Review: Choleric - Far from Heaven...

Choleric . Far From Heaven

Tracks: 12
Spielzeit: 37:55 min
Format: CD
Links: http://www.choleric-music.de
Schublade: Melodic-Core / Punkrock

Seit 2003 existieren Choleric aus Bielefeld im akutellen Line-
up. Machte die Band auch Live noch nicht oft auf sich aufmerk-
sam, so erschien jetzt mit "Far From Heaven..." bereits ihre
zweite CD Veröffentlichung. Der Nachfolger der "Hairy Radio
Show" ist wieder komplett selbstproduziert, erreicht mit 12
Tracks jedoch schon den Umfang eines Albums und ist somit
das Debüt-Album der jungen Ostwestfalen. Trotz Eigenproduk-
tion ist die Platte mit einem schicken 8-seitigen, farbigen Book-
let ausgestattet und die CD ist gepresst, also nix CD-R.

Die Platte startet mit dem schwachsinnigen Song "Billy Dream-
er's Fantastic Friends", der von Kontakten mit gewissen Super-
helden berichtet. Der Song beginnt mit komischem Bassrumge-
haue auf vier Tönen und ich fragte mich anfangs, warum man ge-
rade diesen Song als ersten Song ausgewählt hat, wo er doch
recht unspektakulär beginnt. Die Lösung erhält man jedoch wenn
man die CD auf -24 Sekunden zurückspult, dann gibt's nämlich
noch ein verstecktes Intro zu dem Song.
Der zweite Song der Platte könnte vom Titel her auch von Nir-
vana stammen: "Me against myself". Während der erste Song
der Platte noch eine Funnummer war, schwingen hier auch me-
lancholische Untertöne mit.
Diese Melancholie bleibt auch in dem zumindest während der
ersten Strophen ruhigen "Nevermore" erhalten. Leider stolpern
die Jungs hier mit recht schlechtem Englisch, wie "So don't do
as if nothing has happend" und "that's the way it goes", ein biß-
chen durch den Song bzw. Text.
Sozialkritisch wird es dann mit "What is Freedom", einer schnel-
len Punkrocknummer. Das Schlagzeug hackt ordentlich und Ge-
sang und Geschrei gehen Hand in Hand.
Mit "Princess"  folgt ein Song, bei dem man die ersten Sekun-
den vermutet es würde sich um einen Ska-Punk Song handeln,
dann wird jedoch wieder ordentlich losgerockt. Die Jungs geben
mal wieder Gas und ich fühle mich stellenweise an die alten Songs
der 21 Licks erinnert.
"Signal Signal" ist eine recht lässige Raggae-Nummer mit Bläser-
einsatz, die dann aber im Refrain wieder in den rockigen Bereich
geht.
Volles Tempo gibt es wieder mit "Miserable Failure", aber auch
hier tauchen wieder melancholische Parts auf.
"Need To Change" setzt sich kritisch mit den USA auseinander,
bevor mit "Clouds of Memories" ein Song folgt, der sich abwechs-
elnd ruhig und dann wieder energisch präsentiert.
Mit "War is Terror" folgt der Anti-Kriegs Song der Band. Sehr löb-
lich wenn auch junge Bands die englischsprachigen Melodic Punk
machen politisch noch was zu sagen haben.
"Happy Birthday" handelt vom Älterwerden und ist meiner Meinung
nach recht langweiliger Füllstoff, bevor mit "Blackbirds and Vine"
eine coole Abschlussnummer mit Bläsereinsatz und ordentlich En-
ergie folgt. Schwingt die Tanzbeine und bereitet euch auf den Blut-
pogo im Refrain vor.
Wer noch nen paar Minuten Zeit hat bekommt als Bonustrack die
tanzende Wanze...

Fazit:
Vom Sound her kann mir die Platte oftmals leider nicht zusagen, da
klingt vieles einfach recht entfernt. Für selbstproduziert, die Jungs ha-
ben selbst aufgenommen, gemischt und gemastert, klingt das alles
aber schon ziemlich ok.
Die Songs sagen mir teilweise recht gut zu, teilweise klingen sie aber
auch ein wenig verhaspelt und die Übergänge sind manchmal auch et-
was schroff.
Potenzial ist aber auf jeden Fall da: Respekt was diese junge Band da
auf die Beine gestellt hat. Wer sich für Meldic-Core und melodischen
Punkrock interessiert sollte ruhig reinhören.
Wer Interesse bekommen hat kann sich die schicke CD für faire 5 €
auf der Bandhomepage bestellen. Support Your Local Scene!

BB