Zum 27. Mal wurde zum Umsonst & Draussen Festival aufs Land, nach
Stemwede, geladen. Das Line-Up konnte sich dieses Jahr wirklich sehen
lassen, denn mit ANTI-FLAG war natürlich ein hervorragender Headliner
schon für Freitagabend angekündigt. Das alles Gratis...
Mit 12 Leuten erreichten wir schon Donnerstagabend das Festivalgelände,
machten uns beim Pavillion und Zeltaufbauen ein wenig zum Affen und
genossen die ersten Runden Bier. Ziemlich zügig waren die ersten
Leute
stramm und dann gings auch ins Zelt.
FREITAG (15.08.03)
Freitagmittag fing der Zeltplatz dann langsam an sich wirklich zu füllen
und auch unser Zeltdorf erreichte eine Einwohnerzahl von ca. 25 Personen.
Es wurde wieder viel getrunken und so kam es, dass viele von uns über-
haupt keine Band zu Gesicht bekamen.
Das Festival wurde um 17 Uhr von SKUNK eröffnet. Es gab Skacore
auf
die Ohren, bei dem leider die komplette Bläser- und Orgelbegleitung
aus der Konserve kam. Aber für die erste Band war's schon recht
ordent-
lich. Ingo und Sascha kippten betrunken auf der Wiese um, ich war zu-
frieden. Die nächste Band die ich sah, waren um 19 Uhr ITCHY POOPZKID
auf der kleinen Bühne. Die Jungs hatten den gleichen Schriftzug
wie
Blink 182, die gleiche Gitarre, teilweise die gleiche Haarfrisur und
machten auch so Musik wie Blink 182. College-Pop-Punk oder wie auch
immer. Zu Bewegungen im Publikum kam es erst nach einer kleinen Range-
lei zwischen einem Punk, der ständig die Bühne enterte und
sich das Mikro
schnappte, und einem Ordner. Nachdem mittlerweile 90% unseres Camps
stramm waren und sich kaum noch bewegen konnten machte ich mich auf
zu PALE. Vor der Hauptbühne wurde es langsam voller und die Jungs
machten mit ihrem Emo-Pop-Rock schon ganz gut Stimmung. Unser halbes
Camp lag schon in irgendwelchen Ecken, als um 22.20 Uhr endlich
ANTI-FLAG die Bühne betraten. Der Platz vor der Bühne war
jetzt total
überfüllt und irgend ein Idiot sprühte erstmal ein bischen
Reizgas
in die Menge. Zum Glück verzog sich dieses schnell, so dass das
Konzert nicht behindert wurde. Die Punkrocker aus Pittsburgh zeigten
erstmal allen Rassisten, Faschisten und George Bush den Mittelfinger
und legten mit "Fuck Police Brutality" los. Das Publikum ging vom
ersten Ton an extrem ab und ich wunder mich heute noch, dass es keine
schwer Verletzten gab, denn was da abging war das Maximum, was ohne
Zaun zwischen Bühne und Publikum ging. Ca. 7000 Leute feierten
vor
der Bühne mit und die Band erkundigte sich nach fast jedem Lied,
ob
die Leute vor der Bühne noch ok seien. Ordner waren die ganze
Zeit
damit beschäftigt Leute vom Stagediven abzuhalten und die Band
brachte
einen Kracher nach dem anderen. Ich vermisste "A new Kind of Army",
ansonsten war fast alles dabei. Es gab einige neue Songs, wie "Fuck
the Flag, Fuck you"; der Klassiker "Die for your Government" machte
den kröhnenden Abschluss, jetzt war auch mal Stagediven im größeren
Maße erlaubt. An sich wie gesagt ein guter Auftritt, jedoch war
der
Sound unglaublich schlecht. Sowas hab ich noch nie erlebt. Ich weiß
nicht wer da am Mischpult saß, aber wer auch immer es war hat
einiges
an Spass versaut. Gesang war kaum zu verstehen, es kam einem nur ein
Soundbrei entgegen und als die Band dann noch mal mit "Spaz's House-
destruction Party" zurück kam, wurde die Anlage garnicht angemacht,
man hörte nur Bühnensound.
Für mich sorgten BITUME für den Ausklang des Abends. Guter
Punkrock.
Es wurde langsam leerer vor der Bühne und auch ich verzichtete
auf
weitere Bands. Gute Nacht!
SAMSTAG (16.08.03)
Nach einer harten Nacht freue ich mich auf FURILLO. Ska'n'Roll von
feinsten! Vor der Bühne ist es so trocken und staubig, dass ich
braun
spucke, keine Luft mehr bekomme und auch sonst von Kopf bis Fuss voller
Staub bin. Die Band nimmt das alles locker und bringt ne wirklich
coole Show, die um diese Uhrzeit echt schon viele Leute zum schwitzen
bringt.
Die nächste Band die ich mir reinziehe ist ANGELIKA EXPRESS. Die
machen
einen ganz guten Pop-Rock, der mich aber nach einer Weile langweilt.
Ansonsten sehe ich an diesem Tag nur noch den Auftritt von OMA HANS.
Der Auftritt der Dackelblut-Nachfolger kommt lange nicht an den Anti-
Flag Auftritt vom Vortag ran, auch wenn es vor der Bühne wieder
sehr
voll ist bewegen sich diesmal nur die ersten Reihen vor der Bühne.
Nur soundtechnisch wars besser, aber das war ja auch kein Problem.
Die letzte Nacht wird wieder getrunken und dann Sonntags nichts wie
weiter zum Zelten am Alfsee.
Fazit: Stemwede lohnt sich immer, auch wenn man nicht wegen den Bands
hinfährt. 25000 Leute die einfach friedlich Spass haben und 2
Tage im
Dreck leben. Was will man mehr, wenn das Ganze dann noch total un-
kommerziell ist? Dieses Jahr gabs Bandtechnisch mit Anti-Flag natürlich
noch
ein absolutes Highlight, darum einfach mal: Daumen hoch, bis zum
nächsten Mal!
BB