The Movement, Kylesa
30.09.05 - Bielefeld / AJZ

Gerne erinnere ich mich an das Movement Konzert im
letzten Jahr zurück. Über 300 Besucher sorgten dafür,
dass das AJZ aus allen Nähten platzte. Legendär ist
auch, dass das Publikum der Band nach der letzten Zu-
gabe einfach den Weg von der Bühne versperrte, so dass
die Jungs noch einige Songs, aus ihrem bis dahin knap-
pen Repertoire, doppelt spielen musste. Die Erwartungen
an das diesjährige Konzert waren dementsprechend hoch.

The Italian Stallion fielen wegen Krankheit leider aus und
wurden durch eine Hardcore Band, deren Name mir leider
entfallen ist, ersetzt. Die Jungs boten eine gute Hardcore-
Show mit einigen Metaleinflüssen und coolen Screamings
vom Sänger. Ich fragte mich zwar, warum man so eine
Band als Vorband von The Movement wählt, da ich die
Jungs aber ganz in Ordnung fand akzeptierte ich das ein-
fach mal und genoss zumindest Teile der Show.

Anschließend waren Kylesa an der Reihe. Das Quartett
aus den Staaten hat sich dem Doom-Hardcore verschrie-
ben und war damit bei mir von anfang an durchgefallen.
Anders sah es jedoch bei anderen Publikumsteilen aus,
vor der Bühne füllte es sich deutlich und Köpfe nickten
energisch. Musikalisch, im Sinne von Instrumentbeherr-
schung und Gesang bzw. Geschrei, war an der Band
nichts auszusetzen, wenn sie sich nur einer anderen Rich-
tung verschrieben hätte. Naja, kann ja nicht alles nach mei-
nem Geschmack sein. Positiv zu erwähnen ist auf jeden
Fall die Bühnenpräsenz der Gitarristin/Backgroundsänger-
in, die hat wirklich gezeigt, dass harte Bands nicht nur was
für Männer ist. Ich guckte mir den ersten Song sowie die
zwei Zugaben der Combo an, den Rest verbrachte ich lie-
ber draußen.

Dann war es endlich so weit: Die ModPowerPopSkaSwing
Punk-Helden aus Kopenhagen machten sich bereit, vor
der Bühne wurde es immer voller. The Movement began-
nen mit "Karl Marx" vom neuen Album und legten mit "No
Regrets" und dem Titelsong des Albums "Revolutionary
Sympathies" gleich zwei neue Songs nach. Vor der Bühne
ging es auch gleich gut ab und schon nach den ersten Son-
gs war ich mir sicher: Die neuen Movement Songs ziehen
live richtig gut und sind sogar besser als ein Großteil der
Songs vom Vorgänger "Move".
Es folgte dann auch gleich der Titeltrack des Vorgängeral-
bums, der ebenfalls ziemlich abgefeiert wurde. Die Dänen
traten natürlich wie immer elegant gekleidet im Anzug auf,
Sänger und Gitarrist Lukas überzeugte wieder durch sei-
nen einzigartigen Bewegungsstil auf der Bühne.
Langsam half auch die Belüftung des AJZ nichts mehr und
es ging mit dem langsameren "A little Rain" weiter. Mein per-
sönlicher Lieblingssong "More Products" stand dann auch
irgendwann auf der imaginären Setlist und es ging nochein-
mal richtig ab. Gegen Ende des Sets gab es dann noch ein-
mal verstärkt Songs vom Debüt-Album "Move"...
Zugaben musste es natürlich auch geben: In zwei oder drei
Blöcken gab es Songs wie "Control your Temper", "Waiting"
oder das Blues Brothers Cover "Everybody".
The Movement machen einfach immer wieder Spass, vor
allem in Clubs. Auch wenn die Stimmung in diesem Jahr
nicht ganz so überkochte wie im letzten, so konnten mich
doch besonders die neuen Songs überzeugen. Alles in al-
lem spielte die Band die besten Songs von beiden Alben und
somit war ich rundum zufrieden. Einen Gang zum Merchan-
dise konnte ich mir dementsprechend nicht verkneifen, zu-
mal die Dänen erstmals ansehnliche Shirts bei sich hatten.
Lediglich im Bezug auf die Vorbands würde ich in Zukunft zu
einer sich etwas besser ergänzenden Kombination raten,
aber das liegt ja bei der Bookinggruppe im AJZ und nicht bei
The Movement.

BB

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