Anti-Flag, Red Lights Flash, IDEFY, Clint
Hannover/Kornstrasse - 21.08.03

Langsam haben die Jungs aus Pittsburgh (Pennsylvania) wirklich einen
Starstatus erreicht! Als ich die Jungs anfang des Jahres in Oberhausen
sah, war das Druckluft überfüllt und mehr als 100 Kids mussten draußen
bleiben. Umso mehr hat es mich gewundert, dass für diese Tour wieder
so kleine Clubs, wie das Korn, gebucht wurden.
Um 18 Uhr hatte ich einen Interviewtermin mit Anti-Flag und zu meinem
Erstaunen war ich nicht der erste am Club. Zwei Stunden vor Einlass
hatten sich tatsächlich schon die ersten Leute vorm Korn versammelt.
Ab 19.30 Uhr war die Kornstrasse für Autos quasi nicht mehr passierbar,
denn die Schlange vorm Club wurde immer länger. Als dann um 20 Uhr der
Einlass begann standen schon mehr Leute vorm Club als überhaupt
reinpassen. Wer einmal drin war, kam so schnell nicht wieder raus, die
Menschenmenge nahm kein Ende und irgendwann war einfach Ausverkauft,
obwohl bestimmt noch 200 Leute draußen standen.
Jetzt werden bestimmt wieder einige aufschreien "Das ist doch kein
Punkrock mehr, Kommerz...", doch diese Leute sollten vielleicht einmal
darüber nachdenken, wie die Band erfolgreich (geworden) ist. Die Band
hat sich nicht ausverkauft, reisst immer noch das Maul auf, sagt was
Sache ist und bei einem Eintrittspreis von 7 Euro bei 4 Bands kann
sich jawohl wirklich niemand beschweren!
Den Anfang des Abends machten IDEFY aus Hannover, die mit ihrem Old
School Hardcore ordentlich Applaus ernteten. Die ersten Runden wurden
gepogt oder gemosht, aber alles in allem hatten sie natürlich den be-
schissenen Openerjob, denn sie jedoch gut absolvierten.
Dann kamen RED LIGHTS FLASH aus Graz. Es wurde deutlich melo-
diöser. Punkrock! Ich verpasste leider das meiste vom Gig und kann darum
nur sagen, dass das Publikum mir relativ angetan erschien und ich mich gut
über das Ösi-Deutsch des einen Gitarristen amüsierte. Wenn die auf Deutsch
singen würden, wäre das echt der Knaller.
Der Saal war jetzt schon voll und im Hof stand mindestens nochmal die
doppelte Menge an Leuten. Und die drängte nun nach oben, denn als
dritte Band folgte schon ANTI-FLAG. Der Saal war bis zum Rand gefüllt
und draussen standen immer noch an die 50 Menschen, es war einfach
nicht genug Platz. Zum Glück blieb alles friedlich, auch wenn einige
Leute von daußen zuhören mussten. Die Band kam auf die Bühne, es folgte
das obligatorische "We're Anti-Flag von Pittsburgh, Pennyslvania!" und
#2 forderte das Publikum auf den Mittelfinger zu heben: "Fuck Racism!
Fuck Facsim! Fuck George Bush!". Das Publikum stimmte ein, applaudierte
und einige anwesende Groupies kreischten zu meine belustigung "Justin!".
Mit dem ersten Song "Fuck Police Brutality" rastete auch gleich das
komplette Publikum aus. Es folgte "No Borders, no Nations" von der
Anti-Flag/Bouncing Souls Split. Die ersten Stagediver enterten die
Bühne und die Korn-Mitarbeiter am Bühnenrand, die super mitfeierten,
hatten allerhand zutun. Es gab ein oder zwei Songs vom neuen Album, die
auf einiges hoffen lassen. "911 for Peace" kam natürlich wieder super
an, genau wie das Clash-Cover "White Riot". Das Ende bildete "A new
Kind of Army".
Die Band ging schon nach ca. 50 Minuten von der Bühne. Doch das
Publikum wollte natürlich noch mehr. "You gonna die gonna die gonna
die fpr your government" tönte es aus allen Kehlen und die Band kam
zurück auf die Bühne. Auf Wunsch eines Kornmitarbeiters gab es noch den
Refrain von "Police State in the USA". Es folgten noch "Mumia's Song",
"The Panama Deception" und "Die for your Government", dann war wirklich
Schluss. Ein starker Auftritt, noch deutlich besser als der in
Stemwede, der mit einer Stunde jedoch wirklich ein bischen zu kurz
ausgefallen ist.
Den beschissensten Job des Abend hatten jedoch eindeutig CLINT aus
Göttingen. Sie spielten nach Anti-Flag und ich glaube nicht, dass die
sich über zuviel Publikum beschweren konnten. Ich habs nicht mehr
gesehen, weil ich einfach zu kaputt und durchgeschwitzt von ANTI-FLAG
war.
Alles in allem kann ich nur sagen: schaut euch Anti-Flag live an!
 BB