Review: V/A - Not Bad, Not Bad!!!
 
 
V/A - Not Bad, Not Bad!!!

Label: DIY
VÖ: Februar 2007
Format: CD-R
Tracks: 14
Schublade: Punk / Hardcore / Emo / Metal

Yeah, es gibt was umsonst auf die Ohren. Dennis Hartke von 38 Daybreak hat einen Sampler
mit feinen Bands aus ganz verschiedenen Genres zusammengestellt. Über die Grenzen ihrer
Region sind die meisten der teilnehmenden Bands bisher noch nicht bekannt, doch das soll
sich mit dieser Comp wenigstens ein bißchen ändern. Nach dem guten alten DIY-Prinzip wur-
den 14 Songs auf CD gebrannt, die auf den Konzerten der teilnehmenden Bands gratis verteilt
werden sollen.

Der Sampler legt gleich mit einem Highlight aus OWL los: Me Against Order aus Herford er-
öffenen mit "Wacht auf". Deutschsprachiger, politischer Punkrock mit Arschtritt, Verstand, der
passenden Melodie. Wenn ich jetzt sage "Die deutschen Anti-Flag" ist Kammi wieder böse,
darum sage ich einfach nur: Hervorragend, wann gibt es endlich ne Platte!?!

Weiter geht es mit 38 Daybreak aus Dissen. "Running fast the way" überzeugt durch einen fet-
ten Sound und eine gelungene Mischung aus Emo, Hardcore und Screamo... ach, nennen wir
es einfach Emocore. Facettenreich zwischen Gefühl und wilden Scream- und Shoutparts.

Boundless Rails aus Osnabrück legen mit "Burnout" eingängigen und melodischen (Hardcore-)
Punk nach, bevor es mit Pannkooken und ihrem Song "Sklaven des Konsums" Deutschpunk
gibt. The Heartbreaking Circle Club kommt mit feinem Akustikemo um die Ecke, ehe es mit Bury
The Difference erstmals in die mir etwas fernliegende Metalsphäre geht. Ein wirklich vielseitiger
Sampler, das zeigt sich auch mit dem folgenden "El Presidente" von Slurm Mc Kenzie: Es rum-
pelt in der Kiste, dazu gibt es Bläser und Ska-Einflüsse.

Schneller Melodicpunk aus Bielefeld folgt mit "Billy Dreamers fantastic friends". Der Song ist
noch vom Erstlingswerk "Far From Heaven..." und bietet dementsprechend einen Blick in die
Anfangsphase der Band. Mittlerweile gab es eine Umbesetzung und auch auf eine neue Platte
darf man wohl gespannt sein...

Weiter geht es mit Mindens Finest: Left.Light.Here gehen mit "Glasswalls" gewohnt gefühlvoll
und melodisch ans Werk. Emopunk wie man ihn mag und auf dem neuen Album der Band vor-
findet. Bedeutend rustikaler legt Herfords älteste aktive Punkband Happy But Not Satisfied mit
"Politisches Arsen" nach. Es gibt politischen, deutschsprachigen Punkrock vom ersten Demo
der Band, auch hier darf man auf neues Material gespannt sein.

Battle Of The Renegades versuchen mit "Money" in die überdimensionalen Fußabdrücke von
Rage Against The Machine zu treten, anschließend hauen How Sad A Fate mit "Stamp Of Death"
wieder ordentlich in die Metalkerbe. Dagegen wirken Charm mit "Sunflowers" gerade zu unbe-
schwert: Fröhlicher, schneller, melodischer Punkrock. Für das Ende sorgen die mittlerweile auf-
gelösten Burnside Estate, die sich zwischen Melodie und Metal bewegen.

Fazit:
Schaut auf Konzerten der teilnehmenden Bands vorbei und sichert euch eins der Gratisexem-
plare. Bands die mit dem Herz bei der Sache sind bieten hier viel Abwechslung und legen sich
dafür ins Zeug dass ihr mal reinhört!

BB
 

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