Sommerset, 5 Bugs
Gütersloh / Bauteil 5 - 02.09.04

Als ich um 20.23 Uhr den schicken Bauteil 5 der Weberei betrat waren noch nicht
allzuviele zahlende Gäste anwesend. Nach einigen Partien Kicker und Bier kamen
am Ende aber doch noch zwischen 40 und 50 zahlende Gäste. Eigentlich hätten
Sommerset viel mehr verdient, aber es war halt ein Donnerstag...

Den Anfang machten um 21.10 Uhr 5 Bugs, die mit einem riesigen Merchandise-
Sortiment angereist waren. Ca. 10 Leute befanden sich vor der Bühne, als die jun-
gen Berliner mit der "Super Mario"-Melodie als Intro begannen. Anschließend gab
es den ein oder anderen Kommentar über das kaum vorhandene Publikum und
standardmässigen, nicht schlechten, Melodic-Punk. So richtig konnte es niemanden
vom Hocker reißen und die Poser-Qualitäten der Band wirkten, in Betracht der be-
grenzten Zuschauermenge, auch eher lächerlich. Nach einer halben Stunde war Fei-
erabend.

Sommerset bauten auf und die restlichen Leute betraten den Konzertraum. Die Neu-
seeländer legten mit "Say what you want", dem Titelsong des aktuellen Albums, los
und überraschender Weise konnten einige mitsingen, obwohl das Album erst seit
zwei Tagen auf dem Markt war. Weiter ging's mit "The Useless", ebenfalls vom ak-
tuellen Album. Nach jedem Song gab's vom, offensichtlich betrunkenen, 5 Bugs-Gi-
tarristen ein lautes "Rock'n'Roll". Ryan, Milon, Jay und Stefan begrüssten das Pub-
likum und machten mit älteren Songs weiter. "Clitter" und "1998" konnten noch mehr
Leute mitsingen, leider konnte der Funken, wie in halbgefüllten Clubs bedauerlicher
Weise normal, nicht komplett auf's Publikum überspringen. Die Leute waren von der
Live-Show der Jungs zwar begeistert, nickten mit den Köpfen, sangen mit, aber den
Anfang auf der Tanzfläche zu machen traute sich anscheinend niemand. Mit "Exclusions"
"Harmony" und "Starbled" wurde weiter die Werbetrommel für das neue Album ge-
rührt, bevor die Freunde der alten Songs mit "Streets" und "Shack Nasty" wieder auf
ihre Kosten kamen. Ein besonderes Highlight ist bei Sommerset auf jeden Fall der
Roadie, der das ganze Konzert über neben der Bühne an einem Mikrophone steht,
raucht, trinkt und die Jungs bei den Backing Vocals unterstützt. Einen echten Hard-
core-Fan hatte die Band auch dabei, ein Mann mit altem Sommerset-Shirt konnte
einfach nicht ruhig stehen: Vorne Foto machen, dann wieder hinten rumhümpfen, Kopf-
nicken, Klatschen... so muss es sein! Dann beendeten Sommerset mit "Inside", der
aktuellen Single, und "Faded" das offizielle Set. Die Jungs gingen schweißgebaded, so
muss es auch sein, in den Backstageraum, doch das Publikum schrie nach mehr...
Die gastfreundlichen Veranstalter von Cable Street Beat brachten die nächste Runde
Schnaps auf die Bühne und weiter ging es mit dem Zugabeblock: "Coming Home"
und "Fast Cars, Slow Guitars" bildeten das Ende.
Eine gute Live-Show der aufstrebenden Neuseeländer, für Fans der älteren Songs
wurde leider viel zu viel Wert auf das neue Album gelegt.

BB