Review: Darkest Hour - Undoing Ruin

Darkest Hour - Undoing Ruin

Label: Victory Records
Tracks: 11
Spielzeit: 37:45 min
Format: CD
Links: www.victoryrecords.com, www.darkesthour.cc
Schublade: Metalcore

Fünf junge Menschen aus den USA, genauer Washington D.C., machen
Musik, und zwar Metalcore... bestimmt ein Hatebreed, oder Killswitch En-
gage-Klon denkt man da. Aber dem ist nicht so. Schon beim ersten Stück
"With a Thousand Words to Say But One" hört man deutlich heraus, dass
es auf der neuen Darkest Hour Platte deutlich metallastiger zugeht. Schnel-
le Riffs und Doublebassdrum-Passagen wechseln sich mit ruhigeren Mo-
menten ab, in denen nur eine leise Gitarre zu hören ist. Die Stimme kann
kraftvoller nicht sein, John Henry holt das letzte aus seiner Lunge raus, und
rotzt die Texte nahezu ins Mikro.
"Convalescence" geht das Ganze etwas ruhiger an. Dass die Metalcore-
Fraktion nicht nur ihre Instrumente schindet, sondern sie auch wirklich be-
herrscht und dass man auch nicht immer nur schreien muss... oder auch
sollte, merkt man dem Song an, denn die Gesangsparts fügen sich sehr gut
ein und auch gutes Gitarrensolo wird geboten, Metal eben.
"This Will Outlive Us" geht mehr in die Hardcore-Richtung, einfaches, schnel-
les Gitarrenspiel, eigentlich ein sehr starkes Lied, welches den Hardcore-
Freund freuen wird.
"Sound of Surrender" bietet dann wieder Metalriffs, die mich an alte Metallica-
Songs erinnern... ein gewagter Vergleich, aber ich glaube er ist angebracht,
auch weil diese Ähnlichkeit noch öfter auftritt.
"Pathos" ist ein Akustikstück... eine kleine Verschnaufpause würde ich sagen,
denn "Low" geht anschließend wieder schwer nach vorne, hier wirken die Me-
taleinflüsse aber eher störend, und dem Tempo hinderlich, hätte ein Highlight
auf dem Album werden können... Chance vertan.
"Ethos" ist ein Instrumentalstück: beginnt langsam mit einer Gitarre nur, die
restlichen Instrumente setzen ein, und ein Gitarrensolo welches das Thrash-
metal-Herz erfreut rundet die Sache ab.
"Districted Divided" ist wieder Hardcore, die Stimme klingt ein wenig nach
Freddy Cricien von Madball. Auf jeden Fall ein solides Stück.
"These Fevered Times" klingt fast schon minimalistisch, denn es wird fast nur
mit einer Gitarre gespielt, während eines Solos wird diese aber aufs schreck-
lichste verzerrt, das ist mir dann aber auch zu viel Metal. Deswegen schnell
weiter...
... zu "Paradise": Hardcore, Metalcore, und sogar Emo wurden hier durchge-
panscht, und das Ergebnis kann sich sehen lassen, statt sich zu beissen
fügen sich die einzelnen Teile und Stile gut ineinander ein...natürlich muss man
die jeweiligen Stile auch mögen.
"Tranquil" ist dann der Abschluss des Albums: über 6 Minuten lang, und etwas
langsamer als der Rest des Albums, zwar auch mit obligatorischen Doublebass-
drums, aber lange Gitarrenparts bremsen das Ganze aus. Das soll jetzt nicht
bedeuten das das negativ ist, man kann es sich sehr gut anhören, und wie so
oft ist der Abschluss eines Albums etwas ruhiger und langsamer.

Fazit:
Wenn man den "typischen" Metalcore erwartet, wie man ihn von den einschlägigen
Bands kennt, sollte man die Finger von diesem Album lassen. Wer aber neben HC
auch gerne mal eine Metal- bzw. Trashmetal Platte auflegt, wird mit diesem Album
seine Freude haben. Man kann nicht von einer Fusion sprechen, eher gehen manche
Stücke in die Hard/Metalcore-Richtung, und andere in die Heavy/Trashmetal-Richtung:
Man sollte also reinem Metal aufgeschlossen gegenüberstehen, wenn man sich mit
dieser Platte anfreunden will.

Ingo

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