Am 21.09.02 spielten ZSK im herforder Fla Fla und dort sollte eigentlich
auch dieses Interview
stattfinden! Leider hat sich das alles etwas verzögert, darum
hier jetzt endlich das Interview!
J= Joshi (Voc/Gitarre); BB=BastiB
BB: Eueren Namen habt ihr von ZK abgeleitet! Wenn das eure "Vorbilder"
sind, wie seit ihr
dann in die Richtung politischer Skatepunk
gekommen?
J: Die Tatsache, dass wir die Band ZK klasse finden, bedeutet
ja nicht, dass wir zwangsläufig
dieselbe Musik machen müssen. Dass wir in die
Skatepunkrichtung gekommen sind liegt mit
Sicherheit daran, dass wir irgendwann angefangen
haben viel von den amerikanischen Sachen
zu hören. Außerdem haben wir fast alle
ein Jahr in den USA verbracht und da ziemlich viele,
durchweg positive "Skatepunk Erfahrungen" gesammelt.
BB: Man sieht heute einige "Skatepunkbands" die politisch nicht allzuviel
zu sagen haben! Ihr seid
da doch sehr engagiert, seht ihr
in der "Skatepunkszene" eine gute Chance politische Inhalte
unterzubringen? Oder denkt ihr,
dass die Leute oft aus euren Konzerten rausgehen und nichts
kapiert haben, weil sie nur feiern
wollten?
J: Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unser Ziel, neben der
Musik auch ein paar politische Inhalte
rüberzubringen bisher bei fast jedem
Konzert erreicht haben. Wir unterhalten uns nach den
Konzerten immer viel mit Kids aus dem Publikum
und in diesen Gesprächen merken wir schon,
dass es den Leuten nicht egal ist, wenn wir
auf der Bühne zum Beispiel das Thema staatlichen
Rassismus und Abschiebung ansprechen.
Außerdem bekommen wir täglich Emails aus ganz
Deutschland, wo uns Skatepunkkids Fragen
zu unseren Texten stellen oder einfach nur wissen
wollen, "was man gegen die Nazis im
Dorf machen kann" oder Ähnliches. Daher haben wir ja
auch extra die Riot Radio Seite ins
Netz gestellt: www.riot-radio.de Ein paar Leute die wirklich
nur zum Feiern zum Konzert gekommen
sind gibt es natürlich auch immer, aber das ist für uns
in Ordnung.
BB: Damit sind wir auch schon bei euren Konzerten! Ihr habt dieses
Jahr viel gespielt und seid auch
weiterhin viel unterwegs! Wie
läuft's? Welche interessanten Sachen sind passiert?
J: Wir haben dieses Jahr wirklich viele Shows gespielt. Das war
für uns auch besonders wichtig, weil
ja gerade im Mai das Album rausgekommen ist und
sehr viele Menschen das Album haben und uns
jetzt endlich mal live sehen wollten. Wir haben
im Sommer viele Festivals gespielt. Dazu kam im
Oktober die Schweiz-Tour und dann die dreiwöchige
Skaterocktour mit Venerea, die uns auch nach
Belgien, Holland und Österreich geführt
hat. Da sind eine Menge lustiger Sachen passiert, die ich
jetzt aber nicht alle mal kurz erzählen kann.
Das könnt ihr alles im Tourtagebuch nachlesen:
www.skatepunks.de/tagebuch Im kommenden Jahr werden
wir auch wieder einige Konzerte spielen.
Wobei wir uns da erstmal auf die Wochenenden beschränken
werden, da wir Zeit brauchen um neue
Lieder für das näxte Album zu schreiben.
Im März werden wir aber eine Mini-Tour mit Terrorgruppe
fahren und im April gibt es dann eine einwöchige
Frankreich/Belgien Tour.
BB: Euer Album: "Riot Radio". Man konnte ausnahmslos gute Kritiken
lesen! Hättet ihr damit gerechnet?
Habt ihr irgendwas besonderes
gemacht, als ihr ein Heft nach dem anderen Aufgeschlagen habt und
überall fast in den Himmel
gelobt wurdet? Oder ist euch das egal, so unter dem Motto "Wir haben
unser Ding gemacht, der Rest ist
egal!"
J: Mit so einer durchweg positiven Resonanz hatten wir auf keinen
Fall gerechnet. Wenn ich jetzt sagen
würde, dass die vielen guten Kritiken uns völlig
egal wären, würde ich lügen. Aber es ist nicht so, dass
wir davon einen "Höhenflug" bekommen hätten
oder sowas.
BB: Was haltet ihr davon, dass auch Zeitungen wie die "Visions" oder
der "Metal Hammer" (war's glaub
ich) über euch geschrieben
haben? Freut ihr euch oder denkt ihr eher so in die Richtung "Hmmm, was
haben wir mit Metal oder solch
großen Magazinen wie der Visions zutun?"
J: Prinzipiell habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn
auch die großen Magazine, die nicht mehr
allviel mit "Punk" zu tun haben unsere CD besprechen.
