Review: The Epoxies - The Epoxies
 

The Epoxies - The Epoxies

Label: Fatwreck
VÖ: 10.05.04
Tracks: 11
Spielzeit: ca. 28 min
Format: CD
Links: http://www.the-epoxies.com, http://www.fatwreck.com

Die Epoxies gründeten sich Ende 2000 in Portland/Oregon, 2001 landeten sie
mit ihrer ersten 7"-Single "I need more Time" bereits einen ersten Achtungser-
folg, das daraufhin 2002 erscheinende Album "The Epoxies" schlug in den
Staaten ein wie eine Rakete und brachte dem kleinen seattler Label Dirtnap Re-
cords in Nachschubprobleme.
Es folgten 3 US-Touren auf denen die Band um Frontfrau Roxy Epoxy die Her-
zen der Kids im Sturme eroberte. Zur Zeit arbeitet das Quintett, neben der ansteh-
enden ersten Europa-Tour, an einem neuen Album, das auf Fatwreck erscheinen
wird. Fat Mike war jedoch schon vom Debüt-Album  so begeistert das er sich die
Lizenzen für eine Europa-Release sicherte. Aus diesem Grund erscheint das erste
Album der Kapelle nun, 2 Jahre nach US-Release, auch bei uns.
Wer jedoch von einem Fatwreck-Release Skatepunk, möglichst der californischen
Art, erwartet liegt hier total daneben, denn die Epoxies kommen a) wie schon ge-
sagt aus Portland und machen b) punkgepägten New Wave, haben also nichts mit
dem "üblichen Fatwreck-Zeug" am Hut. Durchaus interessant und auf jeden Fall
mal was ganz anderes.

Der Sound der Epoxies lässt sich wohl am besten als Wir sind Helden auf Englisch
mit einer ordentlichen Portion NDW beschreiben. Die Gitarre erinnert an den frühen
Punkrock, Synthesizer und Keyboard sind jedoch stets present und dominieren mei-
stens den Sound. Wirklich begeistern kann die Stimme von Roxy Epoxie in ihr treffen
sich 80er und Modernes.

Den Anfang macht mit "Need more Time" gleich mein absoluter Lieblingssong der,
wirklich recht kurzen, Scheibe. Ein Pop-Song mit Synthesizer-Intro und typischen
80er Effekten. Besonders der Refrain macht diesen Song gut, das unnachamliche
"I don't get right, I need more time" muss man einfach mitsingen. Schade nur dass in
diesem Song die Gitarre nicht ein bischen mehr nach vorne geht.
Das gelingt in "Walk the Streets" besser. Auch hier gibts ein 80er typisches Synthi-
Intro, dann wird der technische Sound jedoch stetig von einer Gitarre durchschnitten.
Von nun an ergänzen sich die beiden Komponenten durchgehend ohne das eine von
beiden in den Hintergrund treten muss. Ähnliches gelingt auch in den meisten anderen
Songs des Albums.
Etwas schneller wird's in "Science of you" und "You", der Sound klingt wie Punk-
rock der älteren Generation, natürlich wieder mit einer ordentlichen Portion Synthi.
Ähnliches tritt stellenweise in "Molded Plastic" und "Please Please" auf.

Fazit:
Ich denke bei mir werden die Epoxies noch das ein oder andere mal laufen, jedoch
können einem Synthesizer, Keyboard und thrashige 80er Effekte nach ein gewissen
Zeit schon auf die Nerven gehen. Alles in allem aber eine interessante Scheibe. Pop-
songs mit dem Gitarrensound der ersten Punkgeneration und dem Effektrepertoire
der 80er. Für Leute die auch mal für Abwechslung zu haben sind lohnenswert, für
Leute die auf "die harte Gangart" festgeschrieben sind nicht zu empfehlen. In Deutsch-
land ist ähnlicher Sound jedenfalls zur Zeit sehr populär. Nicht zu verachten sind auf
jeden Fall die spacigen Outfits der Combo.
    BB