Franky Lee, The Creetins
16.03.07 - Bielefeld / Kamp

Millencolin nehmen sich immer mehr Zeit für ihre Nebenprojekte. Sänger Nicola Sarcevic
hat mittlerweile einiges für sein Solo-Akustik-Projekt getan und auch Gitarrist Mathias Färm
ist andernweitig aktiv: Zusammen mit Randy
Drummer Fredrik Granberg und dem Peep-
shows Gründungsmitglied
Magnus Hägerås hat er Franky Lee ins Leben gerufen. Das De-
but Album auf Burning Heart war durchaus interessant und anscheinend hat es den Jungs
soviel Spass gemacht, dass man auch mal ein wenig auf Tour gehen wollte. Gesagt - getan!
Obwohl es ein Freitagabend war und trotz der prominenten Bandbesetzung schafften es 
nicht sonderlich viele Leute ins Kamp.

Im Vorprogramm waren jedoch erstmal die Creetins aus Kiel am Start. Die Jungs haben
nach zwei Alben auf Vitaminepillen den Sprung zu Roadrunner und somit zum Major Uni-
versal
geschafft. Eine typische Roadrunnerband sind sie damit noch lange nicht, denn mit
dem typischen Metal- und Hardcoresound des Labels haben sie wenig am Hut. Vielmehr
boten die Nordlichter dem Kamppublikum schnellen Punkrock mit heißem Rockfundament.
Als Opener gab es "You Owe Me Nothing" vom neuen Album "The City Screams My Name".
Das Publikum zeigte sich unentschlossen: ein paar kamen kopfnickend nach vorne, andere
hielten mit verschränkten Armen Sicherheitsabstand. Die Kieler ließen sich jedoch nicht
entmutigen, sondern legten mit "Where did our hat go?", "Never - ending vertigo" und "Elec-
tric Boy" weiter neue Songs nach. Auf der Bühne gingen sie gut ab, vielleicht ein bischen
zu gut. Gegenseities anrotzen, Mikros im Mund verschwinden lassen, hier springen, dort auf
den Knien. Das Publikum blieb bis zum Ende gespalten, wohl auch weil die Creetins nicht
100% zum Headliner passten. Nach 45 Minuten war dann Schluss, ins Set hatten es nur
wenige alte Songs wie "Insight" und "Hot Breeze" geschafft. Wer auf mitsingkompatiblen,
schnellen, oftmals simpel gestrickten Punkrock mit ordentlichem Rockfundament steht sollte
sich die Creetins auf jeden Fall mal live reinziehen!

Dann war es an der Zeit für die Schweden. Franky Lee erschienen im einheitlichen Band-
outfit: schwarzes Bandpoloshirt, schwarze Röhrenjeans, Chucks! Los legten sie genau wie
auf ihrem Debutalbum "Cutting Edge" mit "Solitary" und "Antifreeze". Das Publikum wärm-
te rasch ein wenig auf, ohne wirklich aus sich herauszukommen. Schätzungsweise waren
ca. 150 Leute gekommen um sich den Punk'n'Roll beeinflußen, klischeefreien Emopunk
der Schweden anzuhören. Weiter ging es mit "Admit Defeat" und "Pick your...". Man sah
den Schweden ihre jahrelange Bühnen- und Banderfahrung nicht nur an, man hörte sie auch.
Mit "Shatterproof" und "My Enemy" schafften es auch zwei Non-Album-Tracks ins Set. Nach
maximal 45 Minuten war dann auch Schluss, als Zugaben gab es "Cold Eyes" und "No lies
that...".

Fazit:
Das war wohl der Abend der Männer mit Bierbauch und Röhrenjeans, denn davon hatte jede
Band mindestens einen zu bieten. Es war nett ein Millencolinmitglied mal wieder im kleinen,
nichtausverkauften Club zu sehen, wirklich überwältigend war die Show jedoch nicht. Bei der
kurzen Spielzeit des Headliners hätte man ruhig noch einen Localsupport spielen lassen kön-
nen. Ich registriere den Abend einfach mal unter: ganz nett, aber nicht überwältigend, auch
wenn beide Bands mit Sicherheit das Potenzial haben einer ordentlichen Meute auch ordent-
lich einzuheitzen. Anschließend ging's weiter ins AJZ...

BB

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