Discipline - Downfall Of The Working Man
Label: I Scream Records
VÖ: steht nirgendwo
Tracks: 12
Spielzeit: 40:49 min
Format: CD
Links: www.discipline.nl
, www.iscreamrecords.com
Schublade: Streetpunk
Von Basti liebevoll als "Pöbel-Punk"
bezeichnet fangen die 4 Nieder-
länder aus Eindhoven eigentlich sehr
melodisch mit "Belief" an. Ein
Riff, so breit wie nach ner Kiste Bier.
Man wippt sofort mit dem Fuss
im Takt und den Refrain kann man nach
dem ersten Hören mitgröhlen:
so muss dass sein.
Der Titelsong des Albums ist fast schon
Mid-Tempo-Nummer, wobei
es gegen Ende dann doch noch nach vorne
geht. Der Song geht mehr
in die Oi-Richtung und passt natürlich
auch thematisch genau in diese
Schublade.
"Strength To Live" ist hingegen reiner
Streetpunk: gute, aber harte Gi-
tarrenmelodien am Anfang und nach jedem
Refrain, und die mehr als
Rauhe Stimme von Joost De Graaf... Holländer
haben coole Namen.
Bei "Hell Is For Heroes" kriegt man dann
auch wieder die aufm Promo-
Blättchen beschriebenen "Killer-Hooks",
klingt immer irgendwie ko-
misch der Ausdruck, ist aber so.
"Boys Will Be Boys" darf ab jetzt auf
keiner Pogo-Party mehr fehlen, da
passt wirklich alles: starke Gitarren,
starkes Riff, starke Stimme, und
der erst recht starke Refrain! Mit einigen
Bieren intus kann man nicht
anders als völlig abzugehen.
"Road To Freedom" ist eine Mischung aus
Oi, Hardcore und Streetpunk:
solide!
"Red & White Army" verschafft einem
während den Strophen die erste
kleine Pause. Das Stück ist sehr
melodisch, aber dennoch geht der Re-
frain wieder ganz gut nach vorne.
Hat man ne Pause gemacht kann man auch
gleich wieder loslegen:
"No Surrender" ist Rock´n´Roll
im Stile von The Bones.
Gewaltprobleme die es auf Discipline-Shows
mehrfach gab, werden
in dem Stück "When I´m Dancing
I Ain't Fightin´" thematisiert. Starke
Melodie und starker Refrain: hier passt
wieder alles zusammen! Dieser
Oi-Streetpunk-HC-Mix funktioniert einfach,
nicht überall, aber bei Disci-
pline schon.
"End Of The Road" hört sich wieder
nach Working-Class-Hymne an, mit
vielen "Ohhhhhhh" und "Yeaaahhh" Singalongzeug.
Ich weiss nicht wie-
so, aber es erinnert mich irgendwie an
die Misfits, vielleicht weil es auch
nicht so schnell ist, oder weil die Vocals
hier sehr gelungen sind.
"From Vengeance To Victory" ist ein absoluter
Spitzentitel. Der Song
setzt sehr stark auf die Vocals, die Instrumente
halten sich zurück, treten
nur selten mit einem Solo hervor.
"Words Out Of Life" ist dann auch schon
der lezte Track, mit 4:31 Spiel-
dauer auch der Längste, und man denkt
es sich schon, auch der Ruhig-
ste. Langsam geht es voran, fast schon
schwermütig, aber das ist gar-
nicht mal so schlecht, denn es passt an
das Ende so eines Albums. Ei-
ne ruhige "Hymne", wenn man es so nennen
will.
Fazit:
Sehr, sehr solides Album! Durchgehend
gutes Niveau, selten hab ein
Album so gerne gehört: die Refrains
und die Melodie gehen ins Ohr, man
bekommt Bock auf Boots und ne Kiste Bier
zusammen mit ner Show der
Combo. Einziger Kritikpunkt ist, dass
nicht viele Lieder herausstechen,
weil sie sich teilweise recht ähnlich
anhören, aber das ist gar nicht so
schlimm wegen dem, wie gesagt, durchgehend
hohem Niveau. Da ich
ja sowieso auf dem With Full Force
bin, werd ich auch bald die Gelegen-
heit haben mir Discipline anzuschauen...
Ingo