Als ich um 20.23 Uhr den schicken Bauteil 5 der Weberei betrat waren
noch nicht
allzuviele zahlende Gäste anwesend. Nach einigen Partien Kicker
und Bier kamen
am Ende aber doch noch zwischen 40 und 50 zahlende Gäste. Eigentlich
hätten
Sommerset viel mehr verdient, aber es war halt ein Donnerstag...
Den Anfang machten um 21.10 Uhr 5 Bugs, die mit einem riesigen
Merchandise-
Sortiment angereist waren. Ca. 10 Leute befanden sich vor der Bühne,
als die jun-
gen Berliner mit der "Super Mario"-Melodie als Intro begannen. Anschließend
gab
es den ein oder anderen Kommentar über das kaum vorhandene Publikum
und
standardmässigen, nicht schlechten, Melodic-Punk. So richtig konnte
es niemanden
vom Hocker reißen und die Poser-Qualitäten der Band wirkten,
in Betracht der be-
grenzten Zuschauermenge, auch eher lächerlich. Nach einer halben
Stunde war Fei-
erabend.
Sommerset bauten auf und die restlichen Leute betraten den Konzertraum.
Die Neu-
seeländer legten mit "Say what you want", dem Titelsong des aktuellen
Albums, los
und überraschender Weise konnten einige mitsingen, obwohl das
Album erst seit
zwei Tagen auf dem Markt war. Weiter ging's mit "The Useless", ebenfalls
vom ak-
tuellen Album. Nach jedem Song gab's vom, offensichtlich betrunkenen,
5 Bugs-Gi-
tarristen ein lautes "Rock'n'Roll". Ryan, Milon, Jay und Stefan begrüssten
das Pub-
likum und machten mit älteren Songs weiter. "Clitter" und "1998"
konnten noch mehr
Leute mitsingen, leider konnte der Funken, wie in halbgefüllten
Clubs bedauerlicher
Weise normal, nicht komplett auf's Publikum überspringen. Die
Leute waren von der
Live-Show der Jungs zwar begeistert, nickten mit den Köpfen, sangen
mit, aber den
Anfang auf der Tanzfläche zu machen traute sich anscheinend niemand.
Mit "Exclusions"
"Harmony" und "Starbled" wurde weiter die Werbetrommel für das
neue Album ge-
rührt, bevor die Freunde der alten Songs mit "Streets" und "Shack
Nasty" wieder auf
ihre Kosten kamen. Ein besonderes Highlight ist bei Sommerset
auf jeden Fall der
Roadie, der das ganze Konzert über neben der Bühne an einem
Mikrophone steht,
raucht, trinkt und die Jungs bei den Backing Vocals unterstützt.
Einen echten Hard-
core-Fan hatte die Band auch dabei, ein Mann mit altem Sommerset-Shirt
konnte
einfach nicht ruhig stehen: Vorne Foto machen, dann wieder hinten rumhümpfen,
Kopf-
nicken, Klatschen... so muss es sein! Dann beendeten Sommerset
mit "Inside", der
aktuellen Single, und "Faded" das offizielle Set. Die Jungs gingen
schweißgebaded, so
muss es auch sein, in den Backstageraum, doch das Publikum schrie nach
mehr...
Die gastfreundlichen Veranstalter von Cable Street Beat brachten
die nächste Runde
Schnaps auf die Bühne und weiter ging es mit dem Zugabeblock:
"Coming Home"
und "Fast Cars, Slow Guitars" bildeten das Ende.
Eine gute Live-Show der aufstrebenden Neuseeländer, für Fans
der älteren Songs
wurde leider viel zu viel Wert auf das neue Album gelegt.
BB