Muff Potter, One Man And His Droid
16.01.04 - Hannover / Faust

Bevor ich hier ins Detail gehe...
Man muss sich mal vorstellen, wie das gehen soll: Wenn man(n) an einem
Freitag Nachmittag vonner Arbeit mehr oder weniger gestresst nach Hause kommt
und sich denkt „Mensch, jetzt hab ich bock, mir erstmal n paar Bierchen in den
Hals zu schütten!“ und dieses trotz eines Auftrages des Shitletter-Chefs Basti
B. zu allem Überfluss auch noch tut, wie soll man am nächsten Tag (und das
ist jener an diesem dieser Konzertrückblick geschrieben wurde) eben einen
solchen zu Papier bringen?
So sitze ich nun hier und versuche die Fetzen Erinnerungen, die nicht mit
den von gestern zerstörten Hirnzellen verbunden sind, zusammen zu setzen. Lest
mal, was da noch zusammengekommen ist! ;-)

Um 18 Uhr kommt Paddy in seinem raumkomfortablen Fiat Uno zur mir gefahren
und lädt mich ein. Sehr schön, eben noch n paar Bier gekauft und los geht´s aus
Bremen in Richtung Hannover (Nix is´doofer als Hannover- Die Schläger).
Schon während der Fahrt merkt man, Paddy und ich sind n tolles Team. Es geht
gleich an tiefgehende Gespräche, dazu schön Muff Potter hören und das äußerst
sportliche Erleichtern des Inhalts meines 6-Päckchens.
In Hannover sieht natürlich noch immer alles gleich aus, so dass wir uns auch leicht
verfahren, aber das „Faust“ ist an sich schnell gefunden... Cool gehe ich an den
Eingangstresen und gebe den Kassenmenschen bekannt, dass ich für den Shitletter
auf der Gästeliste stehe. Und tatsächlich wird mein Name gefunden, Paddys steht
etwas unsicher daneben und bezahlt, ich fühle mich seriös und außerdem erleichtert,
denn 6 € Eintrittsgeld sparen bedeutet, für 6 € mehr Bier kaufen zu können, leider
kostet ein 0,4 Einbecker schon 2,60 €.. Scheiße.
Nun denn, jetzt hieß es erstmal ca. 2 Stunden warten, wir waren wohl etwas früh
da. Aber das bringt einen ja nicht aus der Ruhe, wozu gibt es eine Theke?
Gegen 22 Uhr fingen dann One Man And His Droid an, zu denen ich leider sagen
muss, so vom Hocker gehauen ham die mich nich gerade. Die Songs waren zwar
recht kraftvoll und emotional, aber irgendwie waren die auch immer schon nach
2 Minuten plötzlich vorbei, so dass man dachte, irgendwas fehlt da noch. Vom
Songwriting her fehlten dem einfach auch die Teile, die sich nach 1 Mal hören
sofort ins Hirn brennen. Cool fand ich allerdings die Synthiparts, die waren recht
geschickt eingebaut. Das Publikum hat sich auch nicht gerade verausgabt, aber
zumindest war es gerappelt voll. So nach ner halben Stunde (ich schätze ich muss
lügen, ich hab den ganzen Abend nicht einmal auf die Uhr geguckt) verabschiedete
sich der Fünfer dann von der Bühne, was für mich hieß, schnell noch ein Bier holen
um die Umbaupause zu überbrücken. Ich muss sagen, ich war jetzt ziemlich heiß
auf Muff Potter..
Irgendwann (was weiß ich wie spät das da war) wurde im Saal dann wieder das
Licht gedimmt und das „Heute wird gewonnen“- Intro schallte durch die Boxen,
die Jungs betraten die Bühne und krachten gleich mit „Young Until I Die“ und
„Take A Run At The Sun“ ziemlich gut los.. Am Anfang ein paar tontechnische
Schwierigkeiten, aber das war nich so wild. Direkt vor der Bühne, wo ich mich
zum traditionellen Abspacken bereits vorher eingerichtet hatte, hörte man davon
jedenfalls nicht allzu viel.
Es ging jedenfalls ziemlich gut ab. Muff Potter wirkten bei ihrem Start zu ihrer bis-
lang längsten Clubtour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz frisch und
locker und spielten unglaublich fehlerfrei. Im Set brachten sie eine gute Mischung
aus den beiden letzten Alben „Bordsteinkantengeschichten“ und „Heute wird ge-
wonnen, bitte“. Meine persönlichen Highlights waren „Ernte 23 Dankfest“ (man ist
das schön) und auch die 1. Singleauskopplung der Münsteraner überhaupt, „Placebo
Domingo“.
Im Publikum kochte es förmlich, viele konnten die Texte mitsingen und waren offen-
sichtlich auch nur wegen Muff Potter da.. Die spielten Songs wie „Unkaputtbar“,
„Auf der Bordsteinkante“, „Schwester Im Rock“ (inkl. singender Schwester) oder
„Am 5. Oktober“ ordentloch runter und präsentierten auch noch einen B-Seiten
Song der neuen Single.
Nach dem letzten Song vor den Zugaben, ich glaub das war „Elend #16“ -kann
aber auch das „Siegerlied“ gewesen sein- wurde dann nach dem meines Erachtens
etwas abgedroschenen Von-Der-Bühne-Gehen „Wir sitzen so vorm Molotow“
angespielt und es ging weiter. Die Zugabe dauerte auch recht lange 5 oder 6 Songs
auf das reguläre Set obendrauf. U.a. „von den Streichhölzern und den Motten“,
den Nagel allen widmete, die in dieser Nacht noch die betrunkenen Freunde nach
Hause fahren mussten (Hallo Paddy ;-)). Mit dem letzten Song „100 Kilo“ wurde
die Band dann feierlich wieder Richtung Backstage-Area verabschiedet und auch
Paddy und ich suchten ziemlich kaputt dann das Weite Richtung Heimat.

Fazit:
Muff Potter sind echt eine überzeugende Liveband. Ich empfehle jedem bei der jetzt
anlaufenden Tour mal vorbeizuschauen. Leider fehlten mir an diesem Abend ein paar
erklärte Lieblingssongs, nämlich „die Hymne“, „Dieser Saatjohann“ und „Los Stop
Schade“... Naja man kann nich alles haben, jedenfalls hat sichs voll gelohnt!
 

Grilli Koslowski-Only