Review: Retortenkinder - Kurisitäten Kabinett

Conny Chaos und die Retortenkinder - Kuriositäten Kabinett

Label: Brokenheart
VÖ: 20.02.06
Tracks: 7
Format: CD
Links: www.retortenkinder.net, www.neustadtpunk.net, www.brokenheart.at
Schublade: Punkrock

Ende 2004 setzt ich mich erstmals mit Conny Chaos und den Retorten-
kindern auseinander. Die Wiener Band hatte gerade, dank Politiker-Song,
für erste Schlagzeilen gesorgt und schickte mir ihr Demo-Tape im CD-For-
mat. Mit ihrem deutschsprachigen Punkrock konnten sie erste Pluspunkte
sammeln, ich beendete meine CD-Besprechung damals mit dem Satz "Ich
bin gespannt, was man noch von der Combo hören wird..."

Dementsprechend war ich neugierig, als ich anfang der Woche die neue
7-Track-EP der Jungs in meinem Briefkasten fand. Mittlerweile sind die
Fun-Punks aus Österreich bei dem Wiener Label Brokenheart untergekom-
men und obwohl der Song mittlerweile kalter Kaffee ist, widmen sie immer
noch die Hälfte ihrer Bandinfo "Lisi Gehrer" (österreichische Unterrichtsmi-
nisterin) und dem damit verbundenem Medienecho.

Nach einem kurzes Sampel startet die EP mit dem bereits vom Demo be-
kannten "KHG". Der Song macht zum Einstieg ordentlich Druck und ist ei-
ne Abbrechnung mit dem Österreichischen Finanzminister. Musikalisch
erinnert mich die Nummer immer noch an die bielefeler Urgesteine ZZZ
Hacker und ihren Song "Discotod".
Irgendwie hängen die Retortenkinder an Persönlichkeiten. Der nächste
Song heißt und handelt von "Schanin Schiller". Es gibt wieder flotten Punk-
rock...
Von der tofuverweigernden Katze "Felix" handelt der kürzeste Song der
Platte. Die Katze hat keinen Geschmack, musikalisch geht's im Stil der
Vorgänger weiter.
Bei "Neue Nachbarn" kommt dann erstmals eine Akkustikgitarre zum Ein-
satz, was in diesem Fall den Song, zumindest musikalisch, für mich zum
Tiefpunkt der Platte macht, denn irgendwie klingt das hier nach diesem gan-
zen Mittelalterrock-Kram, den ich überhaupt nicht mag. Textlich ist die Num-
mer jedoch ganz lustig, denn die neuen Nachbarn sind Zombies "from outer
space".
Gesellschaftskritisch geht es mit "Die größte Show der Welt" weiter. Inhalt-
lich stark, aber für mich ebenfalls nicht der Hit der Scheibe. Es folgt der "alt-
bekannte" Partyhit "Parkplatzpogo".
Ein angenehmes Ende bietet "Babylon". Der Song hat eine schöne Melodie
und das abrupte Ende wirkt ganz gut... wer ein bißchen Zeit mitgebracht hat
bekommt auch noch einen Hiddentrack geliefert.

Fazit:
Conny Chaos und die Retortenkinder kommen einen weiteren Schritt vor-
an, allerdings ist etwas mehr Abwechslung als nächter Schritt unabdingbar.
Thematisch klappt das mit Texten von Gesellschaftskritik bis zu reinen Fun-
Nummern zwar schon ganz gut, aber musikalisch klingt das Meiste doch
schon recht ähnlich und wirkt eintönig. Für Abwechslung sorgt lediglich
"Neue Nachbarn", aber zu dem Song hab ich ja oben schon was gesagt.
Alles in allem eine runde Scheibe, wer also auf deutschsprachigen Punk-
rock steht sollte ruhig mal reinhören. Ich bin mal gespannt auf das Album
der Combo...

BB
 

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