Die "Spirit-Tour" ging in die zweite Runde
und das Line-Up konnte
sich wieder sehen lassen: Flogging
Molly, Street Dogs und The
Briggs live on Stage, da war ein
Besuch der Show in Münster na-
türlich Pflichtprogramm!
Obwohl die Tour von einem Motorrad Hersteller
gesponsored wur-
de und man sogar eine Vespa gewinnen konnte,
bot der Wetter-
gott alles andere als Motorrad-Wetter:
Regen begleitete uns die
ganze Anreise über und machte auch
vor dem Münsterlan nicht
halt. Einlass sollte eigentlich um 20
Uhr sein, leider verzögerte sich
das Ganze ein bißchen und so war
ersteinmal nass-werden ange-
sagt. Als ich dann um 20.30, nach gründlichstem
Filzen, den Ska-
ters Palace betreten durfte machte
ich mich erstmal auf die Suche
nach den Jungs von Flogging Molly,
denn schließlich stand ein Inter-
view auf dem Programm. Nebenbei lernte
ich auch noch ganz kurz
Mirko von 11pm kennen, an dieser
Stelle "Schöne Grüße"...
Nun aber zu den Bands:
Um kurz nach 21 Uhr stachen The Briggs
in See! Die kurzhaarigen
Streetpunks von der Westküste starteten
brachial im schon recht
gut gefüllten Skate-Park. Die Leute
zog es langsam vor die Bühne
und die Band gab alles. Sänger Joey
LaRocca, passend zum Wet-
ter im Matrosen-Kostüm, sprang schnell
in den Sicherheitsgraben
und ging auf Tuchfühlung mit dem
Publikum. Das Publikum dankte
es ihm mit den ersten Runden Pogo und
in die Höhe gereckten
Fäusten. Natürlich durften auch
die Songs der neuen "Leaving the
Ways"-EP, deren Cover passender Weise
ein Schiff ziert, nicht feh-
len. Songs wie "One Shot Down" und "Waiting
in the Shadows" ka-
men live noch krachender als auf Platte.
Joey LaRocca entledigte
sich noch seiner Matrosen-Jacke, darunter
kam natürlich ein karrier-
tes Hemd zum Vorschein, was aber auch
nicht lange an sei-
nem Körper blieb. Zum Schluss gab
es mit "Shut me down" noch ein
Sick of it All Cover.
Weiter ging es mit den Street Dogs
aus Boston im mittlerweilen vol-
len Skaters Palace. Die Band um
den ehemaligen Dropkick Murph-
ys-Sänger Mike bot ebenfalls
Streetpunk, allerdings weitaus melo-
discher als noch die Briggs. Mich
riss der Auftritt nicht sonderlich
vom Hocker. Etwas breiiger Sound und nervendes
"Raise your fists"
oder "Clap your Hands" bei nahezu jeden
Song gingen mir ziemlich
auf den Keks. Das Publikum ging teilweise
ab, konnte aber auch
nicht richtig auftauen.
Das änderte sich dann bei Flogging
Molly schlagartig. Mittlerweile
waren weit über 1000 Leute in der
sehnswerten Location und dräng-
ten vor die Bühne. Als Intro ertönte
"Redemption Song" von Johnny
Cash, sehr schön! Als die Band anschließend
die Bühne betrat wur-
de sie rockstarmäßig Empfangen.
"Likes of you again" und "Swag-
ger" eröffneten das Set und das Publikum
rastete gleich komplett
aus. Sänger Dave King entschuldigte
sich in seiner Begrüßung glei-
ch für die US-Wahl und machte Mut:
"In vier Jahren haben wir es
spätestens geschafft!" Ihr Anti-Bush-Statement
untermauerten die
Kalifornier mit "Screaming at the Wailing
Wall" vom aktuellen Album
"Within a Mile of Home". Dann war es an
der Zeit für das geniale
Banjo-Intro von "Drunken Lullabies", auf
den Song folgte "Selfish
Man". Der stampfende Sound Beat, wie man
ihn ja von traditioneller
irischer Musik kennz, heizte dem Publikum
mächtig ein.
Mit "Whistles the Wind" gab es dann erstmal
einen ruhigeren Song:
Verschnaufpause! "Tobacco Island", ebenfalls
vom neuen Album,
und "Rebbels of the sacred Heart" hauten
dann aber wieder ordent-
lich rein.
Auch beim Ende des offiziellen Sets fanden
Flogging Molly die rich-
tige Mischung zwischen alten und neuen
Songs: "Seven Deadly Sins",
"Devils Dance Floor" und "Salty Dog" beendeten
das offizielle Set.
Natürlich hatte noch niemand genug
und es gab nochmal einen dreier
Zugabenblock: "Worst Day", "Within a Mile
of Home" und "What's left
of the Flag" beendeten das Konzert nach
gut 90 Minuten endgültig.
Das Publikum war fertig aber glücklich!
Mir gefiel der Auftritt auch nochmal besser
als der letztjährige in Biele-
feld. Zufrieden und durchnässt ging
es also zurück in die Heimat!
BB