Bevor ich hier ins Detail gehe...
Man muss sich mal vorstellen, wie das gehen soll: Wenn man(n) an einem
Freitag Nachmittag vonner Arbeit mehr oder weniger gestresst nach Hause
kommt
und sich denkt „Mensch, jetzt hab ich bock, mir erstmal n paar Bierchen
in den
Hals zu schütten!“ und dieses trotz eines Auftrages des Shitletter-Chefs
Basti
B. zu allem Überfluss auch noch tut, wie soll man am nächsten
Tag (und das
ist jener an diesem dieser Konzertrückblick geschrieben wurde)
eben einen
solchen zu Papier bringen?
So sitze ich nun hier und versuche die Fetzen Erinnerungen, die nicht
mit
den von gestern zerstörten Hirnzellen verbunden sind, zusammen
zu setzen. Lest
mal, was da noch zusammengekommen ist! ;-)
Um 18 Uhr kommt Paddy in seinem raumkomfortablen Fiat Uno zur mir gefahren
und lädt mich ein. Sehr schön, eben noch n paar Bier gekauft
und los geht´s aus
Bremen in Richtung Hannover (Nix is´doofer als Hannover- Die
Schläger).
Schon während der Fahrt merkt man, Paddy und ich sind n tolles
Team. Es geht
gleich an tiefgehende Gespräche, dazu schön Muff Potter hören
und das äußerst
sportliche Erleichtern des Inhalts meines 6-Päckchens.
In Hannover sieht natürlich noch immer alles gleich aus, so dass
wir uns auch leicht
verfahren, aber das „Faust“ ist an sich schnell gefunden... Cool gehe
ich an den
Eingangstresen und gebe den Kassenmenschen bekannt, dass ich für
den Shitletter
auf der Gästeliste stehe. Und tatsächlich wird mein Name
gefunden, Paddys steht
etwas unsicher daneben und bezahlt, ich fühle mich seriös
und außerdem erleichtert,
denn 6 € Eintrittsgeld sparen bedeutet, für 6 € mehr
Bier kaufen zu können, leider
kostet ein 0,4 Einbecker schon 2,60 €.. Scheiße.
Nun denn, jetzt hieß es erstmal ca. 2 Stunden warten, wir waren
wohl etwas früh
da. Aber das bringt einen ja nicht aus der Ruhe, wozu gibt es eine
Theke?
Gegen 22 Uhr fingen dann One Man And His Droid an, zu denen
ich leider sagen
muss, so vom Hocker gehauen ham die mich nich gerade. Die Songs waren
zwar
recht kraftvoll und emotional, aber irgendwie waren die auch immer
schon nach
2 Minuten plötzlich vorbei, so dass man dachte, irgendwas fehlt
da noch. Vom
Songwriting her fehlten dem einfach auch die Teile, die sich nach 1
Mal hören
sofort ins Hirn brennen. Cool fand ich allerdings die Synthiparts,
die waren recht
geschickt eingebaut. Das Publikum hat sich auch nicht gerade verausgabt,
aber
zumindest war es gerappelt voll. So nach ner halben Stunde (ich schätze
ich muss
lügen, ich hab den ganzen Abend nicht einmal auf die Uhr geguckt)
verabschiedete
sich der Fünfer dann von der Bühne, was für mich hieß,
schnell noch ein Bier holen
um die Umbaupause zu überbrücken. Ich muss sagen, ich war
jetzt ziemlich heiß
auf Muff Potter..
Irgendwann (was weiß ich wie spät das da war) wurde im Saal
dann wieder das
Licht gedimmt und das „Heute wird gewonnen“- Intro schallte durch die
Boxen,
die Jungs betraten die Bühne und krachten gleich mit „Young Until
I Die“ und
„Take A Run At The Sun“ ziemlich gut los.. Am Anfang ein paar tontechnische
Schwierigkeiten, aber das war nich so wild. Direkt vor der Bühne,
wo ich mich
zum traditionellen Abspacken bereits vorher eingerichtet hatte, hörte
man davon
jedenfalls nicht allzu viel.
Es ging jedenfalls ziemlich gut ab. Muff Potter wirkten bei ihrem Start
zu ihrer bis-
lang längsten Clubtour durch Deutschland, Österreich und
die Schweiz frisch und
locker und spielten unglaublich fehlerfrei. Im Set brachten sie eine
gute Mischung
aus den beiden letzten Alben „Bordsteinkantengeschichten“ und „Heute
wird ge-
wonnen, bitte“. Meine persönlichen Highlights waren „Ernte 23
Dankfest“ (man ist
das schön) und auch die 1. Singleauskopplung der Münsteraner
überhaupt, „Placebo
Domingo“.
Im Publikum kochte es förmlich, viele konnten die Texte mitsingen
und waren offen-
sichtlich auch nur wegen Muff Potter da.. Die spielten Songs wie „Unkaputtbar“,
„Auf der Bordsteinkante“, „Schwester Im Rock“ (inkl. singender Schwester)
oder
„Am 5. Oktober“ ordentloch runter und präsentierten auch noch
einen B-Seiten
Song der neuen Single.
Nach dem letzten Song vor den Zugaben, ich glaub das war „Elend #16“
-kann
aber auch das „Siegerlied“ gewesen sein- wurde dann nach dem meines
Erachtens
etwas abgedroschenen Von-Der-Bühne-Gehen „Wir sitzen so vorm Molotow“
angespielt und es ging weiter. Die Zugabe dauerte auch recht lange
5 oder 6 Songs
auf das reguläre Set obendrauf. U.a. „von den Streichhölzern
und den Motten“,
den Nagel allen widmete, die in dieser Nacht noch die betrunkenen Freunde
nach
Hause fahren mussten (Hallo Paddy ;-)). Mit dem letzten Song „100 Kilo“
wurde
die Band dann feierlich wieder Richtung Backstage-Area verabschiedet
und auch
Paddy und ich suchten ziemlich kaputt dann das Weite Richtung Heimat.
Fazit:
Muff Potter sind echt eine überzeugende Liveband. Ich empfehle
jedem bei der jetzt
anlaufenden Tour mal vorbeizuschauen. Leider fehlten mir an diesem
Abend ein paar
erklärte Lieblingssongs, nämlich „die Hymne“, „Dieser Saatjohann“
und „Los Stop
Schade“... Naja man kann nich alles haben, jedenfalls hat sichs voll
gelohnt!
Grilli Koslowski-Only