Review: Endwell - Homeland Insecurity
 

Endwell - Homeland Insecurity

Label: Victory Records
VÖ: 31.10.06
Format: CD
Tracks: 12
Links: www.endwellrock.com
Schublade: Hardcore/Emo

Als ich die CD zum ersten mal angehört habe, habe ich den Gedanken:"Och nö...
nicht schon wieder so eine annonyme Hardcore Schreischeiße" nicht ganz unter-
drücken aber in dem Moment in dem das eintönige Gebrüll im ersten Track (der
meiner Meinung nach nicht unbedingt die Stärke der Platte ist) meinen Zeigefing-
er in Richtung "Skip" wandern ließ, fängt ein absolut melodischer Gesangspart
den Song in den letzten 30 Sekunden noch mal richtig ab. Und lässt man den er-
sten Song mal weg, dann entwickelt sich das Album echt zu einem soliden Mach-
werk irgendwo in den glorreichen Gefielden des Emo/Hardcore.

Man bekommt alles um die Ohren geblasen, was man hören möchte. Tempo-
wechsel der besten Sorte, Harmonien, die sich mit netten Shouts überlagern und
einer (leider meist im Midtempo-Bereich angesiedelten) ordentlichen und an man-
chen Stellen echt überraschenden Gitarrenarbeit. Das Schlagzeug ist für meinen
Geschmack an ein paar Stellen ein bisschen zu langweilig, da hätte ich mir bei
einigen Fills ein bisschen mehr Einfallsreichtum gewünscht. Aber es fügt sich
alles in allem gut zusammen.

Was an manchen Stellen verwundert oder vielleicht sogar begeistert sind die
Gangvocals. Die sind nämlich so treffend und gezielt plaziert, dass kein Zweifel
daran aufkommt, dass die Jungs dass alles 100%ig ernst meinen. Ob die Texte
zu plakativ sind muss dabei jeder selber entscheiden, aber wenn ca. 50 Leute
aus den Lautsprechern meiner Anlage brüllen:"All we had is dead and gone!!!"
dann lässt mich das nicht ganz kalt. Da will man dann eher mitschreien.

Im Gegensatz dazu stehen Zeilen wie "I was only a heartbeat away from forgiving
you". Die Jungs schaffen also eine sehr ausgeglichene Mischung sowohl was
das wütende Gebrüll als auch den emotionalen Sektor angeht.

Das einzige große Manko der CD scheint mir der Schluss von Track 6 ("good-
byes are allways coldest in december") zu sein. Der endet nämlich mit einem
in Krach und Gebrüll endenden Chaos, das die CD so ein bisschen in zwei Tei-
le zerbricht und meiner Meinung nach einfach nur unnötig ist.

Fazit:
Unbekannte Band, könnte aber echt was draus werden, wenn weiter so ziel-
strebig gearbeitet wird.

Anspieltipps: "I'm frozen and you're dead"; "A taste of everest"; "Boy meets
World War III"

    love /// who killed josephine
 

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