Langsam wird es zur
Gewohnheit Konzerte in der großen Halle des
Ringlokschuppens
zu besuchen und das obwohl ich doch eigentlich
ein Freund der kleinen,
verschwitztem Clubs bin. Naja, was will man
machen, immerhin
bietet der RLS (auch "Schuppen" oder "Ringel"
genannt) eine bedeutend
nettere Atmosphäre als die meisten ande-
ren Hallen.
Nach zehn Stunden
Uni und Umtrunk bei Alex erreichten wir dann
auch gegen 20.30
Uhr die genannte Örtlichkeit. Far From Finished
hatten schon große
Teile ihre Sets absolviert und waren dement-
sprechend garnicht
mehr so far from finished. Die Jungs hatten
sich dem Standard-Ami-Punk
verschrieben, den sie stellenweise
etwas rotzig, jedoch
stets auch eingängig präsentierten. Für mich
eine "Null-Innovation"-Band,
die ihren Job jedoch ordentlich erledig-
te. Besonderen Respekt
verdient wohl der Sänger der Band, der
auch mit nur einem
Arm für ordentlich Wirbel auf der Bühne sorg-
te; mir persönlich
viel die Behinderung erst nach ein paar Songs
auf. Das Publikum
wurde langsam warm mit der Band, dann war
das Set jedoch auch
schon zuende.
Vor der Bühne
füllte es sich deutlich als Less Than Jake losleg-
ten, die Jungs aus
Gainesville/Florida waren der Grund warum ich
heute überhaupt
hier war. Eine erste Runde reiner Punkrock ließ
das Publikum noch
recht ruhig, als anschließend jedoch die ersten
Offbeat-Töne
angeschlagen wurden gab es kein Halten mehr. Die
Jungs taten genau
das was man von ihnen erwartete: Sie mach-
ten Spass! Songs
wie "She's gonna break soon", "I think I love you",
und "Gainsville
Rockcity" brachten die Menge zum Toben, das gan-
ze wurde durch jede
Menge Konfetti und automatische Klopapier-
abroller angeheizt!
Den Jungs schien es ebenfalls Spass zu ge-
fallen und Songs
wie "Look What Happened" und "Plastic Cup
Politics" konnten
nochmal wirklich überzeugen. Als die Jungs da-
zu aufriefen einen
Circle Pit zu bilden bildeten sich gleich zwei:
einer direkt vor
der Bühne und einer um das Mischpult herum! Das
schien auch die
Band zu beeindrucken, denn als ich die Bands am
folgenden Samstag
beim Groezrock in Belgien sah berichteten sie
davon und forderten
dazu auf zwei Circle Pits zu bilden, was aller-
dings in Belgien
nur halb so gut gelang wie in Bielefeld Rock City!
Dann war es an der
Zeit für die Dropkick Murphys. Mit ihrem irisch-
beeinflußten
Punkrock begeistern die Bostoner ja mittlerweile Tau-
sende, so auch in
Bielefeld. Mich begeistern patriotische Bands
weniger und so überließ
ich echten Männern mit dicken Bäuchen,
breiten Schultern,
Bier und nackten Oberkörpern das Feld. Die fei-
erten Songs wie
"For Boston", "The Gang's all here" oder die eng-
lische Version von
"An der Nordseeküste" auch ordentlich ab. Eine
abwechslungsreiche
Instrumentation lenkte davon ab, dass viele
Songs recht ähnlich
klangen. Nicht meine Band. Der Rest feierte
zugegebener Maßen
jedoch ordentlich. Für mich ging es um 23:30
dann auch ziemlich
müde nach Hause...
BB
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