Donots, Strike Anywhere, Peacocks
Gütersloh / Weberei - 22.12.04

Ist das zu glauben? Da war ich doch tatsächlich bei drei von
vier Teilen der Spirit-Tour! Nachdem Flogging Molly ja or-
dentlich gerockt und die Misfits total versagt hatten war ich
umso gespannter auf mein erstes Donots-Headliner-Konzert.

Den Anfang machten um kurz nach 20 Uhr die Peacocks aus
der Schweiz: Rockabilly, Psychobilly und Punkabilly standen
auf dem Programm. Das freute die Turbojugend Gütersloh
sorgte aber bei den Kiddies im Publikum für verstörte Gesich-
ter. Der verstörteste Blick des Abends gehörte jedoch ganz
klar dem Sänger und Gitarristen des Trios, da wußte wenig-
stens jeder was das "Psycho" vor dem "billy" soll. Besonders
cool war natürlich, wie bei Billy-Bands so üblich, der stehende
Kontra-Baß der mit ordentlich Tempo bearbeitet wurde. Lei-
der ging die Gitarre stellenweise etwas unter, trotzdem schafte
es die Band sich das Publikum zu erspielen: Getanzt und ge-
klatscht wurde auch schon bei der ersten Band, was den Sän-
ger der Combo zu der Aussage: "Immer mit der Ruhe, wir sind
doch nur die erste Band, keine Panik" veranlasste. Nach einer
halben Stunden war dann Feierabend.

Für einen kompletten Stilwechsel sorgten Strike Anywhere. Das
Quintett aus den Staaten war für mich die beste Band des
Abends: Melodischer Hardcore mit Hintergrund und einer ordent-
lichen Portion Punkrock! Sänger Thomas Barnett sprang auf der
Bühne rum was das Zeug hielt und das Publikum ging von anfang
an mit. Die Jungs aus Richmond hatten unabhängig von der
Hauptband ihre Fans dabei, so das sich innerhalb kürzester Zeit
ein Pit vor der Bühne bildete. Leider war der Spass nach ca.  40
Minuten auch schon wieder vorbei.

Dann war Umbaupause angesagt, ein paar Kiddies ließen ihre
Eltern am Tresen allein und vorne drängte es sich ziemlich, so
richtig mit an die Bühnenabsperrung quetschen und so. Mit einem
Intro, zur neuen Platte "We got the Noise" passend, wurde das
Publikum nocheinmal richtig heiß gemacht, bevor dann die "Ibb-
town Rocker" die Bühne betraten. Als Opener gab es "The Jerk
Parade", es folgte der Cover-Song "True Faith", der die Stim-
mung noch ein bischen mehr anheizte. Sänger Ingo erinnerte
mich auf der Bühne irgendwie ein bischen an Tobi von den Get-
away Drivers. Bald wurde dann auch schon "We got the Noise"
verballtert und das Publikum feiert die Jungs wirklich ab. Sehr
lustig war es die beiden Gitarristen der Band zu beobachten,
währrend einer gepflegt über die Bühne zu schweben schien,
versuchte der andere anscheinend diese auseinander zu klop-
pen! Rock'n'Roll! Auch Spontanität wurde geboten: Als Gitarrist
Alex die Gitarre kaputt ging wurde erstmal improvisiert, es gab
Hip Hop! Natürlich wurden auch noch "Saccharine Smile", Super-
hero" und "Whatever happend to the 80ies" gespielt bevor die
Donots sich erstmals verabschiedeten. Das Publikum fing an
"We're not gonne take it" zu singen und ruckzuck waren die Jungs
wieder da. Im Zugabenblock gab es noch drei Songs: "I Quit",
"We're not gonna take it" und das sehr coole "Goodbye Routine".

Alles in allem boten die Donots das, was ich erwartet hatte: Guten
Pop-Party-Punk! Allerdings gefiel mir der Auftritt nicht ganz so gut
wie der im Vorprogramm des Beatsteaks Wohnzimmer Konzerts
vor zwei Jahren, das führe ich aber größten Teils auf das Publikum
zurück, denn das war a) recht zurückhaltend und b) ziemlich Gene-
ration Viva geprägt. Alles in allem ein guter Abend.

BB