Ihr kennt das ja: um Weihnachten rum wird
gegessen und gegessen,
das Bäuchlein wird zur Wampe und
das Herz droht wegen Überfettung
den Geist aufzugeben. Gut, dass kurz nach
Weihnachten jährlich die
Busters in Bielefeld gastieren und zur
sportliche Betätigung einladen.
In diesem Jahr wieder mit neuem Album
und sogar mit neuem Sän-
ger im Gepäck.
Vor dem Auftritt stand mal wieder ein kurzer
Abstecher zum Merchan-
disestand auf dem Plan und wie eigentlich
jedes Jahr stellte ich mir die
Frage: Wann kriegen es die Herren endlich
mal geschissen gutausseh-
ende T-Shirts an den Start zu bringen?
Naja, vielleicht im nächsten
Jahr...
Nachdem ich das Set der "Revolution Rock"-Tour
ja als zu rocksteady-
lastig kritisiert hatte und mit dem Set
der "Japanized"-Tour schon et-
was besser zu frieden war, erwartete ich
nach dem Hören des neuen
Albums "Evolution Pop" umso gespannter
die Songauswahl der dies-
jährigen Tour.
Mit dunklen Faltenhosen und schwarzen Hemden
bekleidet betraten die
Jungs dann auch gegen 21 Uhr die
Bühne. Hey, das sieht doch schon-
mal ein bißchen mehr nach Ska-Klischee
aus als in den letzten Jahren.
Als Intro gab es das Instrumentalstück
"Mlle. Jeanette Musette", beim
Folgenden "Far Away" vom neuen Album präsentierte
sich dann erst-
mals der neue Sänger Ron Marsman
. Bei "Small Town" nahm dann
auch Liebling aller Schwiegermütter
und Charmebolzen Richie Tabor
das Mikro zur Hand. Eine gelungener Anfang,
der schonmal gut nach
vorne ging.
Die beiden Sänger teilten sich fortan
die Gesangsparts oder sangen
zweistimmig. Mit "Bad Guys" folgte ein
weiterer Song von der neuen
Platte, bevor mit "Ruder Than Rude" einer
der absoluten Klassiker der
Band angestimmt wurde, dem aber mit "Rude
Up Your Life" sofort wie-
der ein neuer Song folgte. Das Publikum
kam ins Schwitzen und "Trudy"
sorgte für Ausgleich.
Mit "Clocks don't rock", dem herrlichen
"Whiskey Till I Drop", "Rumble
In The Jungle", der neuen Single "Radio
Smash Hit", "Two Million Ways"
und dem fantastischen "Hey Little Girl"
folgten weitere neue Songs, die
live eigentlich alle überzeugen konnten.
"Radio Smash Hit" halte ich ja,
wie im Review zur Platte erwähnt,
nicht für die ideale Singleauskopplung,
live geht der Song jedoch wirklich gut
ins Blut. Das halbe Set war gerade
mal durch, da war die neue Platte schon
fast komplett durchgespielt.
Als großartige Solisten glänzten
natürlich wieder Alex an der Gitarre, Rob
an der Posaune, Fischi am Tenorsaxophone
und der Querflöte und Har-
dy an der Trompete, aber der guten alten
Bielefelder Tradition folgend
durfte auch Rolf am Bass sein Können
zeigen und auch Stefan legte
ein Drumsolo hin.
"Revolution Rock" wird in diesem Jahr
Laurel Aitken und nicht Joe Strum-
mer gewidmet. Komische Geschichte, da
hätte man doch ruhig was von
Laurel Aitken selber spielen oder den
Song beiden widmen können.
Zur Freunde der wie üblich zahlreich
anwesenden Ärzte-Kiddies folgte der
heimliche Sommerhit "Liebe macht Blind",
wo der Gesang von Ron irgend-
wie überhaupt nicht rein passte.
Mit "Ubangi Stomp" und "Dead Or Live"
folgten nochmal zwei echte Hits,
bevor mit "Nobody Likes You" der klängliche
bustersche Versuch auf den
thematischen Zug "Fußball" aufzuspringen
folgte. Muss man so einen
Song unbedingt im Jahr vor der WM machen?
Ich kann's nicht mehr hö-
ren... das Ende im offiziellen Teil des
Sets machte "Summertime" und
das ließ auch vorherigen Song schnell
vergessen und es wurde mal wie-
der gehüpft was das Zeug hält.
Der erste Zugabenblock hatte es dann nocheinmal
richtig in sich: "Mickey
Mouse in Moscow" (von der ersten Reihe
mal wieder reaktionslos entge-
gengenommen), "Six Beers And Rocksteady
Music" und "Tokyo Ska Zo-
ne" machten nochmal richtig Tempo und
verlangten dem Publikum alles
ab.
Im zweiten Zugabenblock folgten zu Stefan's
dreißigstem Geburtstag
"Birthday Song", "Wendy" und "Take Your
Soul Back Home", dann war
nach ca. 2 Stunden Feierabend.
Fazit:
Das beste Busters Konzert, dass
es bisher im Ringlokschuppen gab. Die
Songauswahl sorgte für ordentlich
Tempo, die ruhigen Parts wurden aber
auch nicht vergessen. Im Mittelteil wurde
vielleicht etwas zuviel vom neuen
Album gespielt, leider fehlte dafür
z.B. "No Risk, No Fun". Die meisten Leu-
te mit denen ich sprach begrüßten
den zweistimmigen Gesang, der neue
Mann am Mikro selbst erntete jedoch ein
geteiltes Echo. Ich führ meinen
Teil hoffe mal, dass der überaus
charmante Richie der Band erhalten blei-
bt und nicht nach der Tour aussteigt (wie
es nach der letzten Tour mit zwei
Sängern war). Charme und Posing ergänzen
sich meiner Meinung nach
ganz gut.
BB
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