Interview: ZSK vom 17.12.02
(Erschienen in Ausgabe 1/2003)

Am 21.09.02 spielten ZSK im herforder Fla Fla und dort sollte eigentlich auch dieses Interview
stattfinden! Leider hat sich das alles etwas verzögert, darum hier jetzt endlich das Interview!
J= Joshi (Voc/Gitarre); BB=BastiB

BB: Eueren Namen habt ihr von ZK abgeleitet! Wenn das eure "Vorbilder" sind, wie seit ihr
      dann in die Richtung politischer Skatepunk gekommen?
J:  Die Tatsache, dass wir die Band ZK klasse finden, bedeutet ja nicht, dass wir zwangsläufig
    dieselbe Musik machen müssen. Dass wir in die Skatepunkrichtung gekommen sind liegt mit
    Sicherheit daran, dass wir irgendwann angefangen haben viel von den amerikanischen Sachen
    zu hören. Außerdem haben wir fast alle ein Jahr in den USA verbracht und da ziemlich viele,
    durchweg positive "Skatepunk Erfahrungen" gesammelt.
BB: Man sieht heute einige "Skatepunkbands" die politisch nicht allzuviel zu sagen haben! Ihr seid
       da doch sehr engagiert, seht ihr in der "Skatepunkszene" eine gute Chance politische Inhalte
       unterzubringen? Oder denkt ihr, dass die Leute oft aus euren Konzerten rausgehen und nichts
       kapiert haben, weil sie nur feiern wollten?
J:  Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unser Ziel, neben der Musik auch ein paar politische Inhalte
     rüberzubringen bisher bei fast jedem Konzert erreicht haben. Wir unterhalten uns nach den
     Konzerten immer viel mit Kids aus dem Publikum und in diesen Gesprächen merken wir schon,
     dass es den Leuten nicht egal ist, wenn wir auf der Bühne zum Beispiel das Thema staatlichen
      Rassismus und Abschiebung ansprechen. Außerdem bekommen wir täglich Emails aus ganz
      Deutschland, wo uns Skatepunkkids Fragen zu unseren Texten stellen oder einfach nur wissen
      wollen, "was man gegen die Nazis im Dorf machen kann" oder Ähnliches. Daher haben wir ja
      auch extra die Riot Radio Seite ins Netz gestellt: www.riot-radio.de  Ein paar Leute die wirklich
      nur zum Feiern zum Konzert gekommen sind gibt es natürlich auch immer, aber das ist für uns
      in Ordnung.
BB: Damit sind wir auch schon bei euren Konzerten! Ihr habt dieses Jahr viel gespielt und seid auch
       weiterhin viel unterwegs! Wie läuft's? Welche interessanten Sachen sind passiert?
J:  Wir haben dieses Jahr wirklich viele Shows gespielt. Das war für uns auch besonders wichtig, weil
    ja gerade im Mai das Album rausgekommen ist und sehr viele Menschen das Album haben und uns
    jetzt endlich mal live sehen wollten. Wir haben im Sommer viele Festivals gespielt. Dazu kam im
    Oktober die Schweiz-Tour und dann die dreiwöchige Skaterocktour mit Venerea, die uns auch nach
    Belgien, Holland und Österreich geführt hat. Da sind eine Menge lustiger Sachen passiert, die ich
    jetzt aber nicht alle mal kurz erzählen kann. Das könnt ihr alles im Tourtagebuch nachlesen:
    www.skatepunks.de/tagebuch Im kommenden Jahr werden wir auch wieder einige Konzerte spielen.
    Wobei wir uns da erstmal auf die Wochenenden beschränken werden, da wir Zeit brauchen um neue
    Lieder für das näxte Album zu schreiben. Im März werden wir aber eine Mini-Tour mit Terrorgruppe
    fahren und im April gibt es dann eine einwöchige Frankreich/Belgien Tour.
BB: Euer Album: "Riot Radio". Man konnte ausnahmslos gute Kritiken lesen! Hättet ihr damit gerechnet?
       Habt ihr irgendwas besonderes gemacht, als ihr ein Heft nach dem anderen Aufgeschlagen habt und
       überall fast in den Himmel gelobt wurdet? Oder ist euch das egal, so unter dem Motto "Wir haben
       unser Ding gemacht, der Rest ist egal!"
J:  Mit so einer durchweg positiven Resonanz hatten wir auf keinen Fall gerechnet. Wenn ich jetzt sagen
    würde, dass die vielen guten Kritiken uns völlig egal wären, würde ich lügen. Aber es ist nicht so, dass
    wir davon einen "Höhenflug" bekommen hätten oder sowas.
BB: Was haltet ihr davon, dass auch Zeitungen wie die "Visions" oder der "Metal Hammer" (war's glaub
       ich) über euch geschrieben haben? Freut ihr euch oder denkt ihr eher so in die Richtung "Hmmm, was
       haben wir mit Metal oder solch großen Magazinen wie der Visions zutun?"
J:  Prinzipiell habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn auch die großen Magazine, die nicht mehr
