Lateinamerikanische Bands die die musikalische
Tradi-
tion ihrer Heimatländer in ihren
Songs nicht vergessen
haben sich 2004 in die Herzen vieler
Konzertbesucher
gespielt: Panteon Rococo rockten
die Massen beim
Stemweder Open Air und beim Weltnacht
Festival im
ausverkauften Bielefelder Kamp
mit ihrem Latin-Ska-
Punk, Karamelo Santo brachten vor
kurzem im AJZ die
Besucher mit ihrer Mischung aus Latin,
Ska und Raggae
ordentlich ins Schwitzen und das ganz
große Los hatten
sowieso La Vela Puerca gezogen,
sie durfen die Ärzte
in einigen der größten Hallen
Deutschlands supporten.
Ich hatte die 9 köpfige Band bei ihrer
Ärzte-Supportshow
in der Seidenstickerhalle gesehen und
für sympathisch be-
funden, da war ein Besuch beim Konzert
im Kamp natür-
lich Pflicht.
Die erfolgreichste Band Uruguays war auf
ihrer großen
Europatour einer Einladung des Welthauses
und des Kul-
tur Kombinats gefolgt und füllte
das Kamp auch ohne Vor-
band wirklich gut, kurz vor ausverkauft
würd ich sagen.
Das Fehlen der Supportband wurd dann auch
einfach mal
durch eine halbe Stunde Verspätung
ausgeglichen, wer
will schon pünktlich zuhause sein?
Da doch lieber noch
ne Kombo vorweg, bevor man einfach nur
wartet...
Irgendwann ging's dann auch los und zwar,,
passend zum
neuen Album "A Contraluz", recht ruhig.
Ziemlich untypisch-
er Beginn, während andere Bands zu
Beginn richtig rein-
klotzen ließen es La Vela Puerca
ganz gelassen angehen
und setzten auf folkloristische Elemente.
Dann wurde es
jedoch schon etwas zügiger und die
beiden Sänger , die
übrigens beide Sebastián heißen,
begeisterten zwischen
den Songs das Publikum mit einigen deutschen
Sätzen.
Es wurde wild getanzt und ab dem ersten
Lied lag ein süss-
licher Geruch in der Luft.
Die Jungs spielten eine abwechslungsreiche
Mischung aus
neuen Songs und Songs vom Vorgänger
"De Bichos Y Flo-
res", was beim Publikum sichtlich gut
ankam. Auch ich war
vom New-Uruguay-Rock vollkommen überzeugt,
vor allem
von dem zweistimmigen, oft synchronen
Gesang.
Folgender Satz beschreibt die Musik von
La Vela Puerca
wohl wirklich am treffendsten: Der Sound
ist wie das beben-
de Leben in Südamerikas Großstädten:
Eine Mischung aus
Lebensfreude, Hektik, Lärm, Streß,
Melancholie, Spaß –
eben ein ewiger großer Rausch.
Wer jetzt noch nicht genug von der Latin-Mucke
hat oder jetzt
erst auf den Trichter gekommen ist, der
sollte sich in diesem
Jahr noch mindestens drei Termine in seinem
Kalender rot
anstreichen: am 10.06. spielen die anfangs
genannten Kara-
melo Santo
und am 13.9. die ebenfalls genannten Panteon
Rococo im Bielefelder Kamp, außerdem
spielt am 06.05. die
chilenische, spanischsprachige Emoband
Asamblea Interna-
cional Del Fuego im JZ Oerlinghausen.
BB