21 Licks, ZSK, Getaway Drivers, Me
Against Order
Herford / Fla Fla - 27.11.04

Verdammte Axt war das ein Abend: Herfords EmoPunkHard-
core-Helden 21 Licks haben sich verabschiedet und es vor-
her noch einmal richtig krachen lassen! Ein volles Fla Fla fei-
erte die Jungs zum letzten Mal richtig ab.

Ersteinmal waren jedoch Me Against Order im schon gut ge-
füllten Fla an der Reihe. Das Quartett um Sänger und Gitarris-
ten Kammi konnte mit melodischem Streetpunk überzeugen.
Die ersten Runden Pogo waren Ehrensache und ich übertei-
be wohl nicht, wenn ich die Jungs als Herfords Nachwuchs-
hoffnung Nr.1 bezeichne! Neben einigen eigenen Songs co-
verten die Jungs auch den alten Wohlstandskinder-Klassiker
"Das Grau unserer Zeit", so sollten W$K den Song zukünftig
auch spielen! Im bin begeistert und freue mich auf den näch-
sten Auftritt der Jungs, vielleicht haben die Songs bis dahin
auch Namen.

Weiter ging es mit langjährigen Weggefährten der 21 Licks:
Die Getaway Drivers boten natürlich mal wieder die volle
Breitseite, ohne in Songs wie "Von hier auf Ewig" auf einige
Emo-Parts zu verzichten. Der Auftritt gefiel mir wirklich gut
und besonders Sänger Tobi war wieder in Topform: Auf der
Bühne, vor der Bühne, in der Luft... überall war der gute Mann
anzutreffen. Der beste Getaway Drivers-Auftritt, den ich bis-
her gesehen hab, auch ohne Eimer auf der Bühne...

Dann wurde es richtig eng vor der Bühne. Die Spannung im
Saal stieg, was hatten sich die Jungs für ihren letzten Auf-
tritt ausgedacht? Soundcheck, dann gingen die Jungs noch-
einmal von der Bühne und aus den Boxen erklang "What
happend to Rock'n'Roll" von Thomas Gottschalk. Rockstar-
scheisse vom Feinsten. Dann kamen die Jungs wieder und
nach einem Intro gab's "Acelerate and Break" und "Street
Romance". Das Publikum kreischte in bester Groupie-Ma-
nier, dann gab's zur Freude aller Anwesenden ersteinmal
Songs aus der "Punk-Zeit" der Jungs: "Boring Day" und
"Miss 60 Jeans", genau die Songs wollte ich hören! Danke!
Gitarrist Daniel ging ab wie eine Rakete und riss erstein-
mal seinen Verstärker von der Box: Glück gehabt, nur eine
dicke Macke! "Never coming back" passte thematisch ganz
gut in den Abend und Sänger Matze bewieß mal wieder
Entertainer-Qualitäten. Bei "Destiny" durfte Bassist Tim
dann mal wieder die Trompete in die Hand nehmen und ich
frage mich immer noch, warum die Licks die Trompete ir-
gendwann einmal aus ihrem Programm verbannt haben.
Ein Klassiker im Set war natürlich auch wieder "Blitzkrieg
Bop", der Ramones-Hit war ja über Jahre immer wieder
im Set der Jungs zu finden. Das Publikum rastete immer
mehr aus und denn Glückpilz Daniel legte sich bei "That's
why I'm on Crack now" ersteinmal gepflegt auf die Fresse.
Das große Finale gab es mit "Still learning from the past"
und dem letzten Song "Reverence for you". Stage-Diver
machten die vordersten Reihen unsicher und die Band wur-
de nocheinmal richig abgefeiert. Dann war es vorbei. Ei-
gentlich wollten sich die Jungs ohne Zugabe verabschie-
den, doch das unglaubliche Publikum konnte die Band
nocheinmal zurückholen, dann war jedoch wirklich Feier-
abend. Ein großerartiger Abschied. Ich bin gespannt auf
Nachfolgebands. Haut rein Jungs!

Etwas leerer war es schon, als ZSK die Bühne betraten,
der Abend gehörte ganz klar den 21 Licks. Trotzdem
konnten die Berliner Skatepunks das immer noch volle
Fla Fla mitreissen. Nach dem Intro "Anita" gab es erstein-
mal "Dare to Revolt", vor der Bühne brach unmittelbar wil-
der Pogo aus. Weiter ging es mit "Küsst die Faschisten"
und "Alienation", beide vom Debüt-Album "Riot Radio".
Dann gab es ersteinmal neuen Stoff: "Was uns noch übrig
bleibt" und "Fight for more" vom neuen Album "From Pro-
test to Resistance" konnten überzeugen. Vor der Bühne
kippte andauernd ein besoffener Konzertbesucher um, an-
sonsten hatten alle Spass.  Die Jungs spielten ein buntes
Set aus alten und neuen Songs, zerlegten einige Gitarren-
Seiten und rockten mächtig. Zum Sham 69 Hit "If the Kids
are United" kam Matze nochmal auf die Bühne und es ging
richtig rund. Als letzten Song gab es "Riot Radio", der Zu-
gabenblock begann mit "Und genau da gehen unsere We-
ge auseinander". Ein großes Finale gab es mit "One Day",
zu dem auch die 21 Licks nochmal auf die Bühne kamen.

Nach der Show schnappte Gruschka mir erstmal die letzte
Setlist vor der Nase weg, an dieser Stelle danke für die E-
mail! Anschließend war am Merchandise erstmal großes
Geldausgeben angesagt, denn zum Abschied erschien
auch noch das selbstbetitelte 21 Licks Album für schmale
4 Euro und die Shirts von ZSK waren auch nicht übel.

Ein grandioser Abend! Danke, danke, danke!

BB