Als die Schweden vor ein paar Jahren als
Support der
Ärzte in der Bielefelder Seidensticker
Halle zu sehen
waren, rissen sie die Massen noch nicht
wirklich vom
Hocker, doch seitdem ist viel passiert:
Das damals er-
schienene Album "Veni Vidi Vicious" verhalf
der Band
mit Hits wie "Die All Right" und "Hate
To Say I Told You
So" sowohl zu einem kleinen Durchbruch
hierzulande,
als auch zu einem Majordeal. Es folgten
die ganz gro-
ßen Festivals, die Jungs blieben
locker und floppten
nicht mir ihrem Major-Debüt "Tyrannosaurus
Hives", die
Fanschar wuchs und wuchs. Mittlerweile
lockt das Quin-
tett trotz eines Eintrittspreises von
20 Euro ca. 3000
Leute an einem Mittwochabend in die große
Halle des
Bielefelder Ringlokschuppen.
Als ich gegen 20.40 Uhr den Ringlokschuppen
betrat
war die Vorband D4 schon auf der
Bühne, ich schlender-
te trotzdem ersteinmal zum Merch und staunte
nicht
schlecht: Shirts 20 €, Buttons 2
€, Poster zwischen 6 und
9 €! Ich entschied mich schnell,
mich doch lieber mit den
Neuseeländern zu beschäftigen...
und die gaben auch
ersteinmal richtig Gas: Arschtretender
Punk'n'Roll. Gefiel
mir ersteinmal ganz gut und passte meiner
Meinung nach
auch ganz gut zur Hauptband. Dann hatten
D4 jedoch ei-
nen kleinen Durchhänger und versuchten
sich an ein paar
ruhigeren Songs, die überhaupt nicht
überzeugen konnten.
Kurz vor Ende wurden dann jedoch wieder
ordentlich ge-
rockt und vor allem die Gitarrenarbeit
der Neuseeländer
gefiel. Nach ner halben Stunde war dann
aber Schluss.
Eine recht lange Umbaupause begann und
die Leute dräng-
ten vor die Bühne des Ringlokschuppens.
Irgendwann war
es dann soweit und unter dem Jubel der
Meute kamen The
Hives ohne Intro oder ähnliches
einfach auf die Bühne. Im
Hintergrund der Bühne leuchtete der
Bandname in großen,
roten Neonröhren geschrieben, darum
gab es Lichter wie
man es von den Ärzten kennt.
Als Opener diente "Abra Ca-
daver", direkt gefolgt von "Main Offender".
Das Publikum
war sofort zur Stelle, auch als schon
wenig später die aktu-
elle Single "Two Timing Tough And Broken
Bones". Sänger
Pelle Almqvist, neuerdings mit Oberlippenbart,
zeigte sich
wie immer als charmanter, aber auch arroganter
und unnah-
bar wirkender, Entertainer und auch der
Rest der gutgeklei-
deten Band nahm 100% professionell seine
Bühnenrolle ein.
Kurz darauf fing die Band dann auch schon
mit dem verfeu-
ern meiner Lieblingssongs an: Zuerst "Walk
Idiot Walk", et-
was später dann "Die All Right" und
noch ein wenig später
dann "Hate To Say I Told You So" brachten
das Publikum
richtig auf Hochtouren. Pelle Almqvist
versuchte sich neben
dem Posen auch des öfteren mal in
deutsch und brachte zur
Freude der Zuhörer Sätze wie
"Ich bien besetzt van sahtan"
zu stande. Meine Lieblingssongs hatte
ich gehört und die
folgenden Songs wie "B is for Brutus",
"Diabolic Scheme"
oder das abschließende "Antidote"
konnten mich live nicht
wirklich vom Hocker hauen. Nach nur 50
Minuten Spielzeit
verabschiedeten sich die Schweden dann
auch schon. Das
konnte es natürlich nicht gewesen
seien und nach ca. 5 Mi-
nuten "Zugabe!" betteln kamen Dr. Matt
Destruction, Chris
Dangerous, Nicholaus Arsons, Vigilante
Carlström und na-
türlich auch Pelle Almqvist nochmal
zurück. Es gab weitere
drei Songs unter denen der wirklich letzte
Song "A.K.A. I-D-
I-T" das Highlight war. Nach etwas mehr
als einer Stunde
war der Spass dann entgültig vorbei.
Alles in allem kann man sagen, dass die
Jungs im wahrsten
Sinne des Wortes ne gute Show hingelegt
haben, auch wenn
einige Teile im Set nicht überzeugen
konnten. Die Preise ha-
ben die Jungs auf Majorniveau angezogen,
dafür kann man
meiner Meinung nach allerdings etwas mehr
als ne gute Stun-
de live Action verlangen, wobei ich nicht
behaupten möchte,
dass die Jungs nicht geschwitzt hätten,
denn Schweiss lief
in Strömen. Übrigens fand ich
persönlich, dass die Band ziem-
lich gut ins Ambiente des Ringlokschuppens
passte.