La Vela Puerca
01.04.05 - Bielefeld / Kamp

Lateinamerikanische Bands die die musikalische Tradi-
tion ihrer Heimatländer in ihren Songs nicht vergessen
haben  sich 2004 in die Herzen vieler Konzertbesucher
gespielt: Panteon Rococo rockten die Massen beim
Stemweder Open Air und beim Weltnacht Festival im
ausverkauften Bielefelder Kamp mit ihrem Latin-Ska-
Punk, Karamelo Santo brachten vor kurzem im AJZ die
Besucher mit ihrer Mischung aus Latin, Ska und Raggae
ordentlich ins Schwitzen und das ganz große Los hatten
sowieso La Vela Puerca gezogen, sie durfen die Ärzte
in einigen der größten Hallen Deutschlands supporten.

Ich hatte die 9 köpfige Band bei ihrer Ärzte-Supportshow
in der Seidenstickerhalle gesehen und für sympathisch be-
funden, da war ein Besuch beim Konzert im Kamp natür-
lich Pflicht.
Die erfolgreichste Band Uruguays war auf ihrer großen
Europatour einer Einladung des Welthauses und des Kul-
tur Kombinats gefolgt und füllte das Kamp auch ohne Vor-
band wirklich gut, kurz vor ausverkauft würd ich sagen.
Das Fehlen der Supportband wurd dann auch einfach mal
durch eine halbe Stunde Verspätung ausgeglichen, wer
will schon pünktlich zuhause sein? Da doch lieber noch
ne Kombo vorweg, bevor man einfach nur wartet...

Irgendwann ging's dann auch los und zwar,, passend zum
neuen Album "A Contraluz", recht ruhig. Ziemlich untypisch-
er Beginn, während andere Bands zu Beginn richtig rein-
klotzen ließen es La Vela Puerca ganz gelassen angehen
und setzten auf folkloristische Elemente. Dann wurde es
jedoch schon etwas zügiger und die beiden Sänger , die
übrigens beide Sebastián heißen, begeisterten zwischen
den Songs das Publikum mit einigen deutschen Sätzen.
Es wurde wild getanzt und ab dem ersten Lied lag ein süss-
licher Geruch in der Luft.

Die Jungs spielten eine abwechslungsreiche Mischung aus
neuen Songs und Songs vom Vorgänger "De Bichos Y Flo-
res", was beim Publikum sichtlich gut ankam. Auch ich war
vom New-Uruguay-Rock vollkommen überzeugt, vor allem
von dem zweistimmigen, oft synchronen Gesang.

Folgender Satz beschreibt die Musik von La Vela Puerca
wohl wirklich am treffendsten: Der Sound ist wie das beben-
de Leben in Südamerikas Großstädten: Eine Mischung aus
Lebensfreude, Hektik, Lärm, Streß, Melancholie, Spaß –
eben ein ewiger großer Rausch.

Wer jetzt noch nicht genug von der Latin-Mucke hat oder jetzt
erst auf den Trichter gekommen ist, der sollte sich in diesem
Jahr noch mindestens drei Termine in seinem Kalender rot
anstreichen: am 10.06. spielen die anfangs genannten Kara-
melo Santo und am 13.9. die ebenfalls genannten Panteon
Rococo im Bielefelder Kamp, außerdem spielt am 06.05. die
chilenische, spanischsprachige Emoband Asamblea Interna-
cional Del Fuego im JZ Oerlinghausen.

BB