The Busters
27.12.05 - Bielefeld / Ringlokschuppen

Ihr kennt das ja: um Weihnachten rum wird gegessen und gegessen,
das Bäuchlein wird zur Wampe und das Herz droht wegen Überfettung
den Geist aufzugeben. Gut, dass kurz nach Weihnachten jährlich die
Busters in Bielefeld gastieren und zur sportliche Betätigung einladen.
In diesem Jahr wieder mit neuem Album und sogar mit neuem Sän-
ger im Gepäck.

Vor dem Auftritt stand mal wieder ein kurzer Abstecher zum Merchan-
disestand auf dem Plan und wie eigentlich jedes Jahr stellte ich mir die
Frage: Wann kriegen es die Herren endlich mal geschissen gutausseh-
ende T-Shirts an den Start zu bringen? Naja, vielleicht im nächsten
Jahr...

Nachdem ich das Set der "Revolution Rock"-Tour ja als zu rocksteady-
lastig kritisiert hatte und mit dem Set der "Japanized"-Tour schon et-
was besser zu frieden war, erwartete ich nach dem Hören des neuen
Albums "Evolution Pop" umso gespannter die Songauswahl der dies-
jährigen Tour.

Mit dunklen Faltenhosen und schwarzen Hemden bekleidet betraten die
Jungs  dann auch gegen 21 Uhr die Bühne. Hey, das sieht doch schon-
mal ein bißchen mehr nach Ska-Klischee aus als in den letzten Jahren.
Als Intro gab es das Instrumentalstück "Mlle. Jeanette Musette", beim
Folgenden "Far Away" vom neuen Album präsentierte sich dann erst-
mals der neue Sänger Ron Marsman . Bei "Small Town" nahm dann
auch Liebling aller Schwiegermütter und Charmebolzen Richie Tabor
das Mikro zur Hand. Eine gelungener Anfang, der schonmal gut nach
vorne ging.
Die beiden Sänger teilten sich fortan die Gesangsparts oder sangen
zweistimmig. Mit "Bad Guys" folgte ein weiterer Song von der neuen
Platte, bevor mit "Ruder Than Rude" einer der absoluten Klassiker der
Band angestimmt wurde, dem aber mit "Rude Up Your Life" sofort wie-
der ein neuer Song folgte. Das Publikum kam ins Schwitzen und "Trudy"
sorgte für Ausgleich.
Mit "Clocks don't rock", dem herrlichen "Whiskey Till I Drop", "Rumble
In The Jungle", der neuen Single "Radio Smash Hit", "Two Million Ways"
und dem fantastischen "Hey Little Girl" folgten weitere neue Songs, die
live eigentlich alle überzeugen konnten. "Radio Smash Hit" halte ich ja,
wie im Review zur Platte erwähnt, nicht  für die ideale Singleauskopplung,
live geht der Song jedoch wirklich gut ins Blut. Das halbe Set war gerade
mal durch, da war die neue Platte schon fast komplett durchgespielt.
Als großartige Solisten glänzten natürlich wieder Alex an der Gitarre, Rob
an der Posaune, Fischi am Tenorsaxophone und der Querflöte und Har-
dy an der Trompete, aber der guten alten Bielefelder Tradition folgend
durfte auch Rolf am Bass sein Können zeigen und auch Stefan legte
ein Drumsolo hin.
"Revolution Rock" wird in diesem Jahr Laurel Aitken und nicht Joe Strum-
mer gewidmet. Komische Geschichte, da hätte man doch ruhig was von
Laurel Aitken selber spielen oder den Song beiden widmen können.
Zur Freunde der wie üblich zahlreich anwesenden Ärzte-Kiddies folgte der
heimliche Sommerhit "Liebe macht Blind", wo der Gesang von Ron irgend-
wie überhaupt nicht rein passte.
Mit "Ubangi Stomp" und "Dead Or Live" folgten nochmal zwei echte Hits,
bevor mit "Nobody Likes You" der klängliche bustersche Versuch auf den
thematischen Zug "Fußball" aufzuspringen folgte. Muss man so einen
Song unbedingt im Jahr vor der WM machen? Ich kann's nicht mehr hö-
ren... das Ende im offiziellen Teil des Sets machte "Summertime" und
das ließ auch vorherigen Song schnell vergessen und es wurde mal wie-
der gehüpft was das Zeug hält.

Der erste Zugabenblock hatte es dann nocheinmal richtig in sich: "Mickey
Mouse in Moscow" (von der ersten Reihe mal wieder reaktionslos entge-
gengenommen), "Six Beers And Rocksteady Music" und "Tokyo Ska Zo-
ne" machten nochmal richtig Tempo und verlangten dem Publikum alles
ab.

Im zweiten Zugabenblock folgten zu Stefan's dreißigstem Geburtstag
"Birthday Song", "Wendy" und "Take Your Soul Back Home", dann war
nach ca. 2 Stunden Feierabend.

Fazit:
Das beste Busters Konzert, dass es bisher im Ringlokschuppen gab. Die
Songauswahl sorgte für ordentlich Tempo, die ruhigen Parts wurden aber
auch nicht vergessen. Im Mittelteil wurde vielleicht etwas zuviel vom neuen
Album gespielt, leider fehlte dafür z.B. "No Risk, No Fun". Die meisten Leu-
te mit denen ich sprach begrüßten den zweistimmigen Gesang, der neue
Mann am Mikro selbst erntete jedoch ein geteiltes Echo. Ich führ meinen
Teil hoffe mal, dass der überaus charmante Richie der Band erhalten blei-
bt und nicht nach der Tour aussteigt (wie es nach der letzten Tour mit zwei
Sängern war). Charme und Posing ergänzen sich meiner Meinung nach
ganz gut.

BB
 

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