Farin Urlaub Racing Team
18.05.05 - Bielefeld/Ringlokschuppen

Neues Album, neue Tour, neuer Hype und ein paar enttäuschte
alte Fans: Der mittlerweile gewohnte Gang wenn aus den Rei-
hen der Die Ärzte etwas neues auf den Markt geworfen wird!
Natürlich stand von vorneherein fest, dass da auch "Am Ende
der Sonne", das neue Solo-Album von Farin Urlaub, und die da-
zugehörige "Sonnenblumen Of Death"-Tour keine Ausnahmen
bilden würden. Doch der seriöse, interessierte, nicht voreinge-
nommene, junge, dynamische und verdammt gutaussehende
Journalist von heute, kurz Ich (ähm... äh... ja...), möchte sich
natürlich sein eigenes Bild machen und verspürt den Zwang
seine Meinung zu den aktuellsten Geschehnissen einer breiten
Öffentlichkeit zu unterbreiten.

Im Fall des Albums ist das auf dieser Seite ja auch schon in
Form einer recht positiven Rezension geschehen, dement-
sprechend gespannt machte ich mich dann zur studentenun-
freundlichen Uhrzeit 19.30 Uhr  (Vorlesungen gehen auch gerne
Mal bis 20 Uhr) auch schon auf zum Bielefelder Ringlokschup-
pen um der Live-Qualität der neuen Songs genaustens auf den
Zahn zu fühlen.

Am ausverkauften RLS angekommen der erste Schock: Die
Schlange vor der Tür zog sich bis zur Strasse, Ortkundige kön-
nen sich vorstellen wovon ich spreche... der erfahrene Konzert-
besucher lässt sich von so etwas natürlich nicht einschüchtern,
rechnet mit der übermässigen Intelligenz andere Konzertbesu-
cher und findet innerhalb von zwei Minuten raus, dass an der
anderen Tür die Schlange nur 10 m lang ist. Während draußen
also noch alles wartete schlenderte ich in Begleitung von Alex
zum Merchandise: ein kurzer Blick auf die Preise, ein Blick auf
die Tourshirts, zwei abfällige Bemerkungen und nichts wie weg!
Vielleicht sollte ich langsam Mal zum Konzert kommen...

... pünktlich um 20.30 legten der große, blonde Mann mit dem 82-
Zähne-Grinsen und sein Racing Team dann auch los. Auf das In-
tro folgte natürlich "Mehr" als Opener, gefolgt von "Augenblick".
Das Publikum drehte die ersten Runden am Rad, dann gab es
mit "Sumisu" den ersten älteren Song und mit "Am Strand" das
erste Highlight für mich. Besonders die Backgroundsängerinnen
aus dem zehnköpfigen Racing Team konnten durch ausgefeilt-
lustige Choreographien in ihren Ami-Politessen-Uniformen über-
zeugen.
Auf den Titel-Held "Wie ich den Marylin-Manson-Ähnlichkeits-
wettbewerb verlor", folgte auch schon die nächste Single "Porzel-
lan". Anschließend gab's mit "Petze" eine hervorragende B-Seite
von der "OK"-Single.
Langsam fing das Bielefelder Publikum an zu schwächeln, was
Farin mit dem Satz "Wird wohl ein langes Konzert heute, wir ha-
ben hier oben noch genug Sauerstoff" kommentierte.
Wenig später gab es dann auch den coolen Hiddentrack "Noch
einmal" vom aktuellen Album, gefolgt von "Jeden Tag Sonntag"
und "1000 Jahre schlechten Sex".
Als "Mann mit der Posaune" wurde natürlich Busters Posaunist
Rob abgefeiert, bevor mit "Wunderbar" und "Phänomenal Egal"
wieder älterer Stoff folgte...
Das Publikum schwächelte irgendwie durchgehend ein wenig
und warf mit verschienden Gegenständen nach Farin's Gitarre
was den wiederrum zu netten Kommentaren animierte... es folgte
noch das weitere Pflichtprogramm: "Sonne", "Lieber Staat" und
und "Glücklich", bevor mit "Der ziemlich okaye Popsong" ein Song
dran war, der nur für einen Tag gratis zum Download auf Farin's
Homepage stand und mit "Zehn" die Hüpf-Nummer überhaupt
folgte, die es bis jetzt auf keiner offiziellen Platte zu hören gibt.
Sehr gute Nummern! "OK" und "Unter Wasser" beendeten den
offiziellen Teil.
Im ersten Zugabeblock gab's dann natürlich auch "Dusche" und
mit "Wo ist das Problem" eine B-Seite von Farin's allererster
Single "Glücklich".
Im zweiten Zugabeblock durfte dann zu "Ich gehöre nicht dazu",
die Backgroundsängerinnen wackelten passend mit dem Pöter,
und "Abschiedsspiel" nochmal ausgiebig getanzt werden, bevor
eine letzte Strophe von "Zehn" die letzten Reserven in dem ge-
schafften Publikum freisetzte.

Fazit:
Eigentlich ein ganz gutes und vor allem recht langes Konzert,
wenn man davon absieht, dass ich diese "ein Mann im Mittel-
punkt" Geschichte nicht mag. Schön waren die recht zahlrei-
chen B-Seiten, allerdings muss ich sagen, dass mir live, grob
verallgemeinert, die alten Songs doch mehr zusagen als der
neue Stoff von "Am Ende Der Sonne".

Basti