Neues Album, neue Tour, neuer Hype und
ein paar enttäuschte
alte Fans: Der mittlerweile gewohnte Gang
wenn aus den Rei-
hen der Die Ärzte etwas neues
auf den Markt geworfen wird!
Natürlich stand von vorneherein fest,
dass da auch "Am Ende
der Sonne", das neue Solo-Album von Farin
Urlaub, und die da-
zugehörige "Sonnenblumen Of Death"-Tour
keine Ausnahmen
bilden würden. Doch der seriöse,
interessierte, nicht voreinge-
nommene, junge, dynamische und verdammt
gutaussehende
Journalist von heute, kurz Ich (ähm...
äh... ja...), möchte sich
natürlich sein eigenes Bild machen
und verspürt den Zwang
seine Meinung zu den aktuellsten Geschehnissen
einer breiten
Öffentlichkeit zu unterbreiten.
Im Fall des Albums ist das auf dieser Seite
ja auch schon in
Form einer recht positiven Rezension geschehen,
dement-
sprechend gespannt machte ich mich dann
zur studentenun-
freundlichen Uhrzeit 19.30 Uhr (Vorlesungen
gehen auch gerne
Mal bis 20 Uhr) auch schon auf zum Bielefelder
Ringlokschup-
pen um der Live-Qualität der neuen
Songs genaustens auf den
Zahn zu fühlen.
Am ausverkauften RLS angekommen der erste
Schock: Die
Schlange vor der Tür zog sich bis
zur Strasse, Ortkundige kön-
nen sich vorstellen wovon ich spreche...
der erfahrene Konzert-
besucher lässt sich von so etwas
natürlich nicht einschüchtern,
rechnet mit der übermässigen
Intelligenz andere Konzertbesu-
cher und findet innerhalb von zwei Minuten
raus, dass an der
anderen Tür die Schlange nur 10 m
lang ist. Während draußen
also noch alles wartete schlenderte ich
in Begleitung von Alex
zum Merchandise: ein kurzer Blick auf
die Preise, ein Blick auf
die Tourshirts, zwei abfällige Bemerkungen
und nichts wie weg!
Vielleicht sollte ich langsam Mal zum
Konzert kommen...
... pünktlich um 20.30 legten der
große, blonde Mann mit dem 82-
Zähne-Grinsen und sein Racing Team
dann auch los. Auf das In-
tro folgte natürlich "Mehr" als Opener,
gefolgt von "Augenblick".
Das Publikum drehte die ersten Runden
am Rad, dann gab es
mit "Sumisu" den ersten älteren Song
und mit "Am Strand" das
erste Highlight für mich. Besonders
die Backgroundsängerinnen
aus dem zehnköpfigen Racing Team
konnten durch ausgefeilt-
lustige Choreographien in ihren Ami-Politessen-Uniformen
über-
zeugen.
Auf den Titel-Held "Wie ich den Marylin-Manson-Ähnlichkeits-
wettbewerb verlor", folgte auch schon
die nächste Single "Porzel-
lan". Anschließend gab's mit "Petze"
eine hervorragende B-Seite
von der "OK"-Single.
Langsam fing das Bielefelder Publikum
an zu schwächeln, was
Farin mit dem Satz "Wird wohl ein langes
Konzert heute, wir ha-
ben hier oben noch genug Sauerstoff" kommentierte.
Wenig später gab es dann auch den
coolen Hiddentrack "Noch
einmal" vom aktuellen Album, gefolgt von
"Jeden Tag Sonntag"
und "1000 Jahre schlechten Sex".
Als "Mann mit der Posaune" wurde natürlich
Busters
Posaunist
Rob abgefeiert, bevor mit "Wunderbar"
und "Phänomenal Egal"
wieder älterer Stoff folgte...
Das Publikum schwächelte irgendwie
durchgehend ein wenig
und warf mit verschienden Gegenständen
nach Farin's Gitarre
was den wiederrum zu netten Kommentaren
animierte... es folgte
noch das weitere Pflichtprogramm: "Sonne",
"Lieber Staat" und
und "Glücklich", bevor mit "Der ziemlich
okaye Popsong" ein Song
dran war, der nur für einen Tag gratis
zum Download auf Farin's
Homepage stand und mit "Zehn" die Hüpf-Nummer
überhaupt
folgte, die es bis jetzt auf keiner offiziellen
Platte zu hören gibt.
Sehr gute Nummern! "OK" und "Unter Wasser"
beendeten den
offiziellen Teil.
Im ersten Zugabeblock gab's dann natürlich
auch "Dusche" und
mit "Wo ist das Problem" eine B-Seite
von Farin's allererster
Single "Glücklich".
Im zweiten Zugabeblock durfte dann zu
"Ich gehöre nicht dazu",
die Backgroundsängerinnen wackelten
passend mit dem Pöter,
und "Abschiedsspiel" nochmal ausgiebig
getanzt werden, bevor
eine letzte Strophe von "Zehn" die letzten
Reserven in dem ge-
schafften Publikum freisetzte.
Fazit:
Eigentlich ein ganz gutes und vor allem
recht langes Konzert,
wenn man davon absieht, dass ich diese
"ein Mann im Mittel-
punkt" Geschichte nicht mag. Schön
waren die recht zahlrei-
chen B-Seiten, allerdings muss ich sagen,
dass mir live, grob
verallgemeinert, die alten Songs doch
mehr zusagen als der
neue Stoff von "Am Ende Der Sonne".
Basti