Rotterdam Ska Jazz Foundation, USCB Allstars...
28.12.05 - Bielefeld / AJZ

Mein Herz schlägt ja immer höher, wenn im AJZ mal wieder ein Ska-Kon-
zert ansteht. Obwohl ich gestern schon bei den Busters im Ringlokschup-
pen war, wollte ich mir diese Veranstaltung natürlich auf keinen Fall entgeh-
en lassen. 3 Bands, darunter zwei ausländische, für 7 Euro, da stimmt das
Preis-Leistungs-Verhältnis mal wieder!

Den undankbaren Openerjob hatten aber erstmal die Local Heroes von
Blockhead. Die Jungs haben ja in den letzten Wochen ordentlich von sich
reden gemacht und so passte es mir ganz gut, dass ich die Jungs nun auch
endlich mal zu sehen bekam. Auf die Ohren gab es Ska-Punk der amerika-
nischen Prägung. Die Jungs starteten schnell durch, fanden aber auch Platz
für eine reggaelastige Nummer. Eine wahre Freude für Fans von Less Than
Jake und Co. Ich weiss nicht ob es an der Gitarren- und Basswah lag, aber
die Punkparts erinnerten micht stellenweise auch an Blink 182, was keines
Wegs als Kritik gemeint ist. Der Raum Bielefeld hat also eine neue Band
im Bereich Ska-Punk am Start. Sauber! Schön wäre es nur, wenn die Jun-
gs es schaffen würden, ihren Songs etwas mehr ursprüngliches, jamaika-
nisches Flair zu verpassen und sich ein wenig mehr von den US-Vorbildern
lösen könnten. Den mitgebrachten Fans gefiel es jedoch auch so und so
wurden bereits die ersten Runden getanzt. Aber: man trägt auf der Bühne
definitiv kein Shirt seiner eigenen Band...

Sehr viel jamaikanischer klangen die Jungs von den USCB Allstars. Die
Schweden boten eine reggae- und rocksteadylastige Ska Variante die mich
überzeugen konnte. Vor der Bühne war das AJZ mittlerweile gut gefüllt und
es durfte ordentlich getanzt werden. Das Publikum war begeistert und for-
derte nach dem regulären Set Zugaben, die es dann auch gab. Irgendwann
musste sich die Band dann jedoch, trotz weiterer Zugabenwünschen ver-
abschieden: Ein großer Erfolg für die erste Tour in Deutschland! Ich denke
die Jungs wird man noch das ein oder andere Mal wiedersehen.

Als letztes war dann die Rotterdam Ska Jazz Foundation am Start. Die Nie-
derländer waren ja bereits vor zwei Jahren im AJZ zu sehen und konnten
damals mit ihrem Mix aus Instrumentalsongs und Songs mit einer sehr star-
ken weiblichen Stimme überzeugen. Auch in diesem Jahr legten die Jungs
wieder rein instrumentell los. Virtuos schafften es die Holländer mit ihren
Instrumenten zu unterhalten: von Skatalites Klassikern, über Jazz-Interpre-
tationen bis hin zu eigenen Songs war alles dabei. Vor der Bühne wurde
ordentlich getanzt und Solistenapplaus verteilt, diese Band würde auch su-
per in einen Künstlerschuppen oder einen gepflegten Jazz-Club passen.
Irgendwie brauche ich für meinen Teil schon Gesang zwischendurch und
so konnte mich die Band doch irgendwie nicht wirklich überzeugen, auch
wenn das musikalisch erste Sahne war. Ich blieb nicht ganz bis zum Ende
und kann daher auch nicht genau sagen, ob es nachher noch Songs mit Ge-
sang gab...

Fazit:
Mit Sicherheit nicht der beste Ska-Abend im AJZ, aber viel falsch machen
kann man mit dem Besuch eines Ska-Abends im AJZ ja eigentlich nicht.

BB
 

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