Review: Dropkick Murphys - The Singles...

Dropkick Murphys - The Singles Collection Vol.2

Label: Hellcat
VÖ: 07.03.05
Tracks: 23
Spielzeit: 55:40 min
Format. CD
Links: http://www.dropkickmurphys.com
Schublade: Streetpunk

Die 7 Musiker aus Bosten haben den zweiten Teil ihrer Singles
Collection rausgebracht, diesmal gibt es Songs aus den Jahren
1998-2004. Genaueres über den Inhalt der Platte lässt sich schon
durch den Untertitel in Erfahrung bringen: "B-sides, Covers, Com-
ps & Other Crap".
Begonnen wird mit "21 Guitar Solo", von der Split mit Face to
Face. Hier wird gleich die Richtung der ganzen Platte angezeigt:
direkt nach vorne. Die Jungs zeigen, dass sie es auch mit wenigen
Folk-Einflüssen können. Lediglich ein Dudelsack-Outro ist hier zu
hören.
Diese Konzept zieht sich über die ganze Platte hinweg: kaum Folk,
mehr Punk, Streetpunk, Boston Hardcore, und, was mich besodners
freut, Rock 'n' Roll-Einflüsse. Klasse. Gibts auch gleich im 2. Song
"Fortunate Son", ebenfalls von der Split, zu hören.  Wie gesagt, Bos-
ton HC...diese Einflüsse kann man auch bei "On  The Attack" hören.
Im Booklet gibt es zu jedem Stück einen Satz...aber wirklich nur ein-
en. Musikalisch geht es solide weiter.
Es sind kaum Tiefen sind zu verzeichnen, dafür mehrere echte High-
lights, z.b. Track 5 "Watch Your Back" von Cock Sparrer. Man kann
auf dieser CD die ganze Vielfalt der Musik, die die Band hört, aber
auch spielen kann erleben: "It´s A Long Way To The Top (If You Wan-
na Rock 'N' Roll)"...wer hätte gedacht das Dropkick Murphys AC/DC
covern... beachtet man die Tatsache das AC/DC wahrscheinlich als
eine der ersten Bans in diesem Lied Rock mit Dudelsäcken kombi-
niert haben, liegt das nicht allzu fern. Leider is das wirklich nur ein
Cover, und keine Interpretation des Stückes...hört sich trotzdem klas-
se an, was auch an der Stimme von Al Barr liegt.
Zum aggressiven Tanzen laden dann "Warlords" und "Alcohol" ein,
die nächsten Lieder, wobei "Alcohol" ein wunderschönes 50er Jahre
Rock 'N' Roll Riff als Intro hat... man liest schon, ich bin begeistert.
Stiff Little Fingers werden auch noch geehrt, in Form eines Covers von
"Nobody´s Hero".
Oi-Punk ist aber nicht nur in Form von Covern vorhanden...zusammen
mit The Business hab die Murphys eine Split gemacht, auf der sie sich
gegenseitig unterstützt haben, Mob Mentality nennt sich das Stück und
die CD.
So wie ich das Booklet versehe handelt es sich beim nächsten Instru-
mental um die Hymne der "Boston Bruins", der Murphys liebsten Eis-
hockey-Manschaft. Hier wiederrum die traditionellen Einflüsse...wie soll-
te es anders sein, es geht um Boston...
"Rock 'n' Roll" von Motörhead, Al Barr imtiert die Stimme sehr gut... was
auch leider zu der Kritik führt das da nicht viel eigenständiges ist. Schade
eigentlich.
Sham 69 und Angelic Upstarts sind als nächstes dran...bei letzteren so-
gar mit Hilfe von einem 5 und einem 7jährigen Kind. Ein starkes Anti-
Kriegs-Lied.
"Halloween" von den Misfits, ein Klassiker an den sie sich nicht so ganz
rangetraut haben...immerhin covern sie das Lied besser als die jetzigen
Misfits auf ihrer Live-Show...
"An der Nordseeküste"...wer kennt es nicht? Wer hätte gedacht das sich
"Klaus&Klaus" da eines irischen Traditionsliedes bedienten? Das Resultat
einer durchzechten Nacht im Studio steht im Booklet, mit Unterstützung von
Shane MacGowan von den Pogues. Hier sind die traditionellen Instrumente
im Vordergrund, wie gesagt, eine Ausnahme auf dem Album.
"Working", wieder im Original von Cock Sparrer, schlägt dann wieder die
Oi-Richtung ein, was auf dieser CD wie eine Erlösung nach dem langsam-
en Traditional wirkt.
Das 2. und letzte Instrumental-Stück ist auch das 2. und letzte mit Dudel-
sack, vergleichbar mit "Amazing Grace". Beim letzten Stück muss ich im-
mer an Rancid denken...der Refrain und das Riff von "We Got The Power"
könnten wirklich von denen stammen, aber die Murphys haben das Lied
selbst geschreiben und performt...

Fazit:
23 Tracks, das is natürlich ganz nach meinem Geschmack. Vor diesem
Review hab ich die CD bestimmt 5-6 mal an 2 Tagen am Stück durchge-
hört. Es gibt keine wirklichen Aussetzer, nur etwas mehr Eigentändigkeit
bei den Coversongs hätte ich mir gewünscht, trotzdem kann man nicht
meckern. Wer nichts gegen die Musik der Flaggenschwenker hat, und
auch keine so große Abneigung in politischer Hinsicht verspürt sollte wirk-
lich mal reinhören, bzw. kaufen.