Ist das zu glauben? Da war ich doch tatsächlich
bei drei von
vier Teilen der Spirit-Tour! Nachdem Flogging
Molly ja or-
dentlich gerockt und die Misfits
total versagt hatten war ich
umso gespannter auf mein erstes Donots-Headliner-Konzert.
Den Anfang machten um kurz nach 20 Uhr
die Peacocks aus
der Schweiz: Rockabilly, Psychobilly und
Punkabilly standen
auf dem Programm. Das freute die Turbojugend
Gütersloh
sorgte aber bei den Kiddies im Publikum
für verstörte Gesich-
ter. Der verstörteste Blick des Abends
gehörte jedoch ganz
klar dem Sänger und Gitarristen des
Trios, da wußte wenig-
stens jeder was das "Psycho" vor dem "billy"
soll. Besonders
cool war natürlich, wie bei Billy-Bands
so üblich, der stehende
Kontra-Baß der mit ordentlich Tempo
bearbeitet wurde. Lei-
der ging die Gitarre stellenweise etwas
unter, trotzdem schafte
es die Band sich das Publikum zu erspielen:
Getanzt und ge-
klatscht wurde auch schon bei der ersten
Band, was den Sän-
ger der Combo zu der Aussage: "Immer mit
der Ruhe, wir sind
doch nur die erste Band, keine Panik"
veranlasste. Nach einer
halben Stunden war dann Feierabend.
Für einen kompletten Stilwechsel sorgten
Strike Anywhere. Das
Quintett aus den Staaten war für
mich die beste Band des
Abends: Melodischer Hardcore mit Hintergrund
und einer ordent-
lichen Portion Punkrock! Sänger Thomas
Barnett sprang auf der
Bühne rum was das Zeug hielt und
das Publikum ging von anfang
an mit. Die Jungs aus Richmond hatten
unabhängig von der
Hauptband ihre Fans dabei, so das sich
innerhalb kürzester Zeit
ein Pit vor der Bühne bildete. Leider
war der Spass nach ca. 40
Minuten auch schon wieder vorbei.
Dann war Umbaupause angesagt, ein paar
Kiddies ließen ihre
Eltern am Tresen allein und vorne drängte
es sich ziemlich, so
richtig mit an die Bühnenabsperrung
quetschen und so. Mit einem
Intro, zur neuen Platte "We got the Noise"
passend, wurde das
Publikum nocheinmal richtig heiß
gemacht, bevor dann die "Ibb-
town Rocker" die Bühne betraten.
Als Opener gab es "The Jerk
Parade", es folgte der Cover-Song "True
Faith", der die Stim-
mung noch ein bischen mehr anheizte. Sänger
Ingo erinnerte
mich auf der Bühne irgendwie ein
bischen an Tobi von den Get-
away Drivers. Bald wurde dann auch
schon "We got the Noise"
verballtert und das Publikum feiert die
Jungs wirklich ab. Sehr
lustig war es die beiden Gitarristen der
Band zu beobachten,
währrend einer gepflegt über
die Bühne zu schweben schien,
versuchte der andere anscheinend diese
auseinander zu klop-
pen! Rock'n'Roll! Auch Spontanität
wurde geboten: Als Gitarrist
Alex die Gitarre kaputt ging wurde erstmal
improvisiert, es gab
Hip Hop! Natürlich wurden auch noch
"Saccharine Smile", Super-
hero" und "Whatever happend to the 80ies"
gespielt bevor die
Donots sich erstmals verabschiedeten.
Das Publikum fing an
"We're not gonne take it" zu singen und
ruckzuck waren die Jungs
wieder da. Im Zugabenblock gab es noch
drei Songs: "I Quit",
"We're not gonna take it" und das sehr
coole "Goodbye Routine".
Alles in allem boten die Donots
das, was ich erwartet hatte: Guten
Pop-Party-Punk! Allerdings gefiel mir
der Auftritt nicht ganz so gut
wie der im Vorprogramm des Beatsteaks
Wohnzimmer Konzerts
vor zwei Jahren, das führe ich aber
größten Teils auf das Publikum
zurück, denn das war a) recht zurückhaltend
und b) ziemlich Gene-
ration Viva geprägt. Alles in allem
ein guter Abend.
BB