Review: The Briggs - Leaving the Ways

The Briggs - Leaving The Ways

Label: Sideonedummy Records
VÖ: 27.07.04
Tracks: 6
Spielzeit: 18:19 min
Format: CD
Links: http://www.thebriggs.org, http://www.sideonedummy.de

Auf der Warped Tour 2002 stellten sich The Briggs erstmals einem größe-
ren Publikum in den Staaten vor. Dieses Jahr waren sie wieder mit der
Warped Tour unterwegs und legten mit der 6-Track-EP "Leaving the Ways"
ihr erstes Release auf Sideonedummy vor. Besonders unterstützt wurde
die junge Band aus Los Angeles dabei von Joe Gittleman (Mighty Mighty
Bosstones und Avoid One Thing), denn der produzierte nicht nur die Schei-
be, sondern übernahm, nachdem der bandeigene Basser abhanden kam,
auch die vier Saiten.

Als ich die ersten Töne der Platte hörte traute ich meinen Ohren nicht: was
ich da hörte Klang wie das Intro vom Ärzte-Klassiker "Radio brennt" ge-
mischt mit dem Intro vom Ramones-Hit "Sheena is a Punkrocker"! Doch
noch bevor mein Gehirn die Frage was da in meinem CD-Spieler schiefge-
gangen war beantworten konnten, setzte der rotzige Gesang von Sänger
Joey (Joey? Ja, richtig gehört: Joey LaRocca nennt sich der gute Mann) ein
und schon Klang nichts mehr nach Ramones oder Ärzten. "One Shot Down"
ist ein absoluter Streetpunk-Hit mit Singalong-Charakter.
Immer noch rotzig und schon fast hymnenhaft geht es mit "Waiting in The
Shadows" weiter, gröhlende Backing Vocals runden das ganze ab: Mitgröh-
len erwünscht, man fühlt sich an die Dropkick Murphys erinnert!
Mehr Tempo und pure Aggression gibt es mit "All On Me", einfach die volle
Breitseite Streetpunk.
"Dungeon Walls" und "Song for Us" schließen wieder bei den ersten beiden
Songs an: Die besoffene Gang mit rotzigem Gesang und gröhlenden Backing
Vocals. The Briggs zeigen, dass auch eine junge Band verdammt "Old School"
klingen kann.
Der letzte Song der Scheibe "Top 40" überrascht mit Raggae-Sound, thema-
tisch geht es, wie der Titel schon sagt, um die Pop-Star-Welt. Auch diesen
Song kann man sich wirklich gut antun.

Fazit:
The Briggs schaffen es den Sound der britischen 70iger und 80iger Oi!-Ban-
ds in die heutige Zeit zu retten. Cock Sparrer, Sham 69 und Cockney Rejects
treffen The Clash; Rancid trifft Dropkick Murphys. Wirklich nicht sonderlich in-
novativ, aber trotzdem gut.
Wer auf Streetpunk steht kommt, nach dieser EP, an den Jungs nicht mehr vor-
bei. Im September und im Oktober sind die Jungs mit Flogging Molly und den
Street Dogs unterwegs, was dem Quartett mit Sicherheit ein paar Freunde ein-
bringen wird. "Leaving the Ways" macht auf jeden Fall neugierig auf ein Album.