Muff Potter, Junges Glück, Voltaire
06.01.06 - Bielefeld / Forum

Ok, die Heimat aller Rockschuppen hatte mal wieder zur Visions Party
geladen und ich war heiß darauf mal wieder Muff Potter live zu sehen:
einem guten Abend stand also nichts im Weg.

Aufgrund eigener "musikalischer" Verpflichtungen verpasste ich so-
wohl Jungs Glück als auch Voltaire. Bereits Anwesende berichteten
mir aber im Nachhinein, dass erstere "ganz ok bis gut" waren, zwei-
tere jedoch nicht wirklich hätten überzeugen können.

Bis 23.20 Uhr erreichte ich dann aber doch das sehr sehr gut gefüllte
Forum. Trotz Vorfreude hatte ich vor dem Konzert die üblichen Beden-
ken, ihr kennt das ja: Man hört seit Jahren eine Band, irgendwann bringt
die dann mal ein Album das sie ein bißchen größer macht, auf der da-
rauf folgenden Tour sind zwar doppelt soviele Konzertbesucher, die
Hälfte davon sind aber Lutscher und was das Schlimmste ist, die Band
spielt eigentlich nur noch Songs vom neuen Album. Gerade bei Muff
Potter hatte ich Bedenken in der Hinsicht, weil die Jungs ja in den letz-
ten Jahren schon nur noch Songs von der "Bordsteinkantengeschich-
ten" und der "Heute wird gewonnen, bitte." gespielt haben.

Um 23.30 Uhr eröffneten die Wahlmünsteraner dann gleich mit einem
meiner absoluten Lieblingssongs: "Take A Run At The Sun" veranlasste
mich zu ersten Körperbewegungen, während der Rest des Publikums
noch recht still stand. Die Bühne war wie immer mit schönen alten
Lampen dekoriert und die Jungs legten ordentlich los. "Wecker tickt."
war der erste Song vom neuen Album und so langsam setzten sich
auch die jüngeren Konzertbesucher in Bewegung. Natürlich spielten
Muff Potter ordentlich viel von der "Von Wegen", aber auch von den bei-
den fanastischen Vorgängeralben "Bordsteinkantengeschichten" und
"Heute wird gewonnen, bitte" wurde einiges gespielt.
Vor der Bühne bildete sich ein Moshpit, der im Laufe der ersten Konzert-
hälfe immer größere Dimensionen annahm. Ich schaute mich im Publi-
kum um und entdeckte natürlich die 14 jährigen Mädchen, die Zusam-
men mit ihre Vätern alles neuen Songs mitsangen, doch Muff Potter ha-
ben es geschafft auch die alten Fans nicht zu vergraulen, was daran
liegen mag, dass die Jungs sich treu geblieben sind. Von mir gibt's da-
für den Titel "Integrationsband des Jahres".
"Feuerficker", "Wenn dann das hier" und "Antifamilia" konnten vom neu-
en Album wirklich überzeugen, "Alles was ich brauch" weniger, bester
Song der neuen Platte ist definitiv "Den Haag". "Young Until I Die", "Auf
der Boardsteinkante" und "Placebo Domingo" sowie einige weitere Klas-
siker durften natürlich auch nicht fehlen.
Gegen 0.40 Uhr war dann nach etwas mehr als einer Stunde auch
schon Schluss, im Zugabenteil gab es natürlich "Punkt 9" und "Alles
nur geklaut", bei dem ein paar Kiddies meinten ununterbrochen Stage-
diven zu müssen.

Fazit:
Muff Potter rocken, bocken und hauen mich weiter von den Socken. Ich
hätte zwar durchaus gerne mehr älteres Material gehört alles in allem
war die Setlist jedoch angemessen und die Jungs können's live einfach.
Ich war begeistert und werde zusehen, dass ich von dieser Tour noch
ein Konzert mitnehme. Auf der anschließenden Party durfte weiter ge-
feiert werden...

BB
 

Weiteres zu Muff Potter:

--> Interviews:
- Band vom 04.12.02

--> Plattenreviews:
- Heute wird gewonnen, bitte
- Von Wegen

--> Konzertreviews:
- 04.12.02 Herford / FlaFla
- 16.01.04 Hannover / Faust
- 05.02.04 Bielefeld / Forum
- 25.12.05 Münster / Skaters Palace
 
 

Zurück zur Startseite