Immer wenn aus dem Hause Yo-Yo Records Post bei mir eintrudelt schlägt
mein Herz ein ganzes Stück höher. Der gute Jan und Anhang veröffentlichen
seit einigen Jahren mit viel Liebe internationale Bands in Kleinstauflagen, oft-
mals in Form von 7"-Splits. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht was
die Treffsicherheit des sympathischen Berliner Labels angeht.
Deny Everything aus Köln ("far to expensive, glamorous (in a plastic way),
yuppy city in west germany") liefern mit "Fire This Time" ihr erstes Album und
damit gleichzeitig die 23. Yo-Yo Veröffentlichung ab. Brachte es die Debut
EP des Quartetts auf nichteinmal 10 Minuten Spielzeit, so brauchten sie für
die nun vorliegenden 15 Songs immerhin knappe 21 Minuten!
Während ich mich in den letzten Wochen fleißig mit der Uni abgeplagt hab,
hat die Szenepresse die Band schon ordentlich abgefeiert und da kann ich
mich eigentlich nur anschließen: Angepisster, aggressiver, ungestümer HC
mit unübersehbaren Punkrockroots!
Mit Fashioncore hat diese Scheibe wirklich nichts am Hut, denn Deny Every- thing haben viel zu sagen und das geht über die üblichen Messages hinaus,
denn neben Themen wie Homophobie und Patriotismus reflektieren die
Rheinanwohner auch ausführlich die eigene Szene: Konservative Tendenzen
werden ebenso gnadenlos angegangen wie zombiehaftes, energieloses Kon-
sumieren von Verblödungsmedien und die Szenedominanz von Männern.
Musikalisch ist das Ganze verpackt in Krachern die zwar nie länger als 2 Mi-
nuten sind, jedoch trotzdem gelegentlich Zeit für Midtempoparts und Breaks
finden. Mit dem Titel "Punk = Short" sagen die Jungs nochmal ganz explizit
wie für sie ein guter Song aussehen muss!
Fazit:
Auch wenn Deny Everything ebenfalls ein reiner Männerverbund sind, so
haben sie definitiv das Herz am rechten Fleck und reden tacheles! Trotz
aller Angepisstheit und Aggressivität verlieren sie dabei nie die positive
Grundüberzeugung. Gute Scheibe, korrekte Band, super Label, schmaler
Preis: Holt euch die Platte!