Review: Candiria - What doesn´t kill you...

Candiria - What doesn´t kill you will only makes you stronger

Label: Earache
Tracks: 12
Spielzeit: 46:52 min
Format: CD
Links: http://www.candiriamusic.com
Schublade: Hardcore / Metalcore

Ein Vanunglück am 8.9.2002 ist der Grund, warum Sänger Carley
Coma dieses Album als das bisher emotionalste der Band bezeich-
net. Auf einer Tour wird das Vehikel der Band von einem LKW ge-
rammt, alle Bandmitglieder standen dem Tode nahe. Nach einer
langen Rehabilitationsphase haben sie sich wieder zusammenge-
funden um zu musizieren. Da man der Band nachsagt, sie würden
Hardcore machen, war ich etwas erstaunt über die Länge der
Stücke... nur ein einziges unter 3 Minuten, recht ungewöhnlich. Sie
selber gestehen sich Jazz-Einflüsse zu, aber es steckt mehr Viel-
falt darin.
"Dead bury the Dead" heisst das erste Lied, und mit der Double-
Bass hört es sich fast schon nach Metalcore an. Stückweise erin-
nert es mich leider auch an Linkin Park, da neben dem Schreien
auch guter Gesang zu hören ist.
"The nameless King" plätschert dagegen schon fast im Mid-Tempo
vor sich hin andererseits kommen die Metal-Einflüsse kommen noch
deutlicher zum Vorschein, der Song ist irgendwie weder Fisch noch
Fleisch.
"Blood" beginnt mit einem schönen Schlagzeug-Intro, geht dann ü-
ber zu Hardcore, nach einem kurzen Elektro-Part gibt es dann jedoch
wieder Metalcore, sehr gewagt. Die 2 Gitarren geben dem Sound ein
gutes Volumen. Sowieso zeigt sich schon in den ersten 3 Stücken,
dass Candiria ihre Instrumente wirklich beherrschen.
"Remove yourself" hört sich nicht sonderlich experimentell an, son-
dern wirkt eher wie geklaut von System of a Down...die Stimme vom
Herrn Coma zeigt wieder mal viele Facetten, er kann irgendwie alles.
"1000 Points of Light" ist für mich das erste Highlight des Albums, sehr
schnell, hier hört man zum ersten Mal die angesprochenen Emotionen
sehr deutlich.
Bei "Down" zieht sich ein Synthie-Gedudel durch Lied, welches sehr
gut zu dem Rest der Melodie passt, wiedermal Mid-Tempo, mit guten
Backing-Vocals, und hämmernden Gitarren, hätt ich lange Haare würde
ich erstmal nen bisschen Headbangen.
Ganz anders "9mm Solution", cooler Titel, aber leider ein HipHop-Stück
mit Reggae-Parts.
"I am" ist wieder etwas rockiger, und langsam wird dem geneigten Zu-
hörer klar, das auch die etwas nachgemacht wirkenden Tracks doch
über Eigenständigkeit verfügen. Leider merkt man das erst so spät.
"Vacant" klingt nach New-Metal, aber man fühlt sich nicht so schlecht
dabei, als wenn Limp Bizkit aus den Boxen ertönt.
Zu "The Rutherford Experiment..." kann man nur 2 Meinungen zulassen:
genial, oder bekloppt. Erst Gitarren, dann Synthesizer mit Reggae, und
dann wieder Gitarren...ganz schwer zu beschreiben.
Danach kommen 2 Live-Aufnahmen. Die erste macht mir persönlich
verdammt Lust die Jungs mal Live zu sehen, denn hier hört man keine
experimentellen Ausflüchte in andere Stilrichtungen, sondern nur Hard-
core, wie man ihn erwartet.
Das letzte Stück trägt den Titel "Improvisational Jam", und das ist es
dann auch, hier merkt man dann nochmal so richtig, dass die Combo
ihre Instrumente wirklich beherrscht.

Fazit:
Man muss sich auf dieses Album einlassen. Manchen mag die Experimen-
tierfreudigkeit doch zu gewagt vorkommen, mir selber gefiel es manchmal,
manchmal aber auch nicht. Alles in allem wirkt das Album aber zu chao-
tisch auf mich, die CD scheint mir ein halb geglückter Versuch zu sein
Ordnung in dieses zu bringen.

Montan