Review: The Ducky Boys - Three Chords...

Review: The Ducky Boys - Three Chords And The Truth

Label: I Scream
Tracks: 16
Spielzeit: 36:38 min
Format: CD
Links: http://www.iscreamrecords.com, http://www.duckyboys.com
Schublade: Street Punk/ Rock'n'Roll/ Pop Punk

Seit ihrem letzen Album "Dark Days", dass auf GMM Records er-
schienen ist, sind sechs Jahre vergangen. In der Zeit hat sich laut
Sänger und Gitarrist Mark Lind einiges bei der Band getan: Neue
Erfahrung die zu neuem Songwriting, etc. geführt haben.
Und tatsächlich, das neue Album der Ducky Boys klingt reif, aber
schon der Titel "Three Chords and the Truth" zeigt, dass die Musik
noch immer vom Herzen kommt. Mal ehrlich, auf so einen Albumti-
tel haben wir doch, in Zeiten überproduzierter Bands, schon lange
gewartet.

Der erste Song der Platte trägt eine deutlich Handschrift: So wie es
New York Hardcore und California Skatepunk gibt, so  gibt es defini-
tiv einen Boston Street Punk Sound. Auch wenn  "Boston, USA"
ebenfalls leichte Einflüsse von The Clash und Rancid aufweisst, so
könnte der Song doch genauso auf einer Platte der Dropkick Murph-
ys erschienen sein. Mit der wohl bekanntesten Band der Bostoner
Street Punk Szene verbindet die Ducky Boys eine lange Freund-
schaft, denn die beiden Bands haben zusammen ihre erste Single
rausgebracht und ausgiebig getourt.
Ähnlich geht es mit "Pass You By" weiter: Mitgröhlbarer Street Punk
wie man ihn aus Boston kennt, jedoch gelingt es der Band dem Song
einen eigenen Stempel aufzudrücken, so dass sich die Angst eine
einszueins Kopie (wenn man denn bei den paralell gelaufenen Band-
geschichten davon sprechen dürfte) der Dropkick Murphys zu hören
langsam verflüchtigt.
Diese Angst verdünnisiert sich dann entgültig bei den nächsten bei-
den Songs "Alone Tonight" und "Scars", hier kommen nämlich die
Einflüsse einer ganz anderen Bostoner Band zum Ausdruck: Wer
Avoid One Thing, die zweite Band von Mighty Mighty Bosstones
Bassist Joe Gittleman, liebt, der wird auch diese Songs mögen, es
gibt also gefühlvolles zu hören.
Ordentlich Rock'n'Roll Punk gibt es dann mit "Fight", bevor es mit
"For The Underdogs" wieder in Richtung Dropkick Murphys , aber
auch Social Distortion geht.
Es folgt eine Cover-Version von "Stand By Me", die sich darauf be-
schränkt möglichst am Original zu bleiben. Es gibt eineinhalb Minu-
ten langsames rumgeklimper, bevor der Song dann wenigstens mal
in den unteren Midtempo-Bereich kommt, wo er auch bleibt. Für mich
ein sinnloses Cover.
"Hanging On" ist dann auch wieder was zum Mitsingen, man hört wie-
der Einflüsse aus dem Bereich Rancid, bevor es dann mit "This Place",
"The Long Road" und "Ain's it a Shame" wieder mehr in Richung Avoid
One Thing und auch Social Distortion geht. Ich will die Vergleiche mit
anderen Bands nicht überstrapazieren, denn die Ducky Boys sind durch
und durch eigenständig, aber es lässt sich nuneinmal ganz gut so be-
schreiben.
Mit "Untitled" gibt es dann eine nur von der Akkustik-Gitarre begleitete,
mehrstimmige Ballade, die es wirklich in sich hat. Respekt, sowas hät-
te ich nach dem ersten Song und dem Titel nicht auf dieser Platte er-
wartet.
"Break Me", "Looking Back", "Richmond Skyline" und "Crumbling Heart"
kann man wohl auch  Pop-Punk bezeichnen: Die Songs sind sowas von
eingängig und mitsingbar (nicht mitgröhlbar), dass man wohl nicht von
Street Punk sprechen kann.

Fazit:
Unglaublich: Man liesst in der Info, dass die Band auf Tour mit den Drop-
kick Murphys, Oxymoron und den US Bombs war, hört dann den ersten
Songs und erwartet von nun an einfach nur eine neue Street Punk Schei-
be, doch die Platte hat bedeutend mehr zu bieten. Was noch kommt sind
wunderbare Songs voller Eingängigkeit, Ideenreichtum und wunderschö-
ner Melodien. Für mich die beste Platte aus dem Street Punk Lager seid
langem, die aber weit über das Genre hinausgeht: Popeinflüsse unverkenn-
bar, very catchy! Die feste Verankerung der Band in der Bostoner Szene
tritt nicht zuletzt durch Einflüsse von den Dropkick Murphys und Avoid One
Thing in Erscheinung. Ein Top-Album, nicht nur für Freunde von Rancid,
Social Distortion, Dropkick Murphys, The Clash und Avoid One Thing.
Was man doch für Wahrheiten aus drei Akkorden zaubern kann: Herrlich!
16 Tracks und lediglich der Cover-Song ist überflüssig.

BB