Mein Herz schlägt ja immer höher,
wenn im AJZ mal wieder ein Ska-Kon-
zert ansteht. Obwohl ich gestern schon
bei den Busters im Ringlokschup-
pen war, wollte ich mir diese Veranstaltung
natürlich auf keinen Fall entgeh-
en lassen. 3 Bands, darunter zwei ausländische,
für 7 Euro, da stimmt das
Preis-Leistungs-Verhältnis mal wieder!
Den undankbaren Openerjob hatten aber erstmal
die Local Heroes von
Blockhead. Die Jungs haben ja in
den letzten Wochen ordentlich von sich
reden gemacht und so passte es mir ganz
gut, dass ich die Jungs nun auch
endlich mal zu sehen bekam. Auf die Ohren
gab es Ska-Punk der amerika-
nischen Prägung. Die Jungs starteten
schnell durch, fanden aber auch Platz
für eine reggaelastige Nummer. Eine
wahre Freude für Fans von Less Than
Jake und Co. Ich weiss nicht ob
es an der Gitarren- und Basswah lag, aber
die Punkparts erinnerten micht stellenweise
auch an Blink 182, was keines
Wegs als Kritik gemeint ist. Der Raum
Bielefeld hat also eine neue Band
im Bereich Ska-Punk am Start. Sauber!
Schön wäre es nur, wenn die Jun-
gs es schaffen würden, ihren Songs
etwas mehr ursprüngliches, jamaika-
nisches Flair zu verpassen und sich ein
wenig mehr von den US-Vorbildern
lösen könnten. Den mitgebrachten
Fans gefiel es jedoch auch so und so
wurden bereits die ersten Runden getanzt.
Aber: man trägt auf der Bühne
definitiv kein Shirt seiner eigenen Band...
Sehr viel jamaikanischer klangen die Jungs
von den USCB Allstars. Die
Schweden boten eine reggae- und rocksteadylastige
Ska Variante die mich
überzeugen konnte. Vor der Bühne
war das AJZ mittlerweile gut gefüllt und
es durfte ordentlich getanzt werden. Das
Publikum war begeistert und for-
derte nach dem regulären Set Zugaben,
die es dann auch gab. Irgendwann
musste sich die Band dann jedoch, trotz
weiterer Zugabenwünschen ver-
abschieden: Ein großer Erfolg für
die erste Tour in Deutschland! Ich denke
die Jungs wird man noch das ein oder andere
Mal wiedersehen.
Als letztes war dann die Rotterdam Ska
Jazz Foundation am Start. Die Nie-
derländer waren ja bereits vor zwei
Jahren im AJZ zu sehen und konnten
damals mit ihrem Mix aus Instrumentalsongs
und Songs mit einer sehr star-
ken weiblichen Stimme überzeugen.
Auch in diesem Jahr legten die Jungs
wieder rein instrumentell los. Virtuos
schafften es die Holländer mit ihren
Instrumenten zu unterhalten: von Skatalites
Klassikern, über Jazz-Interpre-
tationen bis hin zu eigenen Songs war
alles dabei. Vor der Bühne wurde
ordentlich getanzt und Solistenapplaus
verteilt, diese Band würde auch su-
per in einen Künstlerschuppen oder
einen gepflegten Jazz-Club passen.
Irgendwie brauche ich für meinen
Teil schon Gesang zwischendurch und
so konnte mich die Band doch irgendwie
nicht wirklich überzeugen, auch
wenn das musikalisch erste Sahne war.
Ich blieb nicht ganz bis zum Ende
und kann daher auch nicht genau sagen,
ob es nachher noch Songs mit Ge-
sang gab...
Fazit:
Mit Sicherheit nicht der beste Ska-Abend
im AJZ, aber viel falsch machen
kann man mit dem Besuch eines Ska-Abends
im AJZ ja eigentlich nicht.
BB
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