalbums "Keep your Heart". Einige
Leute im Publikum konnten Songs
wie "Suture Self", "Please Be Here, "Living
will (get you dead)" und "100 K"
locker mitsingen, Sänger und Gitarrist
Dave Hause leistete sich wenige
sympathische Patzer. Zwischendrin gab
es einen Aufblick auf das nächste
Album der Jungs geboten, dann war auch
bald schon Feierabend. Ein su-
per Auftritt und alle Leute die noch an
modernen, melodischen Punkrock
jenseits von Hardcore oder Emo glauben
waren begeistert.
Dann war es an der Reihe für Strike
Anywhere. Bevor die Jungs aus
Richmond loslegten forderte Thomas Barnett
die Leute auf soweit wie
möglich nach vorne zukommen (traurig,
traurig Bielefeld!), dann ging es
mit "Refusal" vom 2001er Album "Change
is a Sound" los, bevor mit "Se-
dition" der erste Song vom aktuellen Album
"Dead FM" folgte, mit "Infrared"
wurde natürlich auch das 2003er "Exit
English" nicht vergessen. Ein bun-
er Mix durch die Bandgeschichte folgte,
natürlich mit Fokus auf die neuen
Songs. Das Publikum war für einen
Sonntagabend dann doch noch akzep-
tabel dabei. Die Band brachte ordentlich
Energie und die richtigen politisch-
en Botschaften auf die Bühne, bevor
sie das Set mit "Instinct" und "To The
World" offiziell beendete. Doch natürlich
wollte Bielefeld mehr und so gab
es im Zugabeteil "Prisoner Echoes" und
das fantastische "Sunset on 32nd".
Abschließend begaben sich die Jungs
noch ins Publikum und verabschie-
deten sich von den Leuten: so muss das
sein!
Ein gelungener Sonntagabend. Zwei überzeugende
Bands aus dem Hau-
se Fatwreck, die ich mir beide
gerne wieder anschaue, auch wenn sie in
zwei recht verschiedene Richtungen gehen,
doch wir sind ja keine Sze-
nespalter: It's all about Punkrock/Hardcore!
Rauchfreie Konzerte hurra!
Noch ein Konzert Tipp: Am 17.12. Veranstaltet
F&R
Entertainment die
"Voice OfThe Voiceless"-Animal Rights
Benfitshow mit Gather, To Kill
und Ritual im Falkendom
in Bielefeld.
BB
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