Aber diese Sachen sind uns persönlich dann
nicht so wichtig, wie diejenigen in richtigen Punkrock-Fanzines,
wie z. B. im Ox oder der Plastic Bomb.
BB: Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet? Wie ist es entstanden?
J: Wir haben das Album im März 2002 in 12 Tagen eingespielt
und dann nochmal zwei Tage abgemischt.
Die Aufnahmen haben wir im Woodhouse-Studio in Hagen
gemacht. Das ist leider ziemlich weit von
Berlin entfernt. Da Hotel oder Jugendherberge viel
zu teuer waren haben wir uns kurzerhand für einen
ganzen Monat eine 1-Zimmer-Wohnung gemietet und
dort mit Schlafsäcken auf dem Boden gepennt.
Fürs Essen hatten wir eine Elektro-Kochplatte
und ein paar Töpfe dabei. Das war alles ziemlich punkrockig!
BB: Und wie sieht's mit den Verkaufszahlen aus?
J: Das läuft eigentlich recht gut. Jedenfalls besser als
wir das erwartet hätten. Wir selbst verkaufen auf
Konzerten recht viele Scheiben und Wolverine wird
über die Mailorder und die normalen Geschäfte auch
einiges los.
BB: Ihr seid eine politische sehr engagierte Band, welche Ereignisse
oder Dinge haben euch besonders geprägt
/ eure Texte beeinflußt?
J: Die Tatsache, dass wir uns für politische Dinge interessieren
und engagieren rührt selbst von der Punkszene her.
Wenn du mit 14 immer zu Konzerten ins Autonome Jugenzentrum
gehst und dann langsam anfängst dich näher
mit Punkrock zu beschäftigen kommst du an Politik
gar nicht vorbei und das ist gut so. Bands wie Propagandhi,
Wizo, Minor Threat oder Anti-Flag haben uns politisch
sicher ein Stück weit beeinflusst.
BB: Engagiert ihr euch neben eurer Musik auch noch für irgendwelche
Organisationen? Ich habe z.B. gesehen,
dass ihr auf euren Konzerten Aufkleber
für/von die/der Antifa verkauft!
J: Neben der Band und der Uni haben wir nur noch sehr wenig Spielraum
für andere Sachen. Trotzdem engagieren
wir uns z.B. bei der Tierrechtsorganisation PETA
und ich arbeite ab und zu für das Video-Projekt KanalB aus
Berlin. Ansonsten unterstützen wir so gut es
geht verschiedene Antifa-, Tierrechts oder auch Anti-Castor-Gruppen,
einerseits mit Soli-Konzerten und andererseits mit
direkten Geld-Spenden. Auf Konzerten haben wir dann auch
immer dementsprechend Infomaterial von politischen
Gruppen dabei.
BB: Welche Bands anderen Bands sind so eure Lieblingsbands? Mit wem
würdet ihr gerne mal zusammenspielen?
J: Unsere derzeitigen Lieblingsbands sind unter anderem: Operation
Ivy, Strike Anywhere, Raised Fist, Ausrotten,
Minor Threat, und natürlich Frontkick. Zusammenspielen
würde ich gerne mal mit Rancid.
BB: Was können wir in Zukunft noch von euch erwarten? Es gab da
ja schon so einige Aktionen, von denen unsere
Leser vielleicht noch nichts wußten...
J: Ich denke du spielst da jetzt auf die Generator-Konzerte an,
die wir ab und zu machen. Das machen wir
immernoch, aber nicht im Winter, da ist es uns zu
kalt. Im Sommer werden wir aber mit Sicherheit wieder mal bei
ein paar großen Konzerten mit dem Generator
auf dem Parkplatz spielen, damit auch die Leute, die sich kein
Ticket leisten können (oder wollen) mit guter
Musik versorgt werden.
BB: Was macht ihr neben Musik noch so?
J: Tagsüber studieren wir alle und abends gehen wir zu sau-coolen
Konzerten um mit vielen netten Menschen zu feiern.
Ansonsten Gibt es hier in Berlin viele Demos und
andere politische Aktionen, an denen wir uns ebenfalls
immer gerne beteiligen.
BB: Ihr macht auch relativ viel im Internet. Wer macht das? Was haltet
ihr im allgemeinen vom Netz?
J: Wenn du jetzt unsere Webseite meinst, die macht unser Schlagzeuger
Flori. Der macht das Webdesign mittlerweile
auch für ein paar coole Sachen wie Fatwreck-Europe,
MAD-Tourbooking, Vans und PETA.
Allgemein haltet ich das Internet für eine
sehr gute Möglichkeit des Weltweiten Informationsaustausches. Sachen
wie
Indymedia oder auch Mp3 Tauschbörsen usw. sind
da gut Beispiele. Leider birgt das Netz aber auch die Gefahr,
dass Nazi-Arschlöcher oder pädophile Idioten
ihren Dreck weitergeben können.
Kontakt, Infos & Tourdaten: www.skatepunks.de
Booking: www.mad-tourbooking.de
Label: www.wolverine-records.de
Merchandise: www.moshpit-clothing.com