Strung Out, Death Before Disco, Alice D
23.05.05 - Bielefeld / Kamp

Hey, eine von drei Stung Out Soloshows in Deutschland fand
eine im Bielefelder Kamp statt, da erschien mir Anwesenheit
auch nach 12 Stunden Uni ratsam. Gerade weil mir das neue
Album "Exile In Oblivion" so gut gefällt, war ich heiß auch
mein erstes Konzert der Kombo. Vor der Show war jedoch
erstmal verpeiltes durch die Gegend laufen meiner Seits, an-
gesagt: Leute nicht erkannt, unfreundlich geguckt... so macht
man sich Freunde!

Pünktlich um 21 Uhr betraten dann Alice D in Orchesterstärke
die Bühne des völlig überfüllten Kamps... äh... nee... jetzt mal
in echt: Bis 21 Uhr hatten sich weniger als von mir erwartet
im Kamp eingefunden, um Alice D in der abgespeckten Drei-
Mann-Variante zu erleben. Doch alle Nicht-Anwesenden haben
wirklich was verpasst: Auch als Trio sind Alice D ein Erlebnis!
Ohne die zweite Gitarre kommen Gitarre von Ingo und Bass
von David besonders gut zur Geltung, das hat zur Folge, dass
man a) jeden Verspieler hört, b) aber auch das ein oder andere
nette Detail hört, das sonst nicht so zum Vorschein kommt. Die
Jungs nahmen das begrenzte Publikum recht locker, machten
den ein oder anderen Joke und waren nach gut 25 Minuten auch
schon fertig. Highlight im Set: "Coffee & Cigarettes".

Als nächstes waren Death Before Disco an der Reihe. Die musi-
kalisch hochwertigste Band des Abends bot Emo und Hardcore.
Leider fehlten den Songs an der ein oder anderen Stelle ein
paar Background Screamings, ansonsten war aber alles ok.
Mir gefielen vor allem die beiden Gitarristen, trotzdem muss man
sagen, dass die Jungs das machen, was zur Zeit viele machen
und damit nicht wirklich rausstechen.

Als Strung Out dann irgendwann die Bühne betraten waren es
schätzungsweise 100-150 Leute (ich garantiere für nichts) im
Kamp. Die Fatwreck Kombo legte mit "Velvet" los, was wahre
Freudenstürme im Publikum auslöste: Erst wurde Mitgesungen,
dann bildete sich innerhalb von Sekunden ein netter Moshpit.
Es folgte "Skeletondanse" und ich muss sagen: die Nummer
gefällt mir auf Platte besser.
Weiter ging es mit "Ultimate", "Razor Sex" und "Asking". Die
Band, natürlich ganz in schwarz gekleidet, machte eine gute
Show und kommunizierte mehr mit dem Publikum als man es
von der ein oder anderen amerikanischen Hardcore Band ge-
wohnt ist.
Nach "Too close" und "Firecracker" folgte dann mit "Analog"
auch endlich der grandiose Opener des neuen Albums.
Sänger Jason Cruz verteilte den ein oder anderen Schnaps, be-
vor es dann wieder richtig zur Sache ging.
Das Publikum feierte die Band ganz gut ab, ich war von den Live-
Qualitäten der Kombo nicht übermässig überwältigt. War zwar
nicht schlecht, doch alles in allem kann ich sagen: Klingt auch
Platte besser.
Das Ende makierten "Scarlet" und "Match Book". Anschlißend
bedankten sich die Jungs mit Handschlag beim Publikum, plau-
derten noch ein bißchen und Gitarrist Rob Ramos schnorrte
sich Zigaretten. Sympathische Band.

Alles in allem ein ganz netter Montagabend im leider etwas leeren
Kamp. Strung Out konnten mich live nicht 100%ig überzeugen,
Alice D dafür sogar als Trio, also eine runde Sache...

Basti

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