Tribute To Nothing, Yell Of Rage, Happy But Not Satisfied, u.a.
15.01.05 - Spenge / Kornboden

Mitten in der Wallachei liegt der gute alte Kornboden, trotzdem fanden an
die 180 Leute den Weg auf's Land um sich mal wieder ein ordentliches Pie-
pen auf den Ohren abzuholen.

Der Laden platzte schon bei Alice D, die den Abend eröffneten, fast aus allen
Nähten. Die Bielefelder boten eine ordentliche Show zu dieser frühen Zeit,
das Publikum wirkte leider noch etwas unterkühlt, klatschte aber zumindest
fleißig für die schnellen Melodic-Punks. Sänger und Bassist David schaffte es
sogar eine seiner vier Seiten zu schrotten, aber Ersatz war schnell gefunden.
Ich hatte die Jungs längere Zeit nicht mehr gesehen um muss sagen, dass die
nochmal ordentlich zugelegt haben: Schneller, harter, melodischer Punkrock.

Als zweite Band des Abends betraten Happy But Not Satisfied die imaginäre
Bühne. Das Trio präsentierte drei neue Lieder, darunter Perlen wie "Du gehst
zur Musikschule, du vergewaltigst Punkrock!", und sorgte, trotz musikalischer
Schwierigkeiten, für die ersten ausgedehnten Pogorunden auf dem überfüllten
Kornboden. Eben diese musikalische Unzulänglichkeiten, die natürlich nur und
ausschließlich auf mangelnde Probemöglichkeiten zurückzuführen sind, sorgten
auch für die zweifache Umbennenung der Band in Wir sind in Topform aus Be-
senkamp, Sundern und Herford und in Wir sind in Super-Topform aus Besen-
kamp, Sundern und Herford.

Als nächstes bestritten Yell of Rage ihr Heimspiel. Die Locelheros brachten von
Anfang an den kompletten Saal zum Beben, so dass bis durch zum Thresen ein-
fach nur getanzt, gemosht (oder wahlweise gepogt) wurde. Emotionaler Hard-
core der Spitzenklasse und das neuerdings sogar teilweise mit deutschen Gesang.
Das Publikum konnte die Texte mitsingen und feierte die Band ohne Ende ab.
Auch Tribute To Nothing beglückwünschten die Band anschließend zu ihrem
gelungenen Auftritt. Wird Zeit dass sich Yell Of Rage mal außerhalb von Spenge/
Jöllenbeck einen Namen machen, den Grundstein haben die Jungs mit dieser
Show hoffentlich gelegt.

Es folgten The Heartbreak Motel aus Recklinghausen. Die Jungs machen sich
langsam überregional einen Namen und das völlig zurecht. Professionelle Show,
gute Mucke und ordentlich Arschtritt! Das Fachpublikum war begeistert, die
Kids feierten die Band leider nicht ganz so stark ab wie die Localhelden. Ich
verpasste leider einen Großteil des Auftritts, so dass ich nicht viel mehr sagen
kann.

Dann war es an der Zeit für Tribute To Nothing den Laden auseinanderzuneh-
men. Intense, Chaotic Post Hardcore! Die Jungs brachten eine  mindestens ge-
nauso energiegeladene Show wie auf ihrer Live-DVD "A Brand New Cause
To Fuel The Fire", was aufgrund der Tatsache dass es keine Bühne auf dem KB
gibt teilweise recht gefährlich für das Publikum in den ersten Reihen wurde. Ich
habe mich spontan gefragt wie man so ein Show 200 Mal im Jahr abziehen kann
ohne körperlich völlig in den Arsch zu gehen. Die sympathischen Engländer sorg-
ten für zufriedene Gesichtsausdrücke im Publikum und für nasse Wände. Ein
hervorragender Abend der spontan in einer Raggae und Ska Party endete. Das
riecht nach Wiederholung. Danke an das Kornboden-Team und alle Organisa-
toren!

BB