Review: The Black Maria - Lead us to Reason

Label: Victory Records
VÖ: 25. 01.2005
Tracks: 11
Format: CD
Links:
Für Freunde von: Thursday, Takig back Sunday, Bayside, Billy Talent

Dieses Album wurde  von Freunden des Emocores mit Freude erwartet,
da schon seit einiger Zeit MP3s der Band Black Maria im Netz  kursieren.
Mit „Lead us to reson“ ist es endlich soweit, dass die Kanadier ihr erstes
Album veröffentlichen.
2002 gegründet, machten sich Chris Gray (Vocals), Alan Nacinovic
(Gitarre), Derek Petrella (Drums) -ihrerseits ehemalige Mitglieder der
Band Zyon- mit dem ehemaligen Grade-Sänger Kyle Bishop (Vocals/
Gitarre) und Mike de Eyre (Bass, Keybords) daran, Abstand von ihrer
musikalischen Vorgeschichte zu nehmen, und neue Wege zu beschrei-
ten. Ein Jahr später spielen sie ihre erste Show in Toronto mit den groß-
artigen Bands Piebald und Cave in.
Mit  „Lead us to reason“ legen die Fünf ein vielseitiges, mit Überrasch-
ungen gespicktes Album hin, welches nicht nur musikalisch, sondern auch
textlich überzeugt. Es ist tiefgründig und melancholisch, nicht so aggressiv
und dunkel, wie in den alten Bands der fünf Kanadier.
Mit „The Memento“, dem Opener des Albums, beginnt mit ruhigem Synthe-
sizer, geht dann aber bei einsetzenden Vocals unerwartet stark nach vorne,
um kurz darauf wieder ruhiger zu werden. Der Zuhörer kann praktisch die
Zerrissenheit und den Trennungsschmerz, welcher in diesem Lied thema-
tisiert wird, fühlen.
Mit „Betrayl“ geht es in eine etwas poppigere Richtung, der sich durch
seine Klarheit auszeichnet. Bittersüß geht es mit „Organ“ weiter, der trotz
harten Gitarren durchaus einer der ruhigeren Stücke auf „Lead us to reason“
ist.
„Our Commitment’s a sickness“ und  “The Distance From the Bottom” sind
nette Emo-Stücke, die sich hinter Songs von anderen Bands von Victory,
wie Bayside oder Silverstein, absolut nicht verstecken müssen.
Die klaren Klavierklängen, die dann bei „the lines we cross“  einsetzen, ver-
setzen einen in eine ruhigere, bedächtigere Stimmung, die von Chris Grays
melancholischer Stimme und Kyle Bishops dezentem Geschrei im Hinter-
grund noch verstärkt wird.
„Sirens“ war wohl Vorlage und Inspiration für die Covergestaltung, auf der
Beine  eines Engels zu sehen sind, der aus einem brennenden Garten fliegt,
aber von einer Schlange versucht aufgehalten zu werden. Dieses Lied hat,
wie auch „To have loved“ trotz seiner teilweise aggressiveren Gitarren immer
wieder ruhigere Parts, zwischen denen man hin und hergerissen wird.
Das Album ist unter anderem auch variierter, weil es thematisch mehrere
Felder, und nicht nur emo-typische Befindlichkeiten abdeckt. Wie z.B. bei
„Ash“, bei dem es eher um Gesellschaftskritisches geht: „We’re faceless, in a
generation, those sins of a genaration of swine...“
Beim letzten Song „Rats in the prison“, wurde textlich metaphorisch gearbeitet
und setzt musikalisch einen härteren Schlussstrich unter das Album.

Fazit:
Ich denke, dass Black Maria viele Freunde finden wird. Die lyrischen und teil-
weise aggressiven Songs sind eingängig, auch nach mehrmaligem Hören,
kann man immer noch kleine musikalischen Feinheiten raushören, die einem
erst beim zweiten oder dritten hören auffallen. Die Band gehört für mich jetzt
schon, zu der Spitzenklasse, was Victory zu bieten hat.

Wiebke