    allviel mit "Punk" zu tun haben unsere CD besprechen. Aber diese Sachen sind uns persönlich dann
    nicht so wichtig, wie diejenigen in richtigen Punkrock-Fanzines, wie z. B. im Ox oder der Plastic Bomb.
BB: Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet? Wie ist es entstanden?
J:  Wir haben das Album im März 2002 in 12 Tagen eingespielt und dann nochmal zwei Tage abgemischt.
    Die Aufnahmen haben wir im Woodhouse-Studio in Hagen gemacht. Das ist leider ziemlich weit von
    Berlin entfernt. Da Hotel oder Jugendherberge viel zu teuer waren haben wir uns kurzerhand für einen
    ganzen Monat eine 1-Zimmer-Wohnung gemietet und dort mit Schlafsäcken auf dem Boden gepennt.
    Fürs Essen hatten wir eine Elektro-Kochplatte und ein paar Töpfe dabei. Das war alles ziemlich punkrockig!
BB: Und wie sieht's mit den Verkaufszahlen aus?
J:  Das läuft eigentlich recht gut. Jedenfalls besser als wir das erwartet hätten. Wir selbst verkaufen auf
    Konzerten recht viele Scheiben und Wolverine wird über die Mailorder und die normalen Geschäfte auch
    einiges los.
BB: Ihr seid eine politische sehr engagierte Band, welche Ereignisse oder Dinge haben euch besonders geprägt
       / eure Texte beeinflußt?
J:  Die Tatsache, dass wir uns für politische Dinge interessieren und engagieren rührt selbst von der Punkszene her.
    Wenn du mit 14 immer zu Konzerten ins Autonome Jugenzentrum gehst und dann langsam anfängst dich näher
    mit Punkrock zu beschäftigen kommst du an Politik gar nicht vorbei und das ist gut so. Bands wie Propagandhi,
    Wizo, Minor Threat oder Anti-Flag haben uns politisch sicher ein Stück weit beeinflusst.
BB: Engagiert ihr euch neben eurer Musik auch noch für irgendwelche Organisationen? Ich habe z.B. gesehen,
       dass ihr auf euren Konzerten Aufkleber für/von die/der Antifa verkauft!
J:  Neben der Band und der Uni haben wir nur noch sehr wenig Spielraum für andere Sachen. Trotzdem engagieren
    wir uns z.B. bei der Tierrechtsorganisation PETA und ich arbeite ab und zu für das Video-Projekt KanalB aus
    Berlin. Ansonsten unterstützen wir so gut es geht verschiedene Antifa-, Tierrechts oder auch Anti-Castor-Gruppen,
    einerseits mit Soli-Konzerten und andererseits mit direkten Geld-Spenden. Auf Konzerten haben wir dann auch
    immer dementsprechend Infomaterial von politischen Gruppen dabei.
BB: Welche Bands anderen Bands sind so eure Lieblingsbands? Mit wem würdet ihr gerne mal zusammenspielen?
J:  Unsere derzeitigen Lieblingsbands sind unter anderem: Operation Ivy, Strike Anywhere, Raised Fist, Ausrotten,
    Minor Threat, und natürlich Frontkick. Zusammenspielen würde ich gerne mal mit Rancid.
BB: Was können wir in Zukunft noch von euch erwarten? Es gab da ja schon so einige Aktionen, von denen unsere
       Leser vielleicht noch nichts wußten...
J:  Ich denke du spielst da jetzt auf die Generator-Konzerte an, die wir ab und zu machen. Das machen wir
    immernoch, aber nicht im Winter, da ist es uns zu kalt. Im Sommer werden wir aber mit Sicherheit wieder mal bei
    ein paar großen Konzerten mit dem Generator auf dem Parkplatz spielen, damit auch die Leute, die sich kein
    Ticket leisten können (oder wollen) mit guter Musik versorgt werden.
BB: Was macht ihr neben Musik noch so?
J:  Tagsüber studieren wir alle und abends gehen wir zu sau-coolen Konzerten um mit vielen netten Menschen zu feiern.
    Ansonsten Gibt es hier in Berlin viele Demos und andere politische Aktionen, an denen wir uns ebenfalls
    immer gerne beteiligen.
BB: Ihr macht auch relativ viel im Internet. Wer macht das? Was haltet ihr im allgemeinen vom Netz?
J:  Wenn du jetzt unsere Webseite meinst, die macht unser Schlagzeuger Flori. Der macht das Webdesign mittlerweile
    auch für ein paar coole Sachen wie Fatwreck-Europe, MAD-Tourbooking, Vans und PETA.
    Allgemein haltet ich das Internet für eine sehr gute Möglichkeit des Weltweiten Informationsaustausches. Sachen wie
    Indymedia oder auch Mp3 Tauschbörsen usw. sind da gut Beispiele. Leider birgt das Netz aber auch die Gefahr,
    dass Nazi-Arschlöcher oder pädophile Idioten ihren Dreck weitergeben können.

Kontakt, Infos & Tourdaten: www.skatepunks.de
Booking: www.mad-tourbooking.de
Label: www.wolverine-records.de
Merchandise: www.moshpit-clothing.com