The Movement, The Revolvers, Unruh!
14.02.04 - AJZ/Bielefeld

Und mal wieder AJZ! Natürlich wieder voller Vorfreude ging es in die Heeper Str. denn
es sollte nun endlich zum Auftritt von The Movement kommen. Diese hatten ja bei der
letztjährigen Halloween Party absagen müssen, weil ein Bandmitglied ärztliche Hilfe auf-
suchen musste, oder so ähnlich...
Den Anfang machten aber erstmal Unruh! aus Bielefeld. Das Quartett bot eine Mischung
aus Punk, Metal und Ska mit weiblichem Gesang. Die Vier hatten gut Leute mitgebracht
und so war es schon recht voll. Die sozialkritischen Texte kamen ganz gut an, brachten den
Funken aber noch nicht richtig zum überspringen,ein paar Leute gingen aber schon ganz
gut ab. Als Zugabe wiederholten sie ihren Song "Alter Freund".
Dann machten sich The Revolvers aus Bochum startklar. Geschminkt und mit stilvoll ge-
kleidet ging's mit "Bodies" von den Sex Pistols los. Ich war begeistert, aber der Rest des
nun noch volleren Saals noch etwas eingefroren. Es gab guten Rock'n'Roll Punk auf die
Ohren. Mir gefiel wirklich und auch das Publikum taute auf, als ein Iro ein paar Leute an-
rempelte ging der Pogo los, als hätten alle nur darauf gewartet, dass irgendwer den Anfang
macht. Nach einigen Songs, wie z.B. "War at the Corner Shop" und "What happend to my
attitude" wurden dann auch die ersten Kleidungsstücke abgelegt und es kam unter anderem
ein Hemd mit einem R.A.F.-Stern und der Aufschrift "Rock'n'Roll Terrorist" zum Vorschein.
Weiter ging's mit "Ain't got no Sense" und "R'n'R Babylon", was dazu führte, dass sich die
bandeigenen Groupies, im kurzen Rock usw., am Bühnenrand völlig verausgabten. Die Stimmung
war gut, Aktionen wie mitsingendes oder mitklatschendes Publikum gingen aber, zur allgemeinen
Belustigung, völlig daneben. Nach "Realize", "Do you have the Time" und "Real Life Horrorshow"
war das reguläre Set beendet. Das Publikum forderte Zugaben, woraufhin die Revolvers mu-
sikalisch "No Clash Reunion" forderten. Dann gab's mit "R'n'R Terrorist" noch den Song zum
T-Shirt und als Abschluss "Postcard". Alle waren zufrieden, ich war begeistert.
Dann war es auch an der Zeit für die Dänen. The Movement machen, für alle die es noch nicht
wissen, Mod-Powerpop-Ska-Punk. Sympathisch, denn ohne Setlist, legten sie los, was das Zeug
hält. Ich war mal wieder von Anfang an begeistert wie das Trio abging. Im Grunde genommen
spielten sie ihr komplettes Debut-Album "Move!" durch und das Publikum ging einfach nur ab.
Songs wie "Get Pissed" und "One Way Culture" trafen genau den Nerv der Zuschauer. Mich
riss am meisten "Waiting" um, das ja einige auch vom "Aggropop Sampler" kennen dürften.
Dann war auch schon Feierabend. Feierabend? Nein noch lange nicht! Denn erstmal musste es
die "regulären" Zugaben geben. Die Band spielte also noch zwei Songs, dann sollte Ende sein.
War aber nicht! Das Publikum schrie solange, bis die Jungs tatsächlich noch einmal ungeplant
wiederkamen. Es gab "Everybody" von den Blues Brothers,dann war das Repertoire der Combo
erschöpft. Das störte das Publikum aber keineswegs. Die Band wiederholte also den ersten
Song nochmal und wollte dann die Bühne verlassen. Ging aber nicht, denn das Konzert endete
in einer Art Geiselnahme, natürlich im positiven Sinn. Drei Leute hinderten die Band, durch kon-
sequentes in-den-weg-stellen, daran die Bühne zu verlassen, der Rest schrie einfach Zugabe und
so gab es zwei weitere Songs. Dann kämpfte sich die Band, völlig erschöpft, von der Bühne.
So etwas gab's noch nie! Wunderbare Sache, gute Band

Fazit:
Das AJZ hat mal wieder ein geiles Konzert auf die Beine gestellt und mit 6 Euro auch einen
wirklich ordentlichen Eintrittspreis. Ich bin AJO-Fan!