The Hives, D4
13.04.05 - Bielefeld / Ringlokschuppen

Als die Schweden vor ein paar Jahren als Support der
Ärzte in der Bielefelder Seidensticker Halle zu sehen
waren, rissen sie die Massen noch nicht wirklich vom
Hocker, doch seitdem ist viel passiert: Das damals er-
schienene Album "Veni Vidi Vicious" verhalf der Band
mit Hits wie "Die All Right" und "Hate To Say I Told You
So" sowohl zu einem kleinen Durchbruch hierzulande,
als auch zu einem Majordeal. Es folgten die ganz gro-
ßen Festivals, die Jungs blieben locker und floppten
nicht mir ihrem Major-Debüt "Tyrannosaurus Hives", die
Fanschar wuchs und wuchs. Mittlerweile lockt das Quin-
tett trotz eines Eintrittspreises von 20 Euro ca. 3000
Leute an einem Mittwochabend in die große Halle des
Bielefelder Ringlokschuppen.

Als ich gegen 20.40 Uhr den Ringlokschuppen betrat
war die Vorband D4 schon auf der Bühne, ich schlender-
te trotzdem ersteinmal zum Merch und staunte nicht
schlecht: Shirts 20 €, Buttons 2 €, Poster zwischen 6 und
9 €! Ich entschied mich schnell, mich doch lieber mit den
Neuseeländern zu beschäftigen... und die gaben auch
ersteinmal richtig Gas: Arschtretender Punk'n'Roll. Gefiel
mir ersteinmal ganz gut und passte meiner Meinung nach
auch ganz gut zur Hauptband. Dann hatten D4 jedoch ei-
nen kleinen Durchhänger und versuchten sich an ein paar
ruhigeren Songs, die überhaupt nicht überzeugen konnten.
Kurz vor Ende wurden dann jedoch wieder ordentlich ge-
rockt und vor allem die Gitarrenarbeit der Neuseeländer
gefiel. Nach ner halben Stunde war dann aber Schluss.

Eine recht lange Umbaupause begann und die Leute dräng-
ten vor die Bühne des Ringlokschuppens. Irgendwann war
es dann soweit und unter dem Jubel der Meute kamen The
Hives ohne Intro oder ähnliches einfach auf die Bühne. Im
Hintergrund der Bühne leuchtete der Bandname in großen,
roten Neonröhren geschrieben, darum gab es Lichter wie
man es von den Ärzten kennt. Als Opener diente "Abra Ca-
daver", direkt gefolgt von "Main Offender". Das Publikum
war sofort zur Stelle, auch als schon wenig später die aktu-
elle Single "Two Timing Tough And Broken Bones". Sänger
Pelle Almqvist, neuerdings mit Oberlippenbart, zeigte sich
wie immer als charmanter, aber auch arroganter und unnah-
bar wirkender, Entertainer und auch der Rest der gutgeklei-
deten Band nahm 100% professionell seine Bühnenrolle ein.
Kurz darauf fing die Band dann auch schon mit dem verfeu-
ern meiner Lieblingssongs an: Zuerst "Walk Idiot Walk", et-
was später dann "Die All Right" und noch ein wenig später
dann "Hate To Say I Told You So" brachten das Publikum
richtig auf Hochtouren. Pelle Almqvist versuchte sich neben
dem Posen auch des öfteren mal in deutsch und brachte zur
Freude der Zuhörer Sätze wie "Ich bien besetzt van sahtan"
zu stande. Meine Lieblingssongs hatte ich gehört und die
folgenden Songs wie "B is for Brutus", "Diabolic Scheme"
oder das abschließende "Antidote" konnten mich live nicht
wirklich vom Hocker hauen. Nach nur 50 Minuten Spielzeit
verabschiedeten sich die Schweden dann auch schon. Das
konnte es natürlich nicht gewesen seien und nach ca. 5 Mi-
nuten "Zugabe!" betteln kamen Dr. Matt Destruction, Chris
Dangerous,  Nicholaus Arsons, Vigilante Carlström und na-
türlich auch Pelle Almqvist nochmal zurück. Es gab weitere
drei Songs unter denen der wirklich letzte Song "A.K.A. I-D-
I-T" das Highlight war. Nach etwas mehr als einer Stunde
war der Spass dann entgültig vorbei.

Alles in allem kann man sagen, dass die Jungs im wahrsten
Sinne des Wortes ne gute Show hingelegt haben, auch wenn
einige Teile im Set nicht überzeugen konnten. Die Preise ha-
ben die Jungs auf Majorniveau angezogen, dafür kann man
meiner Meinung nach allerdings etwas mehr als ne gute Stun-
de live Action verlangen, wobei ich nicht behaupten möchte,
dass die Jungs nicht geschwitzt hätten, denn Schweiss lief
in Strömen. Übrigens fand ich persönlich, dass die Band ziem-
lich gut ins Ambiente des Ringlokschuppens passte.