Zum sechsten Mal war es soweit: Street-Beat Records hatte zum Label-
festival geladen! Ich freute mich mal wieder die ganzen Labelbands
auf
einem Haufen zusehen und war natürlich gespannt auf die berliner
Mädels
von PAYBACK und den Thrash-Schlager von BUTTERMAKER.
Den Anfang machten MÖTEX und KINDERCORE. War ja klar, schließlich
spieln
in beiden Bands auch Mitglieder der ZZZ HACKER, die ja auch heute in
Gütersloh mit den MIMMIES spielen sollten. Also gerade in Bielefeld
den
Anfang machen und dann ruck zuck ins Auto nach Gütersloh.
MÖTEX begannen um 21.30 und legten ordentlich los, bis es dann
mit
"Entertainer" ein bischen ruhiger wurde. Das Publikum applaudierte
laut
und die Jungs beendeten ihr Set mit "Seemann". Gefiel mir gut.
Dann kamen KINDERCORE, die sich von Anfang an mit dem OX anlegten und
sich beschwerten, dass da immer schlechte Kritiken über die Auftritte
der Band beim S.-B. Festival drinstehen. Konnte ich auch nicht verstehen,
ich fands ganz geil! Die Jungs spielten ihren gewöhnlich harten
Sound,
ab und zu gab's nen bischen Ska. Alles gut! Mit dem Song "Respekt Alter"
versuchte man sich nen Label zu schnorren, in "Impotent" ging's um
alte
Frauen und dann wurde noch mit autofahrenden Prolls abgerechnet! Das
einzige was mir fehlte war "THC/Kaspersuppe"
Als nächstes kamen HANS WURST SENIOR und als ich mir den Sänger
an-
schaute, dachte ich mir mal wieder "wer hat den Psychopathen frei ge-
lassen". Ich hatte HWS lange nicht live gesehen und wunderte mich die
ersten Minuten, wo das Rumgeschreie bleibt. In den neuen Songs wurde
wirklich gesungen, meiner Meinung nach nicht so das wahre für
HWS!
Dann gab's zum Glück nen Medley mit alten Songs. "Aufgeblasen"
und
ähnliches! Endlich wieder Geschrei! Doch warum werden keine Leute
mehr
mit dem Mikrophonekabel gewürgt? Alles in allem fand ich den Auftritt
der Band nicht so Klasse! Leicht alt geworden die Herren.
Dann war es endlich soweit: BUTTERMAKER! Der gute, junge Mann kam auf
die Bühne, legte los und hört schon nach kurzer Zeit auf:
"Es gibt ein Problem... ich muss schon wieder pissen!". Er rannte von
der Bühne und alle lachten und freuten sich. Er kam wieder und
begann
seinen gewohnt thrashigen Schlager, den einige bestimmt schon aus dem
TV kennen. Es wurde voller vor der Bühne und die ersten Leute
tanzten.
Texte zeilen wie "Ich esse eine Zitrone und denke an Simone" aus dem
Song "ElkeNelke" begeisterten! Es folgten Songs wie "Der Mann mit dem
Pommesbudencharme", "Arminia Bielfeld" und die Kifferhymne "Ein
bischen Gras muss sein". Das Publikum verlangte nach einer Zugabe und
bekam "She loves you" von den ollen Beatles, begleitet von Bernd
(Schiesser) am Schlagzeug.
Dann folgten auch schon die SCHIESSER! Ich freute mich die Band mal
wieder Live zu sehen, doch ich wurde ein wenig enttäuscht. Ein
2m
Graben trennte das Publikum von der Bühne und das alles nur wegen
einer
unsinnigen und dazu auch noch schlechten Pyroshow. Zu Beginn von
"Madame Kuluga" machte es einmal kurz Peng, später dann nochmal
und
das war's. Die Band hatte eine dicke Lichtanlage auf der Bühne
und
rockte erstmal los. Bei "Take'em all" gingen die ersten Leute ab.
Es folgten "Madame Kuluga" und irgendwas neues, dann kam "Diktator
Alkohol". Bei "Kaplan pour moi" gab's zum Schluss ein angebrachtes
"We fuck George Bush" und "We fuck Rumsfeld". Soweit so gut. Doch
dann ging's los: Arminia Lieder! ahhhh! Hilfe! Naja wenigstens wurde
"Geh weiter" in der Bier-Version gespielt. Zum Schluss entschuldigte
dann ein geiles "Sheena is a Punkrocker", inclusive "Joey was a
Punkrocker" und "Dee Dee was a Punkrocker", für einiges. Aber
ich
hatte doch mehr erwartet! Es fehlten die Knaller wie "Schornstein"
und ein Bielefeld Lied hätte es auch getan. Außerdem haben
Schiesser
es eigentlich nicht nötig ihre Show mit ner Lichtanlage wie inner
Disko aufzubretzeln!
Dann war's an der Zeit für PAYBACK. Die Mädels erinnerten
mich ein
wenig an die Guano Apes. Ob das nun ein gutes oder ein schlechtes
Zeichen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mein Ding
war's
nicht, auch wenn ich es natürlich gut finde, wenn sich auch mal
weibliche Geschöpfe auf die Bühne trauen! Der Saal wurde
jedenfalls
leerer...
Es folgten SE SCHRILLIOS mit ihren Rock'n'Roll Punk, den ich relativ
geil fand, doch ich wurde müde und fuhr nach Hause...
Alles in allem war's gut, wenn auch nicht unbedingt das beste Street-
Beat-Festival! Sieger des Abends war für mich klar BUTTERMAKER.
Der Verlierer war, wie ich von einigen Leuten hörte, wohl der
Ein-
trittspreis von 10 Euro. Die hätten wohl gern auf die Pyro-Show
und
die übermässig dicke Lichtanlage verzichtet und dafür
2-3 Euro weniger
gezahlt!
BB