Alle Jahre wieder. Zwischen Weihnachten
und Silvester. Die Busters in Bielefeld. Was
früher im Elfenbein stattfand
hat sich mittlerweile im Ringlokschuppen etabliert. In die-
sem Jahr gab es für mich zum ersten
Mal eine Veränderung: Waren wir vorher immer
in einem Tross von bis zu 10 Leuten aus
den Städtchen Enger und Spenge angereist,
verschlug es mich in diesem Jahr zum ersten
Mal alleine auf ein Busters Konzert. Doch
bekannte Gesichter musste man natürlich
nicht lange suchen, auf die Bielefelder, Oer-
linghauser usw. usf. war Verlass.
Als ich um 19.20 Uhr den Ringlokschuppen
erreichte waren Alpha Boy School schon
seit 20 Minuten am Werk. Kerr Kerr, da
fordert man seit Jahren eine coole Support-
band, dann ist es endlich mal soweit und
schon verpasst man die Hälfte. Als ich das
Geschehen erreichte war die kleine Halle
schon ganz gut gefüllt und die Band um
Sänger und Gitarrist Karsten Riedel
brachte mit drei coolen Coversongs die Massen
zum Tanzen: "No Woman, no Cry" kam selbstredend
recht reggaelastig daher, bei
"Boys don't cry" und dem fantastischen
"New England" ging es etwas zügiger ans
Werk. Alpha Boy School gehören
mit Sicherheit nicht zu den Skabands, die das Gas-
pedal ganz durchtreten, doch gerade das
macht hier den Reiz aus; die Bläser spie-
len wunderbare Melodien. Im weiteren Konzertverlauf
spielten die Jungs kurz "Sum-
mertime" von den Busters an, um
anschließend ihren eigenen so betitelten Song zu
spielen. Weiterhin gab es noch "Rude Boy"
und als letzten Song "Ska is back in town".
So wünscht man sich das mit den Vorbands.
Dann war es allerdings an der Reihe für
die Headliner des Abends. Und die traten mal
wieder in einer Stärke von 12 Mann
auf. Für mich das zweite Konzert mit dem zwei-
ten Sänger Ron. Nach dem traditionellen
Instrumentalintro, mal wieder sehr gelungen,
ging es gleich zügig zur Sache "No
Risk, no Fun" und "Dead or Alive" brachten die
Menge im gut gefüllten Club gleich
ins Schwitzen.
Da das aktuelle Album "Evolution Pop" ja
auch schon ein paar Tage auf dem Buckel
hat, verzichtete die Band auch darauf
zu viel von der Platte zu spielen, was ein super
Set zur Folge hatte. Songs wie "Rude up
your Life", "Rosita", "Skank My Blues Away"
und "Skank down" kamen super an, dem guten
alten Elfenbein wurde "Clocks don't
rock" gewidmet.
Sänger Richie zeigte sich durchgehend
als charmanter Entertainer, während Ron
manchmal dafür sorgte, dass der gute
Mann nicht zuviel quasselt. Feinste Soli bo-
ten natürlich vor allem wieder die
Herren aus der Bläserabteilung, das Solo des A-
bends gehörte jedoch natürlich
wieder Bassist Rolf, der ja in Bielefeld traditionell ein
Basssolo spielen muss. Diesmal Stilart
Rock'n'Roll.
Das Publikum der Busters ist nochmal
ein wenig jünger geworden, vereinzelt sah
man sogar Emokids in den ersten Reihen.
Ein herrlicher Anblick, denn zu dieser
gute-Laune-Musik lässt es sich nur
schwer traurig gucken... Am Thresen drängelten
sich natürlich wie immer die älteren
Herrschaften und Musikkenner. Als Special gab
es erstmals Akustiksongs im Set. Nur von
Alex an der Gitarre begleitet sang Ron
"Far Away", es folgte Richie mit "Radio
Smash Hit", bevor sie gemeinsam noch
"Rudy" anstimmten. Sehr nette Einlage,
gerne wiederholen.
Auf "Tokyo Ska Zone" folgte dann das zweite
Special des Abends: Bei "Ruder than
Rude" wurde Alex an der Gitarre und Rob
an der Posaune durch Musiker aus dem
Publikum ersetzt. Die Jungs hatten sich
vorher via Internet beworben und machten
ihre Sache wirklich gut. Eine riesige
Party auf der Bühne, eine riesen Party vor der
Bühne und Alex ließ sich das
Crowdsurfen nicht nehmen. Der offizielle Teil des Sets
wurde mit "Mickey Mouse in Moscow" und
"Summertime" krachend beendet.
Das Publikum drehte am Rad, feierte die
Busters wie Rockstars, so dass die Jungs
nocheinmal für "Hey little Girl"
und "Never break the rule of having fun" zurückkamen.
Doch das reichte noch nicht. Eine Hommage
an die White Stripes heizte das Publi-
kum weiter an und "Liebe macht blind"
sowie "Whiskey till i drop" wurden nocheinmal
richtig abgefeiert. Fazit: Yeah, bis nächstes
Jahr!
BB
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