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The Busters - Double Penetration Label: Ska Revolution |
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Die Busters können einem ja schon fast leid tun. Da war man Vorband von den
Ärzten und konnte ganz ordentlich in deren Fankreisen wildern, veröffentlichte
eine Single mit Farin Urlaub und landete so kurzzeitig in den gängigen TV-Ka-
nälen, aber den erhofften Durchbruch schaffte man trotzdem nie ganz: Die Mu-
sikkanäle nehmen die Band ohne prominente Unterstützung nicht wahr und ob-
wohl man sich reglich Mühe gibt schafft man es einfach nicht den Ska in die
Charts zu tragen. Das neue Doppel-Album "Double Penetration" macht er-
neut klar: Die Busters sind zwar begnadete (vielleicht zu gute) Musiker, haben
aber eindeutig ein Marketingproblem!
Beginnen wird mit der Audio CD:
Die fußballmannschaftsstarke Truppe serviert 13 nagelneue Songs mit denen
man wieder ein wenig zurück zur Two-Tone-Ära findet. Die (Punk-)Rockeinflüs-
se der letzten Scheibe "Evolution Pop" hat man zu recht schnell wieder verges-
sen, die haben den Durchbruch nicht gebracht und klangen nicht nur für lang-
jährige Fans ein wenig aufgezwungen. Nun hat man sich vorgenommen durch
"einfache, eingängige, mitreißende und kraftvolle Ideen den direkten Weg in
das Gehirn des Zuhörers" zu finden.
Was die Profimusiker liefern ist jedoch natürlich eben kein "einfacher" Two-To-
ne-Ska sondern strotzt nur so vor Experimentierfreude und Stilvielfalt (ein Tat-
sache der man sich auch selbst bewußt ist), aber auch "Tempo und Energie"
wußte die Band schonmal direkter und unverfrorener zu vermitteln. Man hat ein-
fach ganz andere musikalische und künsterlische Ansprüche als das Publikum
an das man sich anscheinend (zumindest dem Artwork und dem Humor nach)
wendet und serviert eben weder den Sound, die Authenzität und das Flair der
Straße, noch liefert man für die Teenies massenhaft flotte Partyhits à la "Dead
Or Alive" oder "Six Beers And Rocksteady Music". Lediglich die erste Single-
auskopplung "The Wrong Song" versucht letzteres und behandelt dabei textlich
das TV- und Radiodilemma der Band.
Allerdings sollte die Band nicht alles nur auf die bösen Musiksender schieben,
diese bieten zwar wirklich keinen Raum für Ska, allerdings ist das Konzept der
Busters auch meiner Meinung nach, wie ich bereits weiter oben andeutete, et-
was problematisch: Musikalisch richtet man sich größten Teils an ein "älteres"
Publikum, konkret nenne ich es Mal einen Mix aus StudentInnen, Kulturinteres-
sierten, Musikfreaks und den üblichen Skaverdächtigen. Gleichzeitig versucht
man allerdings durch seinen Humor, verschiendene Artworks und einige Party-
songs ein Image aufzubauen, das böse gesagt auf pubertierende Konsumkids
abzielt. Das passt nicht ganz zusammen.
Nun aber endlich zur DVD:
Die DVD unterstreicht dann noch einmal ganz deutlich die enormen musikali-
schen Fähigkeiten der Busters. Hier gibt es 11 bereits bekannte Songs im
komplett neu arrangierten Gewand. Das Ganze wird mit den wildesten Instru-
mentationen, z.B. fast ausschließlich auf Flaschenrändern gepfiffen, live vor
einem Publikum im Alter der Eltern der Bandmitglieder performt. Zwischen
den Songs gibt es lustige Zwischenspieler aus dem Publikum. Als Zugabe
gibt es noch das Video zur Single "The Wrong Song", dass die Band plugged
vor identischer Kulisse zeigt. Produziert wurde das Teil von Toggo TV Mo-
derater Paddy Kroetz, der ja auch in Köln schon das ein oder andere No Fun
At All Konzert auf die Beine gestellt hat.
Fazit:
Hier gibt es wirklich hochwertige Musik. Obwohl ich normal nicht auf Musik
von virtuosen Musikern stehe mag ich die Busters. Dieses Album bietet eini-
ges für's Geld, auch wenn DER neue Hit fehlt. Trotzdem tritt das Dilemma
der Band deutlicher als je zuvor hervor: Schon der Titel und das Artwork der
Scheibe gehen komplett an einem Großteil der Gruppen vorbei die sich mei-
ner Meinung nach für den Sound der Busters begeistern könnten und passt
auch garnicht zu den Charakteren der Band. Die Busters sind keine Pop-
stars und werden es auch nie sein, sondern einfach richtig gute, nette und zu-
gleich seriöse und hochgradig professionelle Musiker die einen sehr wert-
vollen Musikstil auf hohem Niveau spielen.
Ps: Tut mir leid, wenn ich in dieser Review zu viel über Konzepte/Marketing/
etc. und zu wenig über die Musik selbst gesprochen hab.
Pss: Ich freue mich auf die traditionelle Wintertour der Band...
BB
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