COR – Tsunami
Label: Rügencore Rec.
Format: CD
Tracks: 17
Schublade: Deutschpunk / HC
Im November 2002 veröffentlichte eine
damals noch unbekannte Punkrockband
namens COR ihr in Eigenproduktion
aufgenommenes, neun Tracks starkes
Debut Album "Viva la Homosapiens". 4 Alben,
eine Split CD mit den Crushing
Caspars und diverse Samplerbeiträge
später steht nun ihr neues Album "Tsu-
nami" in den Startlöchern.
Ein eher mittelmäßiges Intro
läutet die 16 Tracks ein. Der erste Track „Aufstehen“
entwickelt seinen ganzen Charme erst beim
zweiten Hören. Doch spätestens
dann dürfte jeder den Text begriffen
und verinnerlicht haben. Unterstützt wird der
nicht gerade anspruchsvolle, dafür
umso aggressiver gesungene Text von einer
metallastigen Gitarrenspur und einem geradlinigen
Schlagzeugbeat. Im selben
Stil wird das nächste Lied „Attitüde“
fortgesetzt: mit einer ähnlichen musikalischen
Begleitung wird eine andere Phrase ständig
wiederholt, gelegentlich unterbrochen
von einigen schnell gesungenen Zeilen
von denen lediglich einige Schlagwörter
deutlich rübergebracht werden.
Anders handhabt sich „10.000 Volt“: die
Gitarre ist anders, geht ins Ohr und har-
moniert auf einmal mit den Drums, der
Gesang klingt abwechslungsreicher und
der Text klingt nicht so platt, sprich:
hier passt's! Auch die folgenden Tracks sind
besser als die ersten beiden. Die Lyrics
sind intelligenter und trotzdem leicht zu-
gänglich und auch die Instrumente
distanzieren sich von bloßem Geschremmel.
Einen traurigen Höhepunkt bietet
"Tsunami" aber dennoch mit Track 14, wo in
das Muster des Openers zurüchgefallen
wird.
Als Bonus gibt es zwei wirklich nette und
gelungene Videos zu ihrem Downloadhit
„Mein Huhn hat Grippe“, mit dem die Band
beweist, dass sie auch das Texten mit
einem Augenzwinkern beherrscht, und „10
000 Volt“. Dazu gibt es eine Hand voll
Bandfotos.
Alles in allem ist "Tsunami" ein Album
das beim zweiten Mal hören besser ist. Es
bietet einige sehr gute Lieder wie eben
„10 000 Volt“, aber eben auch stumpfes
Phrasengedresche. Mein persönlicher
Tiefpunkt ist der Song „SAU“. Beim Hören
dieses Songs will man am liebsten nicht
erkannt werden (Zitat: „Scheiß auf United;
Ich will keiner von euch sein; Scheiß
auf United; Fickt euch!“). Platter und niveau-
loser geht es nicht. Zum Glück ist
nicht jedes ihrer Lieder derartig missraten und
Fans von schnellem, aggressivem Deutschpunk
á la Betontod oder Rawside dürf-
ten sicher die ein oder andere vergnügliche
Minute mit diesem Album verbringen.
Philipp
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