Review: Fall Out Boy -  From Under The Cork Tree

Fall Out Boy -  From Under The Cork Tree

Label: Island, Fueled by Ramen
VÖ: 17.03.06
Tracks: 13
Format: CD
Links: www.falloutboyrock.com, www.fueledbyramen.com
Schublade: Punkrock

Das erste Album von Fall Out Boy, dass auch bei uns veröffentlicht
wird. In den USA ist die Platte schon seit einem knappen Jahr drau-
ßen und nun kommen auch wir in den Genuss von dem "bedächtigen,
adrenalin-getränkten Punkrock" (Rolling Stone). Mal sehen, ob da
was Wahres dran ist.

Äußerlich überzeugt die CD auf jeden Fall schon mal durch interessan-
te und vor allem lange Songtitel. Liedtitelsätze wie "I slept with some-
one in Fall Out Boy and all I got was this stupid song written about me"
lassen auf schwarz-ironische Texte hoffen. Das Design des Booklets
ist eher schlicht gehalten; die Texte zum mitsingen für die MTV-Jugend
und ein paar Poserbilder. Aber is ja auch Wurscht, was zählt, ist ja nun-
mal die Musik.

Und die kann nun wirklich überzeugen. Fall Out Boy erfinden das Pop-
Punk-Rad natürlich nicht neu, aber warum denn auch. Sachen, die
schon lange funktionieren soll man ja nun auch nicht zwanghaft ändern.
Touren mit Blink 128, Less Than Jake und Yellowcard zeigen, dass
man nicht gerade falsch liegt, wenn man sie in die gleiche Schublade
packt wie diese.

Los geht die Sause mit "Our lawyer made us change the name of this
song so we wouldn´t get sued". Hier wird sofort auf den Melodie -Truck
aufgesprungen. Eine Melodie mit passendem Rhythmus, die sofort ins
Blut geht. So geht es dann die nächsten paar Tracks auch weiter, mit
allem drum und dran. "Ohh -ohhhh" -Backgrounds, ein Bumm -Bumm -
Schlagzeug und Mitwippgarantie.

Etwas ruhiger wird es mit "I´ve got a dark alley and a bad idea that says
you should shut your mouth (summer song)". (Eine kurze Anmerkung am
Rande: lange Titel sind ja lustig, aber sehr Rezensionsunfreundlich.) Auf
jeden Fall zeigt sich hier, dass die Stimme von Patrick Stumph auch bei
ruhigen Stücken überzeugen kann.

Nach dem kurzen Ausflug in die ruhigen Gefielde geht's auch gleich wei-
ter mit dem PopPunk. Keine besonderen Höhepunkte, aber auch keine
Tiefpunkte. Das ganze Album schwimmt auf einer Ebene und alles ist
gut aufeinander abgestimmt, so dass die Platte getrost von vorne bis
hinten durchgespielt werden darf.

Fazit:
In Sachen PopPunk haben die Jungs nichts Falsch gemacht. Die Schei-
be ist bedenkenlos MTV-tauglich. Wer auf melodischen Punkrock steht,
sich mit mehrstimmigen Gesang sehr gut anfreunden kann und einfach
mal ein bischen Sommer in diese kalte Zeit bringen will, der sollte sich
die Scheibe schnellstens besorgen. Wer allerdings die Neuerfindung
des Punkrock zu suchen vermag, der ist hier wohl eher an der falschen
Stelle.

Karsch
 

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