Beginnen wir diese Review mal mit einem
"Unfassbar": Vor 3 Jahren haben Billy Talent ihr erstes,
selbstbetiteltes Album veröffentlicht.
In Deutschland präsentierten sie das Album 2004 live als Vor-
band der Beatsteaks. Dabei waren
sie auch in Bielefeld zu Gast. Das Konzert fand damals im
Kamp statt und einige BesucherInnen beschwerten
sich, dass die Beatsteaks mittlerweile 17 €
Eintritt kosten. Billy Talent konnten
an diesem Abend jedoch trotzdem einige Alben in meinem Be-
kanntenkreis absetzen.
Das war wie gesagt vor 2 Jahren. Dann ging
es für Billy Talent richtig los. Mittlerweile ist das zwei-
te Album "Billy Talent II" draußen
und die Kanadier kosten als Hauptband 26 € Eintritt und trotzdem
ist der Ringlokschuppen ausverkauft. Vor
der alten Eisenbahnhalle werden auf dem Schwarzmarkt
Tickets für bis zu 70 € angeboten.
Kiddies und Studenten en masse, in den hinteren Reihen tau-
chen auch Eltern auf. Innerhalb von 2
Jahren von der Vorband zu absoluten Popstars, so schnell
kann es gehen. "Das kann ja heiter werden"
denkt sich der kritische Fanzineschreiber.
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Pünktlich um 20.30 Uhr legte mit Reuben
die Vorband des Abends los. Ich erinner mich an nichts
interessantes. Meine einzigen drei Erinnerungen
sind, dass ich die Band erstens langweilig fand,
dass der Name zweitens "Ruben" ausgesprochen
wird und dass sich drittens Gruschka ein Shirt
von den Jungs gekauft hat. Achja und wer
sich von den Jungs was mit nach Hause nehmen wollte
konnte für 10 € eine 4-Track-EP
erwerben. Ihr merkt, ich rede heut mal wieder zu viel über Preise.
Nach einer halben Stunde war dann aber
auch Feierabend und vor der Bühne wurde es merklich
voller.
Umbaupause. Ich persönliche machte
mich auf irgendein majestätisches Intro gefasst, doch ohne
Schickschnack kam irgendwann einfach Gitarrist
Ian D'Sa auf die Bühne und spielte das Intro
von "This Is How It Goes". Wenig später
kam dann der Rest der Band auf die Bühne und die Jungs
starteten richtig durch: Vor der Bühne
setzte sich sofort alles in Bewegung, es folgten "Devil In The
Mightnight Mass" und "This Suffering".
Sänger Benjamin Kowalewicz präsentierte sich als Poser
vor dem Herrn. Auf komisches im Schritt
rumgegrapsche hätte er dabei ruhig verzichten können,
denn das zog die anschließende Ansage
"We don't care how big your penis is, we don't care how
big your muscles are, we care how big
your heart is" doch etwas ins Lächerliche.
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Billy Talent spielten sich wie zu
erwarten durch ihre zwei Alben, 18 der insgesamt 25 Songs stan-
den auf der Setlist. Ich persönlich
bin kein großer Freund ihrer Alben, ihr Liveshow konnte mich je-
doch alles in allem sehr überzeugen.
Zum Ende hin schwächelte das Set ein wenig, aber anson-
sten ein sehr energiereicher Auftritt.
Benjamin Kowalewicz krächzt live noch etwas mehr als auf
Platte, die Ansagen klingen dank Nasal
sehr lustig. Als Zugaben gab es wie zu erwarten mit "Try
Honesty" und "Red Flag" die Hits vom ersten
und zweiten Album. Eigentlich wäre jetzt alles gut
gewesen und ich wäre zufrieden nach
Hause gegangen. Aber muss man zum Ende noch unbe-
dingt eine Deutschlandfahne mit den Aufschrift
"Thank You" hoch halten?
Fazit:
Alles in allem kann man feststellen: Die
Gerüchte haben sich bestätigt, Billy Talent können
es live!
Ohne Schrittgefummel und Fahnengeschwänke
wäre ich rundum zufrieden gewesen und hätte ge-
nau das bekommen was ich erwartet hätte:
Eine gute, 100% professionelle Rockshow von einer
Band die inhaltlich nicht viel zu sagen
hat, die Leute aber unterhalten kann. Emo- und Poppunk-
kids fühlten sich sichtlich wohl.
BB
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