Nicht zuletzt durch Touren mit deutschen Bands wie Rasta Knast
und den Ärzten
ist die alternative japanische Musik-Szene in den letzten Jahren auch
in Deutschland
ein Stück weiter bekannt geworden. Auch die japanische Ska-Band
The Rollings
tourte bereits letztes Jahr durch Deutschland und so war es aufgrund
der guten Reso-
nanz kaum verwunderlich, dass die sieben freundlichen JapanerInnen
auch dieses Jahr
wieder nach Europa kamen. Also wiedereinmal Ska-Abend im AJZ, wieder
einmal ein
volles AJZ!
Um 21.15 machte die Rotterdam Ska-Jazz Foundation den Anfang.
Der Name sagt
eigentlich schon alles: die Combo kommt aus den Niederlanden und macht
Ska-Jazz.
Mit dem Opener "Song for my father" rissen sie auch gleich das Publikum
auf ihre Seite.
Fröhlich begannnen die Leute zu den Instrumental(!)-Stücken
zu tanzen. Obwohl ich
eigentlich nicht so sehr auf starke Jazz-Einflüsse im Ska stehe,
fand ich die Band ganz ok,
jedoch fehlte mir eindeutig Gesang. Der setzte dann jedoch mit der
zweiten Hälfte des
Sets ein und die Band gefiel mir noch etwas besser. Der rundliche,
kahlgeschorene Sänger
sorgte für gute Laune und Songs wie "Puertorican Shower" , "Waking
up Dead" und
"Kingston" heizten dem Publikum schon ordentlich ein. Den Abschluss
machte "This is the
Night" und als das Publikum nach mehr verlange gab es auch noch "Old
Rocking Chair".
Ich persönlich fand die Band ganz gut, aber nicht überwältigend.
Für Freunde der Jazz-
Einflüsse aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Dann waren auch schon The Rollings an der Reihe. Two Tone aus
Japan: Das klingt
interessant und das ist auch. Schon zum zweiten Mal gastierten die
drei Damen und vier
Herren im AJZ und brachten von anfang an den ganzen Laden zum tanzen.
Trotz einiger
Soundprobleme zu Beginn des Konzerts blieb die Stimmung super. Obwohl
die Bläser -
oder besser Bläserinnen - Abteilung der Band mit zwei Damen außerordentlich
dünn be-
setzt ist konnte die Band wirklich überzeugen, der bandeignene
Vortänzer heizte dem
Publikum zusätzlich ein. Auch leichte Kommunikationsschwierigkeiten
zwischen Band
und Publikum bei Ansagen der Band taten dem Konzert keinen Abbruch.
Gespielt
wurden Songs wie "Are you", "Mission", "Murder" und der Hit "Rude Boy".
Als die
Band mit dem Song "I got" aufhörte tropfte der Schweiß mal
wieder von den schwarzen
Wänden des AJZ, aber niemand hatte schon genug. Laut wurde nach
Zugaben verlangt
und die gab es auch. Doch auch nach dem regulären Zugabeblock
hatte das keiner
genug. Die Band sass völlig erschöpft auf der Bühne
und ließ sich gerne zu zwei weiteren
Songs ermuntern, dann war wirklich Schluss und die Band flüchtete
völlig erschöpft
von der Bühne. Wirklich guter Auftritt!
Alles in allem mal wieder ein hervorragender Ska-Abend im AJZ, der jedoch
nicht die
grandiose Halloween Party getoppt hat. Auch der Eintritt von 7 Euro
war ok.
BB