Review: Donots - Coma Cameleon

Donots - Coma Cameleon

Label: Solitary Man Records
VÖ: 28.03.07
Format: CD
Tracks: 12
Links: http://www.donots.de
Schublade: Punk / Rock



Totgesagte leben bekanntlich manchmal länger. Wie lange die Donots als Band noch
leben werden hängt mit Sicherheit auch sehr eng mit diesem Album zusammen, denn
nach einer langen Zeit der relativen Inaktivität meldet man sich nun, immerhin gut vier
Jahre nach dem letzten regulären Studioalbum, mit neuer Platte und neuem (eigenen)
Label zurück.

"Nichts soll mehr sein wie es zuletzt war, also auf zu neuen Ufern... oder vielleicht doch
lieber back to the roots?" Vor dieser Frage standen die Donots anscheinend im Vor-
feld von "Coma Cameleon" und zu 100% konnten sie sich anscheinend nicht für einen
der beiden Wege entscheiden. Ein Teil der Scheibe wurde im Principal Studio bei
Münster aufgenommen, dem Studio, in dem auch das 1998er DIY Album "Tonight's
Karoke Contest Winners" eingespielt wurde, der Produzent war in beiden Fällen Vin-
cent Sorg. Der Großteil von "Coma Cameleon" wurde jedoch im Sinne des "Auf zu
neuen Ufern"-Weges im Koblenzer Studio 45 mit Produzent Kurt Ebelhäuser aufge-
nommen.

Sicher war man sich also wohl nur, dass es dringend an der Zeit für einen Tapetenwech-
sel ist. Und seien wir mal ehrlich: Recht haben sie, wer hatte schon noch Bock auf die
ausrechenbare Verlängerung der anscheinend endlosen Kette
"OutshineTheWorld-
WhateverHappened ToThe80s-
Superhero-Saccharine Smile-BigMouth-We´reNotGon-
naTakeIt-
WeGotTheNoise"? Richtig. Die Spannung hielt sich in Grenzen.

"Coma Cameleon" beginnt nach einem Intro mit dem kurzfristig zur Single auserkore-
nen "break my stride" und das ist trotz aller Entschlackung doch irgendwie direkt als
Donots Nummer zu erkennen, auch wenn hier schon ein wenig Billy Talent durchfunk-
eln. Dieses Funkeln verstärkt sich dann in "pick up the pieces", der ursprünglich ers-
ten Single, zu einem deutlichen Leuchten, das dann mit "headphones" aber schon wie-
der erlischt. Groove wird hier von Riff erschlagen. Die Donots erweitern ihre Bandbrei-
te, das wird auf "Coma Cameleon" immer wieder deutlich. "New hope for the dead",
"anything" und "the right kind of wrong" sind im Grunde wieder typische Songs der
Marke Donots: Viel Rock, ganz viel Melodie, Knolleningo am Mic. In zweigenanntem
Song finde ich hier und dort wieder einen Hauch Billy Talent, in letzterem vor allem
viel Hymne und gedrosseltes Tempo.

"To hell with love" ist ne recht kurze und stellenweise knackige Nummer, bevor es
mit dem etwas belangslosen "stop the clocks" gemächlich in Richtung Großbritanien
geht. "This is not a drill" ist vom Prinzip im Refrain ebenfalls ne typische Donots Ka-
melle, kommt jedoch während der Strophe ein wenig freakig daher. In "Killing Time"
treffen rasiermesserscharfe Gitarren auf Pianos, man hat sich ausgetopt. "Some-
where someday" setzt einen ganz ruhigen Schlusspunkt und lässt einen doch ein we-
nig fragend zurück. Ist das der große Neuanfang der Donots? Werden das die Leute
gut finden? Wie finde ich das eigentlich? 

Fazit:
Für Ibbenbührener Verhältnisse ist diese Platte breit wie die chinesische Mauer und
bunt wie ein Regenbogen. Aus globaler Sicht ist jedoch meistens noch auf den ersten
Blick erkennbar, wer hier am Werk ist. Und im Nachhinein muss man sagen, dass das
doch irgendwie gut ist, denn "Coma Cameleon" entwickelt immer genau dann seine
Stärken, wenn man zwischen dem Rumexperimentieren merkt, dass eigentlich doch
nur die Donots am Werk sind. Ihren 80er-Touch haben sich die Jungs ebenfalls erhal-
ten, wie schon der Titel suggeriert...


BB

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