Was für ein Wochenende: Samstag erst
Schweicheln
Rock City,
dann Geburtstagsparty bis in den Morgen
hinein, Sonntag erst
wählen, dann Fussball und anschließend
auf nach Köln um bei
der diesjährigen Reunionshow von
No
Fun At All dabei zu sein.
Um 17 Uhr holte mich dann auch Fenne ab,
natürlich war ich mal
wieder nicht fertig, dann ging es weiter
um weitere Mitreisende
aus den umliegenden Städten und Dörfern
abzuholen. Verdamm-
te Axt waren wir spät: die Uhr zeigte
bereits an, dass es in ein
paar Minuten die ersten Hochrechnung geben
würde und wir wa-
ren noch nichteinmal auf der Autobahn...
dann gab es auch noch
Stau und aufgrund des Gerstensaftkonsum
einige Pinkelpausen,
so dass schnell klar wurde, dass wir niemals
pünktlich in Köln
ankommen würden...
Wir verpassten sowohl eine noch recht junge
Band, die angeb-
lich schon gegen 19.30 spielte und von
der mir nur bekannt ist
dass sie "Bro Hymn" von Pennywise
gecovert hat, als auch mit
3 Feet Smaller die erste angekündigte
Vorband. Von der Öster-
reichern hörte ich im nachhinein
nur positives, einige von euch
werden sie mit Sicherheit noch von der
letztjährigen NFAA-Re-
unionshow aus dem Kölner Underground
kennen.
Gegen 20.45 erreichten wir endlich die
Live
Music Hall und bald
darauf legten auch die Kassierer
los. Ich war gespannt auf die
Jungs, denn ich hatte sie noch nie live
erlebt, aber schon die ein
oder andere Geschichte gehört. Die
Wattenscheider eröffneten
mit "Besoffen sein", es folgte "Sex mit
dem Sozialarbeiter". Vom
Gesang konnte man irgendwie nicht viel
verstehen, trotzdem
guckte die doch recht zahlreich vertretene
"Styler-Fraktion" recht
ungläubig. Nachdem die Security irgendwelche
Leute rausschmei-
ßen wollte, weil diese sich ausziehen
wollten, zog sich Sänger
und APPD-Kanzlerkandidat Wolfgang Wendland
aus. Es folgten
Songs wie "Blumenkohl am Pillemann" und
"Mach die Titten frei
ich will wichsen". In Konzertsaal wurde
es leerer und die ersten
Pfiffe ertönten. Weiter standen Songs
wie "Mein Glied ist zu groß",
"Dr. Martens" und "Außerirdischer
wo befindet sich dein After"
auf dem Programm. Die Pöbelpunks
passten wirklich überhaupt
nicht ins Konzept, den Hauptschock für
das Publikum gab es als
Gitarrist Niko Sonnenscheisse die Hand
vom Schlagzeuger in
den allerwertesten geschoben bekam...
den größten Applaus
bekamen die Kassierer als sie ankündigten
nun den letzten Song
spielen zu wollen.
Dann strömten die ca. 1400 Konzertbesucher
aber auch wieder
in den Konzertsaal um dem zweiten No
Fun At All Gig des heu-
tigen Tages beizuwohnen. Dem zweiten?
Ja klar, nach dem le-
gendären Underground Konzert im letzten
Jahr ließen es sich
die Schweden nicht nehmen, vor dem großen
Live Music Hall
Gig ein kurzes, aber exklusives Geheimkonzert
im Underground
zu spielen.
Als dann Paddy die Bühne der Live
Music Hall betrat um die No
Fun At All anzukündigen gab
es kein Halten mehr: Die Band be-
trat die Bühne und mit dem ersten
Akkord bildete sich ein großer
Moshpit vor der Bühne. Die Band wirkte
sichtlich erfreut vor so
einem großen Publikum zu spielen
und spielte einen Hit nach
dem anderen, quer durch die Bandgeschichte,
bereits als zwei-
ter Song gab es das fantastische "Beat'em
Down". Sänger Inge-
mar Jansson wirkte mit seinen langen Haaren
und der Brille ir-
gendwie ein bißchen psychopathisch
und teilweise unkoordiniert,
die anderen Bandmitglieder wirkten dafür
umso frischer. Alles in
allem war mir die Band sehr sympathisch,
denn die Jungs kon-
zentrierten sich nicht, wie es aktuelle
Bands leider viel zu oft tu-
en, darauf gut auszusehen, sondern rockten
einfach ordentlich
die Hall.
Mit "Where´s the truth" und "Alcohol"
wurden echte Klassiker ge-
spielt, auch "Catch Me Running If You
Around" soweit ich weiß
dabei, mit "Stranded" näherte sich
das offizielle Set dem Ende
zu. Doch dann war es an der Zeit für
den Beginn einer Spezial-
Performance: Paddy kam, augenscheinlich
unter Alkoholeinfluss,
auf die Bühne und animierte das Publikum
zu Zugaberufen, etc.
Die Band kam wieder und am Bühnenrand
gingen einige Leute,
unter Ihnen auch Paddy ordentlich ab.
Bei "celestial q&a" und
"Believers" schnappte er sich dann gleich
auch mal das Mikro
und feierte die Songs richtig ab. Als
die Band dann nach "Master
Celebrator" wieder kurzzeitig in der Hintergrund
trat ging er noch
einmal ans Mikro um zur allgemeinen Belustigung
völlig dicke
irgendetwas auf englisch ins Mikro zu
gröhlen. Unverständlicher
Weise fingen ein paar Leute an "Buh!"
zu rufen und auch im Fo-
rum des Konzerts gab es am nächsten
Tag einige negative Ein-
träge zu diesem Auftritt, was ich
wirklich nicht verstehe: Mal
ganz davon abgesehen dass der Mann den
Abend organisiert
hat, finde ich das nichts dagegen spricht
wenn Leute auf Punk-
rock Konzerten Bands richtig abfeiern
und sich auf mal besoffen
das Mikro krallen. Gerade diese Nähe
zwischen Band, Publikum
und in diesem Fall Veranstalter macht
doch den Reiz von Punk-
rock aus. Wer bei zwei Songs nen bißchen
Mitgegröhle nicht er-
trägt, wobei ich sowas eigentlich
nicht als störend, sondern eher
als Ansporn nochmehr abzugehen empfinde,
der sollte sich ent-
weder nen anderen Musikstil suchen oder
nur noch auf die ganz
großen, unpersönlichen Konzerte
gehen. Stellt euch am besten
noch noch ne halbe Stunde vor den Spiegel,
damit eure Haare
auch unter euren Trucker-Caps ordentlich
sitzen, übt von mir
aus auch cool rumstehen vor eurem Spiegel,
aber lasst abgehen
wer abgehen will. Basta! Und jetzt wieder
zum Thema...
... denn was jetzt noch folgte war wirklich
ein starker Abschluss.
Die Schweden kamen noch einmal zurück
um ein paar Cover-
Songs zu spielen: Für mich war das
Sex Pistols Cover das ab-
solute Highlight, die Masse feierte Gang
Green am meisten ab.
Fazit:
Alle die im letzten Jahr im Underground
dabei waren, waren sich
einig, dass dieses Konzert nicht an die
legendäre Show rankam.
Kein wunder, die Atmosphäre in so
einem Club wie dem Under-
ground ist natürlich immer eine ganz
besondere und eine zweite
Reunionshow ist nie so aufregend wie die
erste.
Ich war leider im letzten Jahr im Undeground
nicht dabei und
fand das Konzert in der Live Musik Hall
echt gut: Publikum aus
allen teilen Deutschlands und den angrenzenden
Ländern, eine
Band die wirkte als hätte sich Spass
auf der Bühne und endlich
mein erstes No Fun At All Konzert!
Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die
Securities in der Live Musik
Hall, die haben sich nach übereinstimmenden
Aussagen mehrer
Konzertbesucher aufgeführt wie die
Wilden und hatten anschei-
nend Spass daran Leute rauszuschmeissen.
BB
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