Mal wieder eins dieser frühen Konzerte! Einlass sollte um 19.00
Uhr sein,
Beginn um 20.00 Uhr. Wer kommt denn schon um diese Uhrzeit?
Außer mir natürlich (fast) keiner! Als ich mit zwei Kumpels
um 20.00 Uhr
am niegel-nagel-neuen "alten Stahlwerk" ankam, waren erst eine handvoll
Leute da. Dafür war die Organisation umso professioneller. Nach
Ausweis-
kontrolle gab's je nach Alter einen roten oder einen blaue, extra für
dieses
Konzert prollig angefertigten, Stempel. Die Besitzer des einen Stempels
durften nachher Bier kaufen, die Anderen nicht. Auch die Bühne
hatte es
wirklich in sich: Sound und Licht vom Feinsten, mal ganz zu schweigen
von
der Deko (Sofa, Whiskeyfass, etc.)!
Ab 20.30 Uhr brauchte man dann mehr als eine Hand um die Besucher
zu zählen und so entschloss man sich das Konzert um 21.00 Uhr
be-
ginnen zu lassen.
Den Anfang machten BITTER ORANGE. Das Quintett spielte einen sehr
brachialen Punkrock mit viel Geschrei, sowie Rock- und Metaleinflüssen.
Ich fands schonmal ganz ok, wobei es mich nicht vom Hocker gerissen
hat,
weil ich ja nicht auf dieses Metalzeux stehe. Die bis jetzt ca. 50
Zuhörer
applaudierten fleissig und nach 35 Minuten war Feierabend.
Dann legte Bitter Orange Sänger Stephan das Mikro zur Seite, nahm
einen
Bass in die Hand und schon kurze Zeit später, nachdem Frontmann
Matze
sich das Hemd weitgenug aufgeknöpft hattte, begannen DAYTONA zu
rocken. Die spielten einen relativ experimentellen Sound, in dem auch
mal
Platz für ein rein-instrumentales Stück war. Mittlerweile
gut 100 Zuschauer
fandens gut.
Als dann um 23.15 endlich ABLAZE auf die Bühne kamen war der Saal
mit ca. 140 Leuten gut gefüllt. Zu Beginn des Sets gab's per Beamer
auf
Leinwand erstmal den ersten Videoclip der Jungs und Mädels aus
Melle.
Die Handlung kurz und bündig: Die Band fährt mit nem Oldtimer
zu nem
Gig, natürlich geht das Benzin aus, Frontman Paul wird mit Benzinkanister
und ner Flasche Whiskey losgeschickt, natürlich trifft er unterwegs
einen
Haufen netter Damen die ihm helfen, die Band rockt und knutscht gleich-
zeitig, alles ist gut! Zwischendurch gibt's immer 80er Jahre mässige
Szenen,
in den Paul mit Psychoblick singt, und die Band beim spielen. Für
den An-
fang schonmal nicht schlecht!
Nun aber zum Auftritt. Ablaze spiele nur Songs von der neuen CD "666
Drinks till Death". Ich finde das irgendwie schade, aber was soll's!?
Die Geige kommt leider nur zweimal zum Einsatz, ab und an reisst mal
eine Gitarrenseite, trotzdem sind alle begeistert. Paul beweißt
sein Talent
als Poser, Daniel trommelt bis zum Erbrechen und nach ca. 30 Minuten
ist Feierabend. Die Leute schreien nach Zugaben, davon gibt es dann
auch
eine. Als das Publikum nach noch mehr verlangt bedankt sich die Band
bei der örtlichen Realschule, die das Jugendzentrum finanziell
unter-
stützt hat, und verlässt die Bühne. Nicht schlecht Herr
Specht!
BB