Unter dem Motto "Ritas Rock" wurde in die
Turnhalle des Ravensberger
Gymnsasiums direkt neben dem Herforder
Stadttheater geladen. Ich er-
reichte den Ort des Geschehens um 20 Uhr
und hatte somit den christ-
lichen Teil des Abendprogramms bereits
verpasst, vom Pro Blunder-Auf-
tritt bekam ich nichts mit.
Nett war, dass es anstatt eines Stempels
einen Button als "Eintrittskarte"
gab, das eröffnete zwar dem Betrug
alle Türen, bei einem Eintrittspreis
von 4 € machten jedoch nicht allzuviele
gebrauch von der "Lücke im Sys-
tem". Die Konzertbesucher und Bands mußten
sich auch mit anderen
Problemen als "Wie kann ich mir den Eintritt
erschleichen?" auseinander-
setzen, viel wichtiger schien für
einige die Frage "Wo kriege ich Alkohol
her?", denn auf den ganzen Festival herrschte
Alkoholverbot. Dement-
sprechend roch die ein oder andere Fanta-Flasche
recht herb und auf
dem Parkplatz wurde der ein oder andere
Sekt geleert. Willkommen in
der Schule!
Direktorin Rita erschien zur Freude ihrer
Schüler in tatsächlich im Rock,
ich interessierte mich erstmal für
die Verpflegung: Nur Getränke aus dem
Hause Coca Cola und fleischiges Esssen!
Mir blieb die Fastenvariante
und ich begnügte mich mit Wasser...
Aber wir wollte ja über Musik sprechen
bzw. schreiben. Kommen wir al-
so zur ersten Band die ich mitbekam: Crowded
Kitchen. Die Jungs be-
gannen vor recht leerer Turnhalle mit
einem (recht) neuen Song. Das
klang soweit ganz gut, die Turnhalle füllte
sich (immer ein gutes Zeich-
en) und Freunde des Retro Rock kamen auf
ihre Kosten. Ein kleiner
Taktfehler wurde mit breitem Grinsen kommentiert,
hinter den Bühnen-
getränken durfte ich während
des Gigs herlaufen. Was ist das für eine
Planung? Welche Band geht ohne Getränke
auf die Bühne? Naja, wat
soll's? Neben neuen gab es natürlich
vor allem Songs die auch auf der
7-Track-EP "Short Wave Radio" sind, "Got
It" ist weiterhin ein Hit.
Als Prometheus sich dann für
ihren Auftritt fit machten, kamen einige
Leute in die Turnhalle die sich in der
Nähe der Bühne hinsetzten. Gi-
tarrist Dominik Gruschka nahm das grinsend
hin und kündigte an, dass
auch die Band im Sitzen spielen werde.
Dementsprechend gab es den
ersten Song sowohl von Band (Ausnahme:
Sänger Gerrit) als auch von
Publikum im Sitzen. Als sich die Bandmitglieder
dann im Laufe des
zweiten Songs doch hinstellten folgte
flugs das Publikum. Es wurde
immer mal wieder die ein oder andere Runde
zum Grunge-Sound der
Band getanzt. Den Höhepunkt erreicht
das Set mit dem Hit "Redemp-
tion", der das Publikum wirklich zum Kochen
brachte.
Gegen 22.10 waren dann auch Yell Of
Rage am Start. Die Jungs schie-
nen nicht so 100% gut gelaunt, was aber
auch wohl an der Tatsache
gelegen haben dürfte, dass der Zeitplan
mächtig aus dem Ruder gelau-
fen war, denn das Konzert durfte nur bis
23 Uhr gehen und nach Yell of
Rage sollten noch Shorthanded
spielen, quasi ein Ding der Unmöglich-
keit. Ins Set gestreut gab es immer wieder
neue Songs, die noch nicht
auf der aktuellen Platte "Dear Life" zu
hören sind und die allesamt über-
zeugen konnten. Yell Of Rage setzen
jetzt vermehrt auf deutsche Tex-
te und besetzen damit eine recht leere
Nische im Emo-/Hardcore Be-
reich. Nett war, neben den wie immer grandiosen
Songs, auch die An-
sage von Gitarrist und Shouter Jonas Kreft:
"Claus Grapke hat uns
zwar gesagt wir sollen das nicht mehr
sagen, aber nach dem Konzert
könnt ihr trotzdem unsere CD kaufen."
Ich mußte dann leider mitten im Set
abhauen, während draußen noch
fleißig diskutiert wurde, ob Shorthanded
jetzt noch auftreten dürfen. Wie
es ausgegangen ist weiß ich zur
Zeit leider nicht, ärgerlich wäre es aller-
dings gewesen wenn sie nicht aufgetreten
wären, denn die Jungs sind
erstens gut, hatten zweitens die längste
Anreise und sind drittens sogar
in Originalbesetzung aufgelaufen.
BB